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Kaltblütig

Wahrheitsgemäßer Bericht über einen mehrfachen Mord und seine Folgen

von Truman Capote

Kein & Aber, 2007

Kategorie: Fremdsprachige Belletristik

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Kaltblütig
Nichts ist so brutal wie die Realität. Dieses Prinzip machte sich Truman Capote zunutze: Sein Roman schildert detailgenau einen Mordfall und seine Aufklärung.

Warum Sie Kaltblütig lesen sollten

Roman eines realen Mordfalls
In einem kleinen Ort in Westkansas wird eines Nachts im Jahr 1959 eine Familie brutal ermordet. Es gibt kein erkennbares Motiv, die Polizei tappt im Dunkeln. Durch den Hinweis eines Gefängnisinsassen können die Täter schließlich doch dingfest gemacht werden. Bei beiden gibt es Anzeichen einer psychischen Störung, trotzdem werden sie zum Tod verurteilt und schließlich gehängt. Truman Capotes Roman Kaltblütig ist die authentische Darstellung dieses Mordfalls und seiner Aufklärung. Aus Dokumenten, Aussagen und Erinnerungen der Beteiligten setzt der Autor nicht nur mosaikartig den Ablauf der Ereignisse zusammen, sondern versucht auch die Persönlichkeit der Täter und ihre Vorgeschichte zu beleuchten. Damit gelingt ihm mehr als ein spannender Krimi. Das Buch geht dem Leser unter die Haut, weil es ein wirkliches Verbrechen schildert und weil es Capote gelingt, nicht nur die Opfer, sondern auch die Verbrecher in ihrer Menschlichkeit darzustellen. Ein beklemmender Roman, der als Vorläufer des „New Journalism“ in die Geschichte einging.

Über den Autor

Truman Capote, eine der schillerndsten Persönlichkeiten im Literaturbetrieb der USA nach dem Zweiten Weltkrieg, wird am 30. September 1924 als Truman Streckfus Parsons in New Orleans geboren. Die Ehe seiner Eltern ist zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon zerbrochen. Für ihren Sohn haben beide keine Zeit, der kleine Truman wird seiner Großmutter anvertraut. Nach der Scheidung der Eltern heiratet die Mutter 1932 Joseph Capote, holt den Sohn aber erst einige Zeit später zu sich. 1935 wird er von seinem Stiefvater adoptiert und nimmt dessen Namen an. Doch das Verhältnis zu seiner Mutter bleibt distanziert; bald kommt der Junge ins Internat. Dort macht er erste homosexuelle Erfahrungen. Schon mit acht Jahren hat er Schriftsteller werden wollen, und kaum hat er die Schule verlassen, setzt er diesen Plan in die Tat um. Bereits 1946 gelingt ihm der Durchbruch, als seine Erzählung Miriam mit dem O. Henry Award ausgezeichnet wird. Capote gilt als literarisches Wunderkind. Weiteren Ruhm bringen ihm der Roman Other Voices, Other Rooms (Andere Stimmen, andere Räume, 1948) sowie die Erzählungen The Grass Harp (Die Grasharfe, 1951) und Breakfast at Tiffany’s (Frühstück bei Tiffany, 1958). Damit etabliert sich der exzentrische junge Mann mit der kleinen Gestalt und der hohen Stimme, der sich offen zu seiner Homosexualität bekennt, in der amerikanischen Literaturszene. In Cold Blood (Kaltblütig, 1966), ein dem „New Journalism“ zugerechneter, literarisch aufbereiteter Mordfall, wird sein größter Erfolg – und zugleich sein letzter. Capote ist plötzlich reich und berühmt, aber dieser Ruhm überfordert ihn. Er veröffentlicht keine wichtigen Werke mehr, pflegt einen luxuriösen Lebensstil und wird alkohol- und drogenabhängig. Den angekündigten Schlüsselroman Answered Prayers (Erhörte Gebete) kann er über lange Jahre nicht fertigstellen. 1987 wird das Sittengemälde der High Society unvollendet veröffentlicht und führt u. a. zum Selbstmord der darin porträtierten Millionärswitwe Ann Woodward. Die letzten Lebensjahre Capotes sind von zunehmendem psychischem und körperlichem Verfall geprägt. Am 25. August 1984 stirbt er in Los Angeles an einer Überdosis Tabletten.


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