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Zum Leuchtturm

von Virginia Woolf

S. Fischer, 2002

Kategorie: Fremdsprachige Belletristik

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Zum Leuchtturm
Virginia Woolfs Roman stellt die bange Frage: Was bleibt? – und ist dabei selbst längst zu einem Klassiker der Moderne geworden.

Warum Sie Zum Leuchtturm lesen sollten

Eine Elegie an die Kindheit
Die erschütterndsten Dramen dieser Welt spielen sich im Innern der Menschen ab. Davon war Virginia Woolf überzeugt, und in keinem Werk setzte sie ihre künstlerische Vision so radikal um wie in Zum Leuchtturm. Der Inhalt: Ein kleiner Junge träumt von einer Fahrt zum Leuchtturm. Doch es droht zu regnen und der Ausflug kommt erst zehn Jahre später zustande. Um dieses dürre Gerüst wickeln sich die ununterbrochen strömenden Gedanken, Erinnerungen und Fantasien der Romanfiguren. Es gibt kaum ein existenzielles Thema, an dem nicht irgendein flüchtiger Gedanke hängen bliebe: Tod und Vergänglichkeit, die Rolle der Frau, das Wesen der Kunst und die Subjektivität der Wirklichkeit. All das klingt nicht nur sehr abstrakt, sondern ist es auch. Dennoch wirken Mr und Mrs Ramsay, ihre Kinder und Gäste authentisch – sie entstammen weitgehend den Kindheitserinnerungen der Autorin. Das Buch half ihr „wie ein Psychoanalytiker“, sich von der Fixierung auf die früh verstorbenen Eltern zu befreien. Einmal überlegte Woolf, es „Elegie“ (Trauergesang) statt „Roman“ zu nennen – ein passender Begriff für ihre rhythmisch-poetische Sprache und den melancholischen Klang der Gesamtkomposition.

Über den Autor

Virginia Woolf wird am 25. Januar 1882 in London als Adeline Virginia Stephen geboren. Die junge Virginia besucht keine Schule, wird aber zu Hause von ihrem Vater unterrichtet und hat Zugang zu dessen umfangreicher Bibliothek. In dieser Zeit reift in ihr der Wunsch, Schriftstellerin zu werden. Doch zunächst führen einige Todesfälle in ihrer Familie dazu, dass Virginia mehrere Nervenzusammenbrüche erleidet: Als sie 13 ist, stirbt die Mutter, zwei Jahre darauf die Halbschwester und neun Jahre später der Vater. 1906 erliegt ihr ältester Bruder Thoby dem Typhus. Virginia bleibt in dem von Thoby gegründeten Bloomsbury-Zirkel aktiv und beginnt, Kritiken für Zeitschriften und Zeitungen zu schreiben. Nachdem der Schriftsteller Leonard Woolf ihr Anfang 1912 einen Heiratsantrag gemacht hat, erkrankt sie erneut psychisch. Vier Monate später nimmt sie den Antrag an, unternimmt aber schon kurz nach der Heirat einen Selbstmordversuch. Ihre Ehe beschreibt sie dennoch als glücklich. Leonard erweist sich als intellektuell ebenbürtiger, rücksichtsvoller Ehemann, der für ihre gelegentlichen Affären mit Frauen Verständnis aufbringt. 1915 erscheint Virginias erster Roman The Voyage Out (Die Fahrt hinaus). Zwei Jahre später gründet das Ehepaar einen eigenen Verlag, die Hogarth Press. Virginia verabschiedet sich ganz von konventionellen literarischen Formen und experimentiert in Jacob’s Room (Jakobs Raum, 1922) und Mrs Dalloway (1925) mit der Technik des Bewusstseinsstroms, die sie in dem autobiografischen Werk To the Lighthouse (Zum Leuchtturm, 1927) perfektioniert. Den humorvollen Roman Orlando (1928) widmet sie ihrer Geliebten Vita Sackville-West. Der 1929 erschienene Aufsatz A Room of One's Own (Ein Zimmer für sich allein), in dem sie sich mit den Arbeitsverhältnissen von Schriftstellerinnen beschäftigt, wird später zu einem Klassiker der Frauenbewegung. Trotz immer wiederkehrender schwerer Depressionen arbeitet sie weiter an ihrem umfangreichen Werk. Am 28. März 1941 ertränkt sie sich im Fluss Ouse in Sussex. In ihrem Abschiedsbrief an Leonard schreibt sie: „Alles, außer der Gewissheit Deiner Güte, hat mich verlassen. Ich kann dein Leben nicht länger ruinieren. Ich glaube nicht, dass zwei Menschen glücklicher hätten sein können, als wir gewesen sind.“


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