Navigation überspringen

Jahrmarkt der Eitelkeit

oder Ein Roman ohne Held

von William M. Thackerey

dtv, 2004

Kategorie: Fremdsprachige Belletristik

Get the summary
Jahrmarkt der Eitelkeit
Ein großes, ironisches Gemälde der englischen Gesellschaft Mitte des 19. Jahrhunderts.

Warum Sie Jahrmarkt der Eitelkeit lesen sollten

Bissig-ironisches Gesellschaftsbild
William M. Thackeray mochte keine romantischen Heldengestalten. Deshalb untertitelte er seinen 1847/48 erschienenen Gesellschaftsroman Jahrmarkt der Eitelkeit auch konsequenterweise als „Roman ohne Held“. Es geht darin weniger um eine durchkomponierte Geschichte mit klarem Aufbau und Happy End als um ein bissig-ironisches Porträt der englischen Gesellschaft im frühen 19. Jahrhundert. Ganz ohne Helden geht es aber doch nicht: Zwei Frauengestalten stehen im Mittelpunkt des Romans. Die erste ist die arme, aber gewitzte Becky Sharp, die nichts unversucht lässt, sich einen Platz in der besseren Gesellschaft zu erobern. Dafür scheut sie auch nicht vor allerlei Intrigen und Männergeschichten zurück. Am Ende stirbt ihr letzter Mann und hinterlässt ihr ein stattliches Vermögen, und der Leser ist versucht zu sagen: Genau das hat sie immer angestrebt. Die zweite ist Amelia Sedley, ein naives und anschmiegsames Frauchen, das durch den frühen Tod ihres Mannes in der Schlacht von Waterloo aus dem Wohlstand in die Mittellosigkeit abstürzt. Die Wege der beiden Frauen kreuzen sich an mehreren Stellen des Romans, der in seinem ironischen Erzählstil einen bunten Reigen der gesellschaftlichen Eitelkeiten enthüllt. Thackeray wurde durch den Roman zu einem der beliebtesten englischen Schriftsteller neben Charles Dickens.

Über den Autor

William Makepeace Thackeray wird am 18. Juli 1811 in Kalkutta geboren. Sein Vater ist ein hoher Kolonialbeamter im Dienst der Ostindienkompanie. Doch schon 1817 stirbt er, und der junge Thackeray wird nach England gebracht. In London besucht er die renommierte Charterhouse-Schule. 1829 geht er ans Trinity College in Cambridge, wo er aber nur für ein Jahr studiert. Danach geht er auf Reisen durch Italien, Frankreich und Deutschland. In Weimar lernt er sogar Johann Wolfgang von Goethe kennen und erhält Gelegenheit, ihn zu zeichnen. Nach seiner Rückkehr beginnt er 1831 mit dem Studium der Rechtswissenschaften, bricht es jedoch ab, um sich verstärkt dem Journalismus zu widmen. Dabei geht sein ererbtes Vermögen verloren: Die Gründung zweier erfolgloser Zeitschriften und sein unglückliches Händchen bei Investitionen, Pferdewetten und Kartenspiel berauben ihn seiner Geldquelle. Thackeray reist erneut auf den Kontinent und studiert Kunst in Paris. Hier lernt er Isabella Shawe kennen, die er 1836 heiratet. Das frischgebackene Ehepaar zieht nach London. Isabella ist jedoch psychisch instabil und wird ab 1840 permanent in einer geschlossenen Anstalt untergebracht. Thackeray schreibt ab 1837 regelmäßig für Fraser’s Magazine und Punch. Neben Reiseberichten erscheinen hier seine größeren Arbeiten The Yellowplush Papers (Memoiren des Mr. C. J. Yellowplush, 1837) und Barry Lyndon (Die Memoiren des Junkers Barry Lyndon, 1844). Im Punch ist 1847/48 auch Vanity Fair (Jahrmarkt der Eitelkeit) zu lesen, der Roman, der Thackeray berühmt macht. Zum Jahreswechsel 1859/60 übernimmt er die Leitung des Cornwell Magazine. Hier soll sein letzter Roman Denis Duval erscheinen. Thackerays plötzlicher Tod an Heiligabend des Jahres 1863 vereitelt diesen Plan jedoch. Begraben wird er auf dem Friedhof von Kensal Green. Eine Ehrenbüste wird in der Abtei von Westminster aufgestellt.


Gefällt Ihnen diese Zusammenfassung?

Kommentar abgeben

Noch keine Kommentare – schreiben Sie den ersten!

Anmelden

Wollen Sie mehr?

Buch kaufen