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Gargantua und Pantagruel

von Francois Rabelais

Insel, 1994

Kategorie: Fremdsprachige Belletristik

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Gargantua und Pantagruel
François Rabelais schickt die trinkfesten Riesen Gargantua und Pantagruel in derb-komische Abenteuer – ein Riesen-Spaß.

Warum Sie Gargantua und Pantagruel lesen sollten

Deftiger Riesenroman
François Rabelais hat sich seinen Ruf als „Zotenreißer, gottloser Spötter und grotesker Dreck-Apotheker“ (Hermann Hesse) redlich verdient. Sein Opus magnum Gargantua und Pantagruel aus dem 16. Jahrhundert schäumt geradezu über vor Lebenslust und derben Späßen in Fäkalsprache, Sauf- und Zechgelagen, plastisch ausgemalter Körperlichkeit und grotesken Situationen. Erzählt wird die Geschichte der beiden Riesen Gargantua und Pantagruel, eines Vater-Sohn-Gespanns, das ... – aber die äußere Handlung tut wenig zur Sache. Die Riesen sind lediglich Aufhänger für eine ins Gigantische gesteigerte Beschreibung von Obszönitäten, skurrilen Episoden und seltsamen Ereignissen. Abschweifung ist Programm: Die Reise zum Orakel der göttlichen Flasche, deren Schilderung immerhin drei der fünf Bücher ausmacht, gerät zu einer Aneinanderreihung der Lebensgewohnheiten bizarrer Inselbewohner. Hier paart Rabelais überbordende Sprachkunst mit beißendem Spott auf seine Zeitgenossen, die Justiz und die Kirche. Noch heute streiten die Forscher darüber, ob sich hinter dem lustvollen Riesenroman ein tieferer Sinn versteckt. Der Universalgelehrte Rabelais selbst hätte sicher einen Heidenspaß an der schon Jahrhunderte währenden Verwirrung, die er unter seinen Erben angerichtet hat.

Über den Autor

François Rabelais wird um 1494 in der Nähe des berühmten Weinortes Chinon südlich von Paris geboren. Seine Familie besitzt noch bäuerliche Wurzeln, ist aber bereits in den juristischen Beamtenstand der „robins“ aufgestiegen. Da er der Drittgeborene der Familie ist und sein Vater Streit um das Familienerbe vermeiden möchte, wird François für die kirchliche Laufbahn vorgesehen. 1511–1524 ist er Schüler bei den Franziskanern, später – weil er Griechisch gelernt hat, was diesen als Vorstufe zur Ketzerei gilt – bei den Benediktinern. So erhält er nicht nur eine gründliche theologisch-scholastische Ausbildung (u. a. Latein, Recht, Astronomie), sondern lernt auch neue humanistische Strömungen kennen, die den Menschen in den Mittelpunkt ihrer Lehre stellen. Rabelais studiert Naturwissenschaften und Medizin in Montpellier und praktiziert ab 1532 in Lyon als Arzt. Er führt Analysen des menschlichen Körpers durch und gilt als Spezialist für die Krankheiten Syphilis und Hysterie. Zudem entwickelt er Techniken, um Knochenbrüche zu behandeln, und verfasst medizinische Fachaufsätze darüber. Rabelais hat mit einer Witwe zwei uneheliche Kinder, die von Papst Paul III. 1540 legitimiert werden. Viele Reisen führen ihn durch halb Europa, wo er auch mit Königen und Kaisern zusammentrifft. Rabelais bildet sich zum „uomo universale“, zum Universalgelehrten, heran und veröffentlicht nicht nur Gargantua und Pantagruel, sondern auch zahlreiche juristische, archäologische, soziologische, medizinische und militärtechnische Abhandlungen. Er stirbt am 9. April 1553 in Paris. Kurz vor seinem Tod soll er seinem Gönner mitgeteilt haben, er würde nun ein großes „Vielleicht“ aufsuchen.


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