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Vom Gesellschaftsvertrag

oder Die Grundlagen des politischen Rechts

von Jean-Jacques Rousseau

Insel, 2000

Kategorie: Philosophie

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Vom Gesellschaftsvertrag
Rousseaus bahnbrechendes Werk der Staatsphilosophie: Die Vision eines Staates, dessen Bürger auf persönliche Macht verzichten, um gemeinsam zu regieren.

Warum Sie Vom Gesellschaftsvertrag lesen sollten

Ein Grundlagenwerk der Demokratie
Rousseaus Gesellschaftsvertrag ist der höchst originelle Entwurf einer radikal neuen Staatsverfassung. Er ist ebenso sehr theoretische Abhandlung wie politisches Manifest. Schon die Idee, ein Staat könne als Ergebnis eines Vertrags aufgefasst werden, der auf einer Vereinbarung gleichberechtigter Partner beruht, barg damals ungeheure Sprengkraft. Rousseau entwickelt seine Vision mit argumentativer Brillanz und radikaler Konsequenz. Er geht von der Überzeugung aus, dass jeder Mensch eine natürliche Würde besitzt, ein Recht auf Selbstbestimmung und auf Gleichheit - womit nicht unbedingt materielle Gleichheit gemeint ist, sondern zumindest die gleiche Chance auf Entwicklung. Eine gerechte Regierungsform kann nur entstehen, wenn sich die Bürger freiwillig und aus einer tiefen Einsicht heraus zusammenschließen. Dieser Appell an Freiheit und Verantwortung bedeutete eine scharfe Kritik an den bestehenden monarchistischen Verhältnissen, die geprägt waren von der allgegenwärtigen Macht des Königs und der ihn stützenden katholischen Kirche. Solche Kritik wurde damals zwar von vielen klugen Köpfen geäußert, meist aber in der intellektuellen, vernunftbetonten Sprache des Rationalismus. Rousseau brachte einen ganz neuen Ton in den Diskurs, indem er auf der Berechtigung des Gefühls beharrte und dadurch Aufklärung und Emotion verband.

Über den Autor

Jean-Jacques Rousseau wird am 28. Juni 1712 als Sohn einer protestantischen Familie französischer Herkunft in Genf geboren. Die Mutter stirbt zehn Tage nach der Geburt, der in seinen Fantastereien gefangene Vater, ein Uhrmacher, kümmert sich wenig um seinen Sohn und vertraut ihn schließlich einem Pfarrer an. Obwohl Jean-Jacques nicht zur Schule geht, lernt er sehr früh lesen und wird zunächst Lehrling bei einem Graveur, später bei einem Gerichtsschreiber. Mit 16 Jahren geht er auf Wanderschaft, wobei er in Savoyen bei der frommen Madame de Warens unterkommt, die einen prägenden Einfluss auf ihn ausübt, ihn zum Katholizismus bekehrt und ihn in die Geheimnisse der Liebe einführt. In seinen Confessions (Bekenntnisse) nennt er sie gar „Mama“. Rousseau beginnt Ausbildungen in einem Priesterseminar und bei einem Musiklehrer, bricht jedoch beide ab. Später geht er nach Paris, wo er ein karges Leben als Hauslehrer und Kopist von Partituren fristet. Er verkehrt in Intellektuellenkreisen und liiert sich mit der Dienstmagd Thérèse Levasseur, die er erst 23 Jahre später heiratet. Die fünf gemeinsamen Kinder gibt das Paar in einem Waisenhaus ab. Während eines kurzen Aufenthaltes in Genf nimmt Rousseau die zuvor verlorene Bürgerschaft der Stadt wieder an. Gleichzeitig schwört er dem Katholizismus ab. Rousseau macht sich durch seine gesellschaftstheoretischen Schriften einen Namen und schreibt zwischen 1756 und 1762 seine erfolgreichsten und wirkungsmächtigsten Werke, darunter Julie ou la Nouvelle Héloïse (Julie oder Die neue Héloïse), Emile und das staatsphilosophische Werk Du contrat social (Vom Gesellschaftsvertrag). Das Pariser Parlament verurteilt Emile wegen ketzerischer Ansichten, und in Genf wird das Buch gemeinsam mit Vom Gesellschaftsvertrag öffentlich verbrannt. Rousseau, der mit der Pariser Intellektuellenszene endgültig gebrochen hat und zunehmend an Verfolgungswahn leidet, geht wieder auf Wanderschaft: Er hält sich in der Schweiz, in Preußen und auf Einladung von David Hume in London auf, um schließlich unter dem Decknamen Renou nach Paris zurückzukehren. 1778 ist er Gast des Marquis de Girardin auf Schloss Ermenonville, wo er am 2. Juli stirbt. 1794 werden seine Gebeine ins Pariser Panthéon übergeführt.


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