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Penthesilea

Ein Trauerspiel

von Heinrich von Kleist

dtv, 1998

Kategorie: Deutschsprachige Belletristik

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Penthesilea
Ein Stück wie ein Sturmangriff: Liebe und Hass prallen nirgends so drastisch aufeinander wie in Kleists Meisterwerk.

Warum Sie Penthesilea lesen sollten

Die Vermählung von Liebe und Gewalt
Kleists Drama Penthesilea, obwohl im Dunstkreis des Trojanischen Krieges angesiedelt, kommt doch so völlig unklassisch daher, dass nicht nur Kleists Zeitgenosse Goethe sich vor den Kopf gestoßen fühlte. Der Krieg zwischen Griechen und Trojanern ist in vollem Gange, als sich plötzlich die Amazonen, ein Volk von reitenden, Bogen schießenden Frauen, in die Auseinandersetzung einmischt. Sie kämpfen nicht, um zu töten, sondern um männliche Gefangene zu machen, die ihnen bei der Fortpflanzung helfen sollen. An der Spitze der Amazonen: Königin Penthesilea. Sie hat es besonders auf den prächtigen Achilles abgesehen. Sie liebt ihn. Er liebt sie. Und dennoch können sie nicht zueinander kommen. Das Gesetz der Amazonen schreibt Penthesilea vor, dass sie den Liebsten erst im Kampf überwinden muss, bevor sie ihm auch ihre zärtliche Seite offenbaren darf. Doch leider ist es Achilles, der sie besiegt. So nimmt das Unglück seinen Lauf. Am Ende des Dramas zeigt Kleist drastisch, was passieren kann, wenn eine Frau ihren Liebsten "zum Fressen gern" hat. Liebe und Gewalt: Dass man sie verwechseln kann und dabei den Verstand verliert, konnten Kleists Zeitgenossen nicht begreifen. Heutige, psychologisch gebildete Leser sehen das sicher ganz anders.

Über den Autor

Heinrich von Kleist wird am 18. Oktober 1777 in Frankfurt an der Oder geboren, er stammt aus einer preußischen Offiziersfamilie. Als junger Leutnant nimmt er im ersten Koalitionskrieg gegen Napoleon, an der Belagerung von Mainz und am Rheinfeldzug (1793–1795) teil. Bald fühlt er sich vom Offiziersberuf abgestoßen und wendet sich der Wissenschaft zu. Beim Studium von Kants Philosophie erkennt er 1801, dass er nicht zum Gelehrten, sondern zum Dichter geschaffen ist. Kleists Versuche, durch eine Anstellung beim preußischen Staat oder durch journalistische Tätigkeit eine Lebensgrundlage zu finden, schlagen fehl. Auch seine Theaterstücke, die heute weltberühmt sind, bleiben erfolglos. Kleist sieht in der Bühnendichtung das ideale Genre für die Abbildung des wirklichen Lebens in der Literatur. Von 1801 bis 1811 entstehen u. a. die Tragödien Die Familie Schroffenstein (1803), Robert Guiskard und Penthesilea (beide 1808), außerdem Das Käthchen von Heilbronn (1808), Die Hermannsschlacht (1821 posthum erschienen) sowie die Komödien Amphitryon (1807) und Der zerbrochne Krug (1808). In dieser Zeit erscheinen auch die Erzählungen Die Marquise von O.... (1808), Das Bettelweib von Locarno (1810) und Die Verlobung in St. Domingo (1811). 1810 verweigert der preußische Staat Kleist eine Pension. Auch aus dem Königshaus erhält er keine Anerkennung, obwohl er der Schwägerin des Königs das patriotische Stück Prinz Friedrich von Homburg widmet. Dennoch ist es wohl weniger äußere Bedrängnis als innere Seelennot, die Kleist schließlich in den Freitod treibt. Am 21. November 1811 erschießt er zunächst seine unheilbar kranke Freundin Henriette Vogel und danach sich selbst am Wannsee in Berlin.


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