Der Stoff, aus dem die Hochzeitsträume sind: Jane Austens Klassiker begegnet uns noch heute in vielen Liebeskomödien. Warum nicht einmal mehr über das Original erfahren?
Warum Sie Stolz und Vorurteil lesen sollten
Vorbild vieler Liebeskomödien Jane Austens beliebtester Roman Stolz und Vorurteil ist eine Umkehrung des Motivs von der Liebe auf den ersten Blick: Fitzwilliam Darcy sieht Elisabeth Bennet auf einem Ball und ist zunächst nur mäßig beeindruckt – während sie ihn überhaupt nicht ausstehen kann. Erst nach unzähligen Missverständnissen und dem Sieg über Stolz und Vorurteile finden die beiden zueinander. Austen zeichnet mit ihrem Roman ein detailliertes Gesellschaftsporträt ihrer Zeit. Die begrenzte Welt des Landadels und des Handelsbürgertums in England zu Beginn des 19. Jahrhunderts erscheint dabei wie unter einem Brennglas. Mit Witz und Ironie nimmt die Autorin die Heuchelei und Beschränktheit ihrer Mitmenschen aufs Korn. Und sie schildert sehr einfühlsam das verzweifelte Los der Frauen, deren einzige Chance damals darin bestand, sich gut zu verheiraten – was der Pfarrerstochter Jane Austen übrigens nicht gelang. Zum Glück, möchte man fast meinen, denn sonst hätte sie vielleicht ihre wunderbaren Romane nicht geschrieben, die das Grundmuster so mancher Liebeskomödie abgegeben haben: Bridget Jones und der Bollywood-Blockbuster Bride and Prejudice sind nur die jüngsten Beispiele für Austens anhaltenden Einfluss; als Vorlage für Remakes ist sie derzeit populärer als Shakespeare. Kein Wunder, denn eine Kunst beherrschte sie virtuos: ihre Leser glänzend zu unterhalten.
Über die Autorin
Jane Austen wird am 16. Dezember 1775 als siebtes Kind des Pfarrers George Austen und seiner Frau Cassandra in Steventon, Hampshire, geboren. Sie und ihre ältere Schwester Cassandra, der sie sehr nahesteht, erhalten nur eine grundlegende Schulbildung von etwa fünf Jahren. Anschließend bilden sie sich zu Hause in Malerei, Klavierspielen und vor allem in der umfangreichen Bibliothek ihres Vaters weiter. Jane fängt bereits mit zwölf Jahren an zu schreiben. In dieser Zeit entstehen zahlreiche Jugendwerke, die sie später überarbeitet. Zwischen 1795 und 1799 schreibt sie an frühen Fassungen ihrer erst später veröffentlichten Romane.
Zeitgenossen beschreiben die junge Jane als begeisterte Tänzerin und Theaterbesucherin. Sie hat einige Verehrer, scheint jedoch nicht besonders am Heiraten interessiert zu sein. Wie ihre Schwester Cassandra bleibt sie ledig. Als ihr Vater 1805 stirbt, sind die Schwestern und die Mutter finanziell von Janes Brüdern abhängig. Häufige Wohnortwechsel zwischen Bath, London, Clifton, Warwickshire und Southampton sowie kürzere Aufenthalte bei mehreren Verwandten prägen diese Zeit. 1809 lassen sich die drei Frauen schließlich in dem Dorf Chawton, Hampshire, nieder. Die wiedergefundene Stabilität weckt in Jane neue kreative Kräfte. Sie bereitet Sense and Sensibility (Verstand und Gefühl, 1811) sowie Pride and Prejudice (Stolz und Vorurteil, 1813) zur Veröffentlichung vor. 1814 erscheint Mansfield Park und 1816 Emma. Jane Austen ist zu diesem Zeitpunkt bereits eine viel gelesene, wenn auch anonyme Autorin. Sie stirbt im Alter von 41 Jahren am 18. Juli 1817, wahrscheinlich an der Addison-Krankheit, deren Ursache damals unbekannt und die nicht behandelbar ist. Die Romane Persuasion (Überredung) und Northanger Abbey (Die Abtei von Northanger) erscheinen posthum im Jahr 1818. Erst zu diesem Zeitpunkt gibt Janes Bruder Henry die Urheberschaft aller sechs Werke bekannt.
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