Die denkwürdigen Erlebnisse des Arthur Gordon Pym
Kategorie: Fremdsprachige Belletristik
Meuterei, Kannibalismus und eine Reise ans Ende der Welt: Poes haarsträubende Abenteuergeschichte spart nicht mit Gruseleffekten.
Warum Sie Die denkwürdigen Erlebnisse des Arthur Gordon Pym lesen sollten
Horrorreise ans Ende der Welt
Man glaubt es kaum: Der Meister des Schreckens (nein, es ist nicht Stephen King gemeint) hat nur einen einzigen Roman veröffentlich. Die denkwürdigen Erlebnisse des Arthur Gordon Pym kommt als Tatsachenbericht daher, ist aber so haarsträubend, dass man schon schmunzeln muss, wenn man bedenkt, dass Poes Zeitgenossen vieles darin für bare Münze genommen haben. Der Held Arthur Gordon Pym, dessen Name wohl nicht zufällig so ähnlich wie Poes klingt, ist ein waghalsiger Abenteurer, der sich als blinder Passagier auf einen Walfänger schleusen lässt. Er verbringt mehrere Wochen quasi lebendig begraben im Bauch des Schiffes, während an Bord eine Meuterei ausbricht und ein scheußliches Gemetzel tobt. Pym gelingt es zwar, mit ein paar Getreuen das Schiff zurückzuerobern, aber ein entsetzlicher Sturm droht ihr Schicksal zu besiegeln. Erneut werden sie knapp gerettet – und schon folgt die nächste Katastrophe. Getreu dem Muster vieler Abenteuergeschichten stürzt der Held von einem unerhörten Ereignis ins nächste. Am Schluss dringt er sogar bis zum Südpol vor, und Poes Geschichte wandelt sich zur Offenbarung mystischer Geheimnisse. Für Freunde des gepflegten Horrors: Lesen!
Über den Autor
Edgar Allan Poe wird am 19. Januar 1809 in Boston geboren. Als er zwei Jahre alt ist, stirbt seine Mutter, der Vater hat sich schon vorher davongemacht. Als Vollwaise kommt Poe in die Familie des schottischen Tabakhändlers John Allan nach Richmond in Virginia. Auch wenn es oftmals Krach zwischen Pflegesohn und -vater gibt, nimmt Poe aus Dankbarkeit Allans Namen als seinen zweiten Vornamen an. Nach der Schulausbildung in Schottland, England und Richmond immatrikuliert sich Poe 1826 an der Universität von Virginia. Doch noch im gleichen Jahr bricht er das Studium ab. Ein Streit mit seinem Ziehvater führt dazu, dass Poe mittellos das Haus von Allan verlassen muss und nach Boston übersiedelt. Hier kommt es zu seinen ersten literarischen Gehversuchen. Er lebt in Baltimore bei seiner Tante Maria Clemm. Die wieder einsetzenden Zuwendungen Allans ermöglichen Poe den Besuch der Militärakademie von Westpoint. Im März 1831 wird er wegen dienstlicher Verfehlungen entlassen. Poe schreibt Gedichte und versucht sich an kurzen Prosageschichten, die er vor allem in Zeitungen veröffentlicht. Mit MS. Found in a Bottle (Das Manuskript in der Flasche, 1833) gewinnt er einen lokalen Literaturwettbewerb. 1835–1837 ist er Herausgeber des Southern Literary Messenger und macht sich einen Namen als strenger Kritiker. Poe wird bekannt für seine meist mysteriösen Geschichten, kann aber kaum von seiner Schriftstellerei leben und schlägt sich in verschiedenen Städten bei unterschiedlichen Zeitungen durch. Er gilt als Erfinder der Detektivgeschichte und wichtiger Autor der fantastischen Literatur. Zu seinen bekanntesten Erzählungen zählen: The Fall of the House of Usher (Der Untergang des Hauses Usher, 1839), The Murders in the Rue Morgue (Der Doppelmord in der Rue Morgue, 1841) und The Pit and the Pendulum (Die Grube und das Pendel, 1842). Ein Überraschungserfolg wird 1845 das Gedicht The Raven (Der Rabe). Danach wird Poe zu vielen Lesungen und Vorträgen eingeladen. Als seine junge Frau Virginia Clemm, die er 1836 geheiratet hat, 1847 stirbt, verschlechtern sich auch Poes eigene Gesundheitsprobleme, noch verstärkt durch seinen Alkohol- und Drogenkonsum. Sein Tod ist bis heute ungeklärt: Alkoholvergiftung, Tollwut oder ein Verbrechen sind die verbreitetsten Vermutungen. Er stirbt am 7. Oktober 1849 in Baltimore, nachdem er mehrere Tage in verwirrtem Zustand im Krankenhaus gelegen hat.



