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Vom Kriege
Buch

Vom Kriege

Berlin, 1832–834
Diese Ausgabe: Rowohlt, 1963 Mehr

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Literatur­klassiker

  • Politik
  • Aufklärung

Worum es geht

Der Krieg als politisches Mittel

Während der preußische Generalmajor Carl von Clausewitz zwischen 1816 und 1830 an Vom Kriege schrieb, wusste er wohl, dass er damit sein persönliches Hauptwerk schuf. Dass er aber mit dem Text eines der einflussreichsten Werke zur Strategie schaffen würde, das bis ins beginnende 21. Jahrhundert hineinwirken würde, konnte er nicht ahnen. Vom Kriege blieb allerdings Fragment. Clausewitz starb zu früh, um es nach seinen Vorstellungen vollenden zu können. Umso unterschiedlicher wurde das Werk in der Folge interpretiert: Von Lenin und Che Guevara, über Ludendorff und Hitler, prägte Vom Kriege die Politik des 20. Jahrhunderts. Und selbst um 2000 orientierten sich führende Köpfe der US-Regierung an Clausewitz, etwa bei der Planung des Irakkriegs. Ob sie dabei Clausewitz selbst immer gerecht wurden, ist bis heute umstritten. Klar ist jedoch, dass der belesene Soldat Clausewitz mit Vom Kriege eine Fundgrube strategischen Denkens vorgelegt hat, die auch heute noch nicht erschöpft ist und Militärs ebenso inspiriert wie Politiker und CEOs.

Zusammenfassung

Die Theorie des Krieges

Krieg ist die Anwendung physischer Gewalt in einem Zweikampf, bei dem jeder der beiden Kämpfenden dem anderen seinen Willen aufzwingen will. Das Ziel im Kampf besteht darin, den anderen wehrlos zu machen – er soll niedergeworfen werden, seine Streitkräfte zerstört und sein Wille gebrochen werden. Das Mittel dazu ist immer ein Gefecht, wobei die tatsächliche Vernichtung des Gegners nicht zwingend das Ziel des Gefechts sein muss. Entweder, sie ist nur Mittel zum Zweck oder Nebensache – oder aber es kommt gar nicht erst zum Gefecht, weil bereits einer der Gegner von der Überlegenheit des anderen eingeschüchtert aufgibt. 

Keine menschliche Tätigkeit ist stärker vom Zufall geprägt als der Krieg. In der Praxis tauchen ständig Hindernisse auf, die bei den strategischen Diskussionen im Vorfeld nicht absehbar waren. Die Realität des Gefechts löst in Soldaten Angst aus und verändert ihr Handeln auf schwer vorhersagbare Weise. Zudem ist die Kommunikation im Krieg nicht verlässlich. Die Hauptaufgabe des Feldherrn besteht also darin, die Gefechtssituation trotz aller Unsicherheit so realistisch wie möglich einzuschätzen...

Über den Autor

Carl Philipp Gottlieb von Clausewitz, geboren als Clauswitz, kommt am 1. Juni 1780 in Burg bei Magdeburg zur Welt. Bereits 1792 tritt er ins 34. Preußische Infanterieregiment ein und kämpft gegen Frankreich. Nach dem Basler Frieden von 1795 bleibt er in der Nähe von Osnabrück und liest eifrig die deutschen Klassiker, Philosophie und Militärgeschichte. 1801 tritt Clausewitz in die Berliner Allgemeinen Kriegsschule ein, deren Unterricht im Geiste der Aufklärung steht. Während der Studienzeit beginnt er auch zu schreiben und zu publizieren. Danach wird er Adjutant von Prinz August von Preußen. Bei Hofe lernt er Marie von Brühl kennen, die er 1810 heiratet. Nach der Niederlage Preußens 1806 gegen Napoleon wird Clausewitz in Frankreich interniert und besucht unter anderem Paris. Ein Jahr später kehrt er nach Preußen zurück und beteiligt sich hoch motiviert an den Preußischen Heeresreformen. Ab 1809 ist er Büroleiter seines Lehrers und väterlichen Freundes Gerhard von Scharnhorst im Allgemeinen Kriegsdepartement des Kriegsministeriums. Hier beschäftigt er sich hauptsächlich mit Materialfragen. Seine theoretischen Studien verfolgt er ab 1810 als Professor an der Allgemeinen Kriegsschule. Außerdem wird er Erzieher der preußischen Kronprinzen. 1812 nimmt er als Stabsoffizier eines Kavalleriecorps am russischen Abwehrkampf gegen Napoleon teil. 1814 tritt er als Oberst wieder ins preußische Regiment ein und wird 1815 zum Stabschef sowie 1818 zum Generalmajor befördert. Im selben Jahr wird er auch Direktor der Allgemeinen Kriegsschule. Nun entstehen sein Hauptwerk Vom Kriege und zahlreiche militärhistorische Schriften. Am 16. November 1831 stirbt Clausewitz in Breslau.


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