Warum Sie Romeo und Julia lesen sollten
Tragödie eines Liebespaares
William Shakespeares Romeo und Julia ist die berühmteste und beliebteste Liebestragödie der Weltliteratur, auch heute noch, mehr als 400 Jahre nach ihrer Entstehung. Sie handelt von der Liebe zweier junger Menschen im italienischen Verona, einer Liebe, die von Anfang an unter einem schlechten Stern steht: Denn Romeo und Julia sind Sprösslinge zweier verfeindeter Familien. In einer spannungsgeladenen Atmosphäre setzen sie ihre bedingungslose Liebe den familiären und gesellschaftlichen Zwängen entgegen – und ziehen am Ende den Selbstmord jedem Kompromiss vor. Der Tod verleiht ihrer idealistischen Liebe etwas Absolutes und bewirkt eine Läuterung der Gesellschaft: Die beiden Familien versöhnen sich unter dem Eindruck der tragischen Ereignisse am Ende. Die beiden Hauptfiguren entwickeln sich im Laufe des weniger als fünf Tage umfassenden Geschehens von schwärmerisch-jugendlichen Verliebten zu selbstbewussten Persönlichkeiten. Das Stück wurde schon zu Shakespeares Zeit häufig gespielt, es erfuhr viele Bearbeitungen und wurde zur Grundlage zahlreicher Novellen, Musikkompositionen und Verfilmungen. Romeo und Julia gilt als zeitlos – obwohl Shakespeares zahlreiche Wortspiele (viele davon sexuell-obszöner Natur) für heutige Leser nicht ohne Weiteres verständlich sind.
Über den Autor
William Shakespeare kann ohne Übertreibung als der berühmteste und wichtigste Dramatiker der Weltliteratur bezeichnet werden. Er hat insgesamt 36 Theaterstücke und 154 Sonette verfasst. Geboren wird Shakespeare wahrscheinlich am 23. April 1564 in Stratford-upon-Avon als Sohn des Handschuhmachers und Bürgermeisters John Shakespeare; seine Mutter Mary Arden entstammt einer wohlhabenden Familie aus dem römisch-katholischen Landadel. 1582 heiratet er die acht Jahre ältere Anne Hathaway, Tochter eines Gutsbesitzers, mit der er drei Kinder zeugt: Susanna sowie die Zwillinge Hamnet und Judith. Um 1590 übersiedelt Shakespeare nach London, wo er sich in kurzer Zeit als Schauspieler und Bühnenautor einen Namen macht. Ab 1594 ist er Mitglied der Theatertruppe „Lord Chamberlain’s Men“, den späteren „King’s Men“, ab 1597 Teilhaber des „Globe Theatre“, das er liebevoll als „my wooden O“ (mein hölzernes O) bezeichnet und dessen kreisrunde Form einem griechischen Amphitheater nachempfunden ist, sowie ab 1608 des „Blackfriars Theatre“. 1597 erwirbt er ein Anwesen in Stratford und zieht sich vermutlich nach 1613 vom Theaterleben zurück. Er stirbt am 23. April 1616. Über Shakespeares Leben gibt es nur wenige Dokumente, weshalb sich seine Biografie lediglich bruchstückhaft nachzeichnen lässt. Immer wieder sind Vermutungen in die Welt gesetzt worden, wonach sein Werk oder Teile davon in Wahrheit aus einer anderen Feder stammen. Als Urheber wurden z. B. der Philosoph und Staatsmann Francis Bacon, der Dramatiker Christopher Marlowe und sogar Königin Elisabeth I. genannt. Den schlagenden Beweis für solche Hypothesen vermochte allerdings bis heute niemand zu erbringen. Heutige Forscher gehen mehrheitlich davon aus, dass Shakespeare der authentische und einzige Urheber seines literarischen Werkes ist.
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