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Das Bildnis des Dorian Gray

von Oscar Wilde

Artemis & Winkler, 1999

Kategorie: Fremdsprachige Belletristik

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Das Bildnis des Dorian Gray
Mörderische Selbstliebe: Der schöne Dorian Gray tauscht mit seinem Bildnis den Platz und bleibt für immer jung – mit fatalen Folgen.

Warum Sie Das Bildnis des Dorian Gray lesen sollten

Das Kunstwerk als Spiegel der Seele
Oscar Wilde war ein Dandy, wie er im Buche steht: stets gut gekleidet, mit den besten Umgangsformen und ein brillanter Gesprächspartner. Die Oberschicht im London des Fin de Siècle (Ende des 19. Jahrhunderts) liebte ihn, auch wenn die Boulevardblätter über ihn spotteten. Doch dann änderte sich schlagartig alles mit der Veröffentlichung von Wildes einzigem Roman. Das Bildnis des Dorian Gray löste 1890 ein Skandälchen aus, das sich fünf Jahre später in einen handfesten Skandal verwandelte, als dem Schriftsteller eine homosexuelle Beziehung nachgewiesen werden konnte. Die Handlung des Dorian Gray ist einfach, aber genial: Der schöne Jüngling Dorian wünscht sich, dass sein Porträt an seiner statt altert und er selbst für immer jung und schön bleibt. Von einem aristokratischen Zyniker verführt, badet Dorian in Vergnügungen und Ausschweifungen, stürzt andere Menschen ins Verderben und schreckt auch vor Mord nicht zurück. Am Ende regt sich jedoch das schlechte Gewissen: Sollen Bild und Modell den Platz wieder tauschen, geht das nicht ohne persönliche Opfer ... Dank der witzigen Dialoge liest sich Wildes Roman locker und leicht. Der Jugend- und Schönheitskult und seine finsteren Konsequenzen sind auch im heutigen Zeitalter der Selbstdarsteller und Mediensternschnuppen noch höchst aktuell. Neben Wildes amüsanten Schauspielen gehört der Roman zu seinen tiefgründigsten Werken.

Über den Autor

Oscar Wilde wird am 16. Oktober 1854 in Dublin geboren. Seine Mutter ist Schriftstellerin, der Vater Chirurg. Wilde studiert in Dublin und Oxford klassische Philologie. Schon als Student schließt er sich den Idealen des Ästhetizismus an und praktiziert mustergültig dessen Idee von der Ausdehnung des Schönheitskults auf alle Bereiche des Lebens. Sein exzentrisches Auftreten mit langer Mähne und exquisiter Garderobe macht ihn früh bekannt. 1879 zieht Wilde nach London um, lehrt dort Ästhetik und steigt schnell in die feine Gesellschaft auf. 1884 heiratet er die wohlhabende und gebildete Constance Lloyd, die 1885 und 1886 seine beiden Söhne Cyril und Vyvyan zur Welt bringt. Zu dieser Zeit beginnt er seine Homosexualität auszuleben. Nach lyrischen Arbeiten, Essays und Märchen veröffentlicht er 1891 seinen einzigen Roman, den Skandalerfolg The Picture of Dorian Gray (Das Bildnis des Dorian Gray). Mit dem Theaterstück Lady Windermere’s Fan (Lady Windermeres Fächer) etabliert er sich 1892 endgültig als Erfolgsautor von sprühendem Witz und scharfem Intellekt – viktorianischen Vorbehalten gegen seine „Unmoral“ zum Trotz. Wildes Ruf festigt sich in den Folgejahren mit den Stücken A Woman of No Importance (Eine Frau ohne Bedeutung), An Ideal Husband (Ein idealer Gatte) und The Importance of Being Earnest (Die Bedeutung, Ernst zu sein). Dann wird ihm seine mehrjährige Beziehung mit dem jungen Snob Lord Alfred Douglas zum Verhängnis. Wilde wird 1895 wegen homosexueller Kontakte zu zwei Jahren Haft verurteilt. Im Gefängnis verfasst er De profundis. Nach der Entlassung 1897 geht er nach Frankreich. Bis zu seinem Tod am 30. November 1900 veröffentlicht er nur noch The Ballad of Reading Gaol (Die Ballade vom Zuchthaus zu Reading) über seine Hafterfahrung. Die letzten Lebensjahre verbringt er in relativer Armut, von Freunden unterstützt, auf dem europäischen Festland.


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