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Liebende Frauen

von D. H. Lawrence

Diogenes, 2008

Kategorie: Fremdsprachige Belletristik

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Liebende Frauen
Wie kann man lieben, ohne im Klischee zu erstarren? Eine tabulose Erkundung moderner Seelen.

Warum Sie Liebende Frauen lesen sollten

Neue Liebesentwürfe
1916, mitten in den Kriegswirren, schrieb D. H. Lawrence einen komplexen Roman, in dem vom Krieg keine Spur zu finden ist, dafür aber die tiefe Überzeugung, dass die gesellschaftlichen Entwürfe der Vorkriegszeit endgültig zusammengebrochen sind. Zwei Schwestern erkunden Lebensperspektiven jenseits der üblichen Ehe, und zumindest einer von ihnen gelingt es am Ende, ihre Beziehung auf eine „höhere Ebene“ zu heben. Ein Schwanken zwischen Konvention und Moderne ist im Roman spürbar: Subtile psychische Vorgänge werden irritierend konventionell dargestellt; ein allwissender Erzähler hat beliebigen Zugang zum Bewusst- und Unterbewusstsein der Figuren, leuchtet dieses aber nicht kühl wissenschaftlich aus, sondern präsentiert es wie ein überengagierter Schullehrer. Heute würde man sagen: Ein strenger Lektor hätte dem Buch gut getan – und zwar nicht um es auf heikle Inhalte zu prüfen, wie dies bei der Veröffentlichung 1920 geschah.

Über den Autor

David Herbert Lawrence wird am 11. September 1885 in Eastwood in Nottinghamshire geboren. Er ist das vierte Kind von Arthur und Lydia Lawrence, einem Grubenarbeiter und einer ehemaligen Lehrerin. Er besucht die Highschool, verlässt die Schule jedoch mit 15 Jahren und findet Arbeit in einer Fabrik. Wegen seines schlechten Gesundheitszustands muss er dort bald wieder aufhören. Er fängt an zu unterrichten und bildet sich selbst weiter. 1905 beginnt er zu schreiben. Von 1906 bis 1908 wird Lawrence in Nottingham zum Lehrer ausgebildet. Er unterrichtet an der Grundschule in Croydon, muss seine Stelle aber nach langer Krankheit wieder aufgeben. 1912 lernt der schmächtige Lawrence, der kaum sexuelle Kontakte hat, die sinnliche Deutsche Frieda Weekley, geborene von Richthofen, kennen. Sie ist die Frau seines ehemaligen Professors. Frieda verlässt für den Dichter ihren Mann und ihre drei Kinder. Sie wird Lawrence’ Muse und heiratet ihn 1914. Während des Ersten Weltkriegs dürfen sie das Land wegen Spionageverdachts nicht verlassen. Lawrence leidet unter Tuberkulose und wird von Frieda immer wieder aufopferungsvoll gepflegt. Von 1919 an leben die beiden in Italien, den USA und Südfrankreich. Sie reisen nach Australien und Mexiko. Dort scheitert Lawrence damit, seinen Traum von einer idealen Kommune zu realisieren. Sein Gesundheitszustand verschlechtert sich. Ungeachtet dessen ist er literarisch äußerst produktiv: Neben zehn Romanen schreibt er Gedichte, Essays und Reiseberichte. Viele seiner Werke haben einen autobiografischen Bezug. Wie später in Lady Chatterley’s Lover (Lady Chatterleys Liebhaber) thematisiert er in den Romanen Sons and Lovers (Söhne und Liebhaber, 1913), The Rainbow (Der Regenbogen, 1915) und Women in Love (Liebende Frauen, 1920) den Konflikt zwischen Tradition und Moderne. Am 2. März 1930 stirbt er im Alter von 45 Jahren in einem Sanatorium in der Nähe von Nizza.


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