Der niederträchtige Jago treibt den schwarzen General Othello zu Mord und Selbstmord – eine von Shakespeares ganz großen Tragödien.
Warum Sie Othello lesen sollten
Shakespeares fi esester Intrigant
Das grünäugige Ungeheuer: So wird die Eifersucht in Shakespeares Othello bezeichnet. Und zwar von Jago, dem wohl fiesesten Intriganten im umfangreichen Werk des Engländers. Jago ist der Fähnrich des schwarzen Generals Othello in Venedig und will seinen Herrn in das klebrige Netz jenes grünäugigen Monsters Eifersucht locken. Neid und Missgunst bestimmen sein Handeln, und mit seiner verlogenen Art spinnt er eine niederträchtige Intrige, in die sich der gutgläubige und edle Othello prompt verwickelt. Jago flüstert seinem General ein, dass ihm seine Frau Desdemona nicht treu sei, und hat schnell schlagende Indizien bei der Hand, darunter ein verräterisches Taschentuch, das der Bösewicht freilich selbst in den Besitz des Leutnants Cassio gespielt hat. So nimmt das Schicksal seinen Lauf: Othello schluckt das Gift der Eifersucht, und am Ende sind – typisch Shakespeare – so gut wie alle Hauptpersonen tot. Die Tragödie gehört zu den beliebtesten Bühnenwerken des englischen Dramatikers und hat neben drei Opern unzählige Verfilmungen und Adaptionen inspiriert.
Über den Autor
William Shakespeare kann ohne Übertreibung als der berühmteste und wichtigste Dramatiker der Weltliteratur bezeichnet werden. Er hat insgesamt 36 Theaterstücke und 154 Sonette verfasst. Geboren wird Shakespeare wahrscheinlich am 23. April 1564 in Stratford-upon-Avon als Sohn des Handschuhmachers und Bürgermeisters John Shakespeare; seine Mutter Mary Arden entstammt einer wohlhabenden Familie aus dem römisch-katholischen Landadel. 1582 heiratet er die acht Jahre ältere Anne Hathaway, Tochter eines Gutsbesitzers, mit der er drei Kinder zeugt: Susanna sowie die Zwillinge Hamnet und Judith. Um 1590 übersiedelt Shakespeare nach London, wo er sich in kurzer Zeit als Schauspieler und Bühnenautor einen Namen macht. Ab 1594 ist er Mitglied der Theatertruppe „Lord Chamberlain’s Men“, den späteren „King’s Men“, ab 1597 Teilhaber des „Globe Theatre“, das er liebevoll als „my wooden O“ (mein hölzernes O) bezeichnet und dessen kreisrunde Form einem griechischen Amphitheater nachempfunden ist, sowie ab 1608 des „Blackfriars Theatre“. 1597 erwirbt er ein Anwesen in Stratford und zieht sich vermutlich nach 1613 vom Theaterleben zurück. Er stirbt am 23. April 1616. Über Shakespeares Leben gibt es nur wenige Dokumente, weshalb sich seine Biografie lediglich bruchstückhaft nachzeichnen lässt. Immer wieder sind Vermutungen in die Welt gesetzt worden, wonach sein Werk oder Teile davon in Wahrheit aus einer anderen Feder stammen. Als Urheber wurden z. B. der Philosoph und Staatsmann Francis Bacon, der Dramatiker Christopher Marlowe und sogar Königin Elisabeth I. genannt. Den schlagenden Beweis für solche Hypothesen vermochte allerdings bis heute niemand zu erbringen. Heutige Forscher gehen mehrheitlich davon aus, dass Shakespeare der authentische und einzige Urheber seines literarischen Werkes ist.
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