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Das Käthchen von Heilbronn

oder Die Feuerprobe. Ein großes historisches Ritterschauspiel

von Heinrich von Kleist

Suhrkamp, 2009

Kategorie: Deutschsprachige Belletristik

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Das Käthchen von Heilbronn
„Verfluchte Unnatur“, schimpfte Goethe und warf das Käthchen-Manuskript ins Feuer. Selten hat ein Genie ein anderes so verkannt.

Warum Sie Das Käthchen von Heilbronn lesen sollten

Theater des Unbewussten
Was geht nur in dieser Frau vor: So intelligent und attraktiv, und dennoch lässt sie sich von ihrem Typen alles gefallen. Und weshalb sehen in Hollywood die 50-Jährigen aus wie eingefrorene 30-Jährige? Zwei typische Fragen unserer Zeit, oft diskutiert im Bekanntenkreis oder beim Friseur. Die Auswüchse der Schönheitsindustrie, der traurige Masochismus der besten Freundin – was haben diese Themen mit dem Käthchen von Heilbronn zu tun? Wenn man genauer hinschaut, ziemlich viel. Denn Heinrich von Kleist wagte sich schon vor 200 Jahren an Fragen heran, die erst viel später salonfähig wurden. Kleist sah den Menschen als fremdgesteuert, marionettenhaft und dem Unterbewusstsein schutzlos ausgeliefert. In dem romantischen Ritterschauspiel versteckte er diese verzweifelte Erkenntnis hinter lautem Rüstungsgeklapper und jungfräulichen Augenaufschlägen – schließlich brauchte der erfolglose Dichter nichts dringender als einen Kassenschlager. Und der ist nicht nur bis heute unterhaltsam geblieben, sondern liefert auch Antworten auf aktuelle Fragen.

Über den Autor

Heinrich von Kleist wird am 18. Oktober 1777 in Frankfurt an der Oder geboren, er stammt aus einer preußischen Offiziersfamilie. Als junger Leutnant nimmt er im ersten Koalitionskrieg gegen Napoleon, an der Belagerung von Mainz und am Rheinfeldzug (1793–1795) teil. Bald fühlt er sich vom Offiziersberuf abgestoßen und wendet sich der Wissenschaft zu. Beim Studium von Kants Philosophie erkennt er 1801, dass er nicht zum Gelehrten, sondern zum Dichter geschaffen ist. Kleists Versuche, durch eine Anstellung beim preußischen Staat oder durch journalistische Tätigkeit eine Lebensgrundlage zu finden, schlagen fehl. Auch seine Theaterstücke, die heute weltberühmt sind, bleiben erfolglos. Kleist sieht in der Bühnendichtung das ideale Genre für die Abbildung des wirklichen Lebens in der Literatur. Von 1801 bis 1811 entstehen u. a. die Tragödien Die Familie Schroffenstein (1803), Robert Guiskard und Penthesilea (beide 1808), außerdem Das Käthchen von Heilbronn (1808), Die Hermannsschlacht (1821 posthum erschienen) sowie die Komödien Amphitryon (1807) und Der zerbrochne Krug (1808). In dieser Zeit erscheinen auch die Erzählungen Die Marquise von O.... (1808), Das Bettelweib von Locarno (1810) und Die Verlobung in St. Domingo (1811). 1810 verweigert der preußische Staat Kleist eine Pension. Auch aus dem Königshaus erhält er keine Anerkennung, obwohl er der Schwägerin des Königs das patriotische Stück Prinz Friedrich von Homburg widmet. Dennoch ist es wohl weniger äußere Bedrängnis als innere Seelennot, die Kleist schließlich in den Freitod treibt. Am 21. November 1811 erschießt er zunächst seine unheilbar kranke Freundin Henriette Vogel und danach sich selbst am Wannsee in Berlin.


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