George Orwells meisterhafte Satire über das Misslingen einer Revolution: Die Tiere schütteln die Herrschaft des Menschen ab, doch bald etablieren die Schweine eine neue Schreckensherrschaft.
Warum Sie Farm der Tiere lesen sollten
Eine Satire auf das Scheitern einer Revolution
George Orwells Farm der Tiere wurde gelegentlich als Märchen für Kinder missverstanden. In Wahrheit ist es eine knallharte satirische Streitschrift gegen den Stalinismus. Erzählt wird der traurige Verlauf einer Revolution in Form einer Fabel: Bald nachdem die Tiere ihren Herrn vom Hof vertrieben haben, übernehmen die Schweine die Herrschaft. Mittels Propaganda und Terror zerstören sie systematisch alle Errungenschaften der Revolution und stellen das alte System aus Herrschertum und Knechtschaft wieder her. Am Schluss haben die Schweineführer die Gestalt der Menschen angenommen und unterdrücken die gewöhnlichen Tiere mit der Peitsche. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die pessimistische Parabel im Westen als antikommunistisches Lehrstück gefeiert und zum Standardwerk der politischen Erziehung erhoben. Dabei wollte Orwell eigentlich die perversen Auswüchse von Stalins Diktatur attackieren, um der wahren Idee des Sozialismus wieder zur Geltung zu verhelfen. Besonders lesenswert macht Farm der Tiere die Verbindung einer scharfen politischen Karikatur mit der Kindermärchensprache.
Über den Autor
George Orwell ist einer der meistgelesenen englischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Er wird am 25. Juni 1903 als Eric Arthur Blair im indischen Motihari geboren. Die Schule besucht er in den englischen Eliteinternaten Eastborn und Eton. Danach lässt er sich wie sein Vater und Großvater zum Polizeioffizier ausbilden und tritt dem britischen Kolonialdienst bei. Bis 1927 ist Orwell in Burma, dem heutigen Myanmar, für die Indian Imperial Police tätig. Dann quittiert er den Dienst aus Protest gegen die kolonialistischen Methoden. In den folgenden Jahren schlägt sich Orwell in London und Paris durch. Er arbeitet als Tellerwäscher, Buchhandelsgehilfe, Lehrer und Journalist. 1933 erscheint sein erstes autobiographisches Buch über dieses Leben, Down and Out in Paris and London. 1936 reist Orwell als Reporter nach Barcelona, um über den Spanischen Bürgerkrieg zu berichten. Wie viele seiner Künstlerkollegen tritt er selbst den Internationalen Brigaden bei. Nach dem Sommer im Krieg kehrt er verwundet und desillusioniert nach England zurück, wo er seine Kampfgefährtin Eileen O’Shaughnessy heiratet. Nur ein Jahr später stirbt seine Frau. 1944 stellt Orwell Animal Farm fertig. Eine Veröffentlichung wird aber bis zum Ende des Krieges verhindert, weil die Kritik am verbündeten Stalin nicht opportun ist. 1948 schreibt der unabhängige Sozialist Orwell eine zweite Anti-Utopie mit erschreckend hoffnungslosem Ende, mit der er weltweit berühmt wird: 1984. In diesem Meisterwerk der politisch-philosophischen Science-Fiction wird Orwells pessimistisches Geschichtsbild, das in Farm der Tiere schon sichtbar ist, vervollständigt: Die Menschheit wird in 1984 durch "Big Brother" total kontrolliert und jeglicher Freiheit beraubt. Am 21. Januar 1950, nur ein Jahr nach seiner zweiten Heirat mit Sonia Mary Brownell, stirbt Orwell 46-jährig an Tuberkulose in London.
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