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König Lear

von William Shakespeare

dtv, 2002

Kategorie: Fremdsprachige Belletristik

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König Lear
Über die Schmerzgrenze: Zwei böse Töchter treiben König Lear in den Wahnsinn, und nicht nur sie sind am Ende tot.

Warum Sie König Lear lesen sollten

Die Urgewalt des Bösen
König Lear ist von allen Tragödien Shakespeares die grausamste – so entsetzlich sind die dargestellten Ereignisse, dass das Stück mehr als 150 Jahre lang lediglich in Softversionen gespielt wurde. Nicht nur, dass jemandem auf offener Szene die Augen ausgedrückt werden: Shakespeare gewährt dem Zuschauer auch keine Pause, keine einleuchtende Erklärung und keinen Trost in der sprachgewaltigen Darstellung eines übermächtigen Schmerzes, der König Lear erst den Verstand und schließlich das Leben kostet – und nicht nur ihn. Bei alledem geht es nicht so sehr um psychologisch glaubwürdige Motive, sondern vielmehr um das Böse als Urgewalt, als fatale Fehleinrichtung der Welt. Wenn die Übeltäter sich schließlich in ihren Intrigen verheddern, bringen sie auch alle Guten zu Fall. Der Wahnsinn gewährt hierbei tiefere Einblicke ins menschliche Dasein als die Vernunft, und der Mensch ist da am menschlichsten, wo er wie der König erkennt, dass er nichts als ein Tier auf zwei Beinen ist.

Über den Autor

William Shakespeare kann ohne Übertreibung als der berühmteste und wichtigste Dramatiker der Weltliteratur bezeichnet werden. Er hat insgesamt 36 Theaterstücke und 154 Sonette verfasst. Geboren wird Shakespeare wahrscheinlich am 23. April 1564 in Stratford-upon-Avon als Sohn des Handschuhmachers und Bürgermeisters John Shakespeare; seine Mutter Mary Arden entstammt einer wohlhabenden Familie aus dem römisch-katholischen Landadel. 1582 heiratet er die acht Jahre ältere Anne Hathaway, Tochter eines Gutsbesitzers, mit der er drei Kinder zeugt: Susanna sowie die Zwillinge Hamnet und Judith. Um 1590 übersiedelt Shakespeare nach London, wo er sich in kurzer Zeit als Schauspieler und Bühnenautor einen Namen macht. Ab 1594 ist er Mitglied der Theatertruppe „Lord Chamberlain’s Men“, den späteren „King’s Men“, ab 1597 Teilhaber des „Globe Theatre“, das er liebevoll als „my wooden O“ (mein hölzernes O) bezeichnet und dessen kreisrunde Form einem griechischen Amphitheater nachempfunden ist, sowie ab 1608 des „Blackfriars Theatre“. 1597 erwirbt er ein Anwesen in Stratford und zieht sich vermutlich nach 1613 vom Theaterleben zurück. Er stirbt am 23. April 1616. Über Shakespeares Leben gibt es nur wenige Dokumente, weshalb sich seine Biografie lediglich bruchstückhaft nachzeichnen lässt. Immer wieder sind Vermutungen in die Welt gesetzt worden, wonach sein Werk oder Teile davon in Wahrheit aus einer anderen Feder stammen. Als Urheber wurden z. B. der Philosoph und Staatsmann Francis Bacon, der Dramatiker Christopher Marlowe und sogar Königin Elisabeth I. genannt. Den schlagenden Beweis für solche Hypothesen vermochte allerdings bis heute niemand zu erbringen. Heutige Forscher gehen mehrheitlich davon aus, dass Shakespeare der authentische und einzige Urheber seines literarischen Werkes ist.


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