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Der Kaufmann von Venedig

von William Shakespeare

dtv, 2007

Kategorie: Fremdsprachige Belletristik

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Der Kaufmann von Venedig
Romantisches Lustspiel oder rassistisches Schauerstück? Dieser Shakespeare spaltet die Gemüter.

Warum Sie Der Kaufmann von Venedig lesen sollten

Zwischen Heiterkeit und Ernst
Der Kaufmann von Venedig gehört zu Shakespeares bekanntesten, aber auch zu seinen problematischsten Stücken. Wie kein anderes provoziert es heutige Leser unmittelbar zu einer kritischen Reaktion. Denn die Figur Shylock entspricht ohne Zweifel dem antisemitischen Klischee eines Juden. Er ist ein hartherziger und hasserfüllter Wucherer, der skrupellos darauf spekuliert, dem Kaufmann Antonio ein Pfund Fleisch aus der Brust schneiden zu können, als dieser ihm einen Kredit schuldig bleibt. Shakespeare bedient sich zwar in unerhörtem Maß antisemitischer Vorurteile, diese werden aber zugleich infrage gestellt. Shylocks wiederholte Klage über die christliche Doppelmoral und den Judenhass haben es modernen Interpreten erlaubt, die Figur als tragischen Antihelden aufzufassen. Was den Umgang mit dem Stück zusätzlich erschwert, ist seine merkwürdige Verknüpfung von erotisiertem Lustspiel und ergreifendem Drama. Der heiteren und romantischen Rahmenhandlung wegen gilt es nach wie vor als Komödie. Doch die gegenläufigen Tonlagen des Stücks, seine doppelbödigen Charaktere, die Mischung verschiedenster Themen und Motive, die vielseitige Sprache und nicht zuletzt das abgründige Monster Shylock machen den Kaufmann von Venedig zu einem schillernden Werk, das sich keinem Genre eindeutig zuordnen lässt.

Über den Autor

William Shakespeare kann ohne Übertreibung als der berühmteste und wichtigste Dramatiker der Weltliteratur bezeichnet werden. Er hat insgesamt 36 Theaterstücke und 154 Sonette verfasst. Geboren wird Shakespeare wahrscheinlich am 23. April 1564 in Stratford-upon-Avon als Sohn des Handschuhmachers und Bürgermeisters John Shakespeare; seine Mutter Mary Arden entstammt einer wohlhabenden Familie aus dem römisch-katholischen Landadel. 1582 heiratet er die acht Jahre ältere Anne Hathaway, Tochter eines Gutsbesitzers, mit der er drei Kinder zeugt: Susanna sowie die Zwillinge Hamnet und Judith. Um 1590 übersiedelt Shakespeare nach London, wo er sich in kurzer Zeit als Schauspieler und Bühnenautor einen Namen macht. Ab 1594 ist er Mitglied der Theatertruppe „Lord Chamberlain’s Men“, den späteren „King’s Men“, ab 1597 Teilhaber des „Globe Theatre“, das er liebevoll als „my wooden O“ (mein hölzernes O) bezeichnet und dessen kreisrunde Form einem griechischen Amphitheater nachempfunden ist, sowie ab 1608 des „Blackfriars Theatre“. 1597 erwirbt er ein Anwesen in Stratford und zieht sich vermutlich nach 1613 vom Theaterleben zurück. Er stirbt am 23. April 1616. Über Shakespeares Leben gibt es nur wenige Dokumente, weshalb sich seine Biografie lediglich bruchstückhaft nachzeichnen lässt. Immer wieder sind Vermutungen in die Welt gesetzt worden, wonach sein Werk oder Teile davon in Wahrheit aus einer anderen Feder stammen. Als Urheber wurden z. B. der Philosoph und Staatsmann Francis Bacon, der Dramatiker Christopher Marlowe und sogar Königin Elisabeth I. genannt. Den schlagenden Beweis für solche Hypothesen vermochte allerdings bis heute niemand zu erbringen. Heutige Forscher gehen mehrheitlich davon aus, dass Shakespeare der authentische und einzige Urheber seines literarischen Werkes ist.


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