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Viel Lärm um nichts

von William Shakespeare

London 1600
Diese Ausgabe: dtv, 2010

Kategorie: Fremdsprachige Belletristik

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Viel Lärm um nichts
Kampf der Geschlechter, einmal witzig, einmal grausam.

Warum Sie Viel Lärm um nichts lesen sollten

Elisabethanische Beziehungsmodelle
Shakespeares Komödie Viel Lärm um nichts – zwei sich findende Paare sind Zielscheibe von insgesamt acht Intrigen, wohlmeinenden wie übelwollenden – verdankt ihren Erfolg vor allem der Nebenhandlung: Beatrice und Benedikt, die sich im ironischen Schlagabtausch erst necken, finden schließlich zueinander. Überhaupt nicht komisch und schwieriger nachvollziehbar ist die Haupthandlung: Claudio verliebt sich in Hero, wird von Schurken in die Irre geführt, verstößt seine Geliebte und bekommt sie schließlich, obwohl kaum geläutert, wieder. Indem Shakespeare seine konventionellen Hauptfiguren neben dem geistvollen, selbstironischen Benedikt und der schlagfertigen, unabhängigen Beatrice ziemlich blass aussehen lässt, ergreift er sozusagen Partei für das Modell einer gleichberechtigten Partnerschaft. Das Befremden, das Claudios Verhalten beim Leser auslöst, wäre somit beabsichtigt – durchaus möglich, dass Shakespeare das patriarchalische Muster mit seiner Überwertung weiblicher Jungfräulichkeit und den daran geknüpften Vorstellungen von männlicher Ehre bewusst ins Lächerliche zieht. Klar ist: Die Lacher sind auf der Seite der umstürzlerisch Liebenden; ihnen legt Shakespeare ein Feuerwerk an Sprachwitz in den Mund.

Über den Autor

William Shakespeare kann ohne Übertreibung als der berühmteste und wichtigste Dramatiker der Weltliteratur bezeichnet werden. Er hat insgesamt 36 Theaterstücke und 154 Sonette verfasst. Geboren wird Shakespeare wahrscheinlich am 23. April 1564 in Stratford-upon-Avon als Sohn des Handschuhmachers und Bürgermeisters John Shakespeare; seine Mutter Mary Arden entstammt einer wohlhabenden Familie aus dem römisch-katholischen Landadel. 1582 heiratet er die acht Jahre ältere Anne Hathaway, Tochter eines Gutsbesitzers, mit der er drei Kinder zeugt: Susanna sowie die Zwillinge Hamnet und Judith. Um 1590 übersiedelt Shakespeare nach London, wo er sich in kurzer Zeit als Schauspieler und Bühnenautor einen Namen macht. Ab 1594 ist er Mitglied der Theatertruppe „Lord Chamberlain’s Men“, den späteren „King’s Men“, ab 1597 Teilhaber des „Globe Theatre“, das er liebevoll als „my wooden O“ (mein hölzernes O) bezeichnet und dessen kreisrunde Form einem griechischen Amphitheater nachempfunden ist, sowie ab 1608 des „Blackfriars Theatre“. 1597 erwirbt er ein Anwesen in Stratford und zieht sich vermutlich nach 1613 vom Theaterleben zurück. Er stirbt am 23. April 1616. Über Shakespeares Leben gibt es nur wenige Dokumente, weshalb sich seine Biografie lediglich bruchstückhaft nachzeichnen lässt. Immer wieder sind Vermutungen in die Welt gesetzt worden, wonach sein Werk oder Teile davon in Wahrheit aus einer anderen Feder stammen. Als Urheber wurden z. B. der Philosoph und Staatsmann Francis Bacon, der Dramatiker Christopher Marlowe und sogar Königin Elisabeth I. genannt. Den schlagenden Beweis für solche Hypothesen vermochte allerdings bis heute niemand zu erbringen. Heutige Forscher gehen mehrheitlich davon aus, dass Shakespeare der authentische und einzige Urheber seines literarischen Werkes ist.


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