Warum Sie Über die Grundlage der Moral lesen sollten
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Die Ethik des Mitleids
Arthur Schopenhauer ist bekannt für seinen nicht gerade zimperlichen Umgang mit seinen Philosophenkollegen. Immanuel Kant bildete eine Ausnahme: Dessen Werk schätzte Schopenhauer sehr. Das hielt ihn aber nicht davon ab, Kants Moralphilosophie Stück für Stück auseinanderzunehmen. Über die Grundlage der Moral beinhaltet ebendiese Auseinandersetzung mit Kants Ethik und dessen berühmter Formel des kategorischen Imperativs. Moralphilosophie, so Schopenhauer, soll dem Menschen nicht vorschreiben, was er zu tun hat. Es hat keinen Sinn, den Menschen belehren zu wollen, denn dieser wird vor allem vom Egoismus gelenkt und ist damit immun gegen philosophische oder theologische Belehrungen. Statt mit erhobenem Zeigefinger den Moralapostel zu spielen, setzt Schopenhauer auf die Beobachtung und Beschreibung des menschlichen Verhaltens. Dabei findet er etwas in der menschlichen Natur, was einen kleinen Trostschimmer in sein pessimistisches Weltbild wirft: das Mitleid. Die Fähigkeit, das Leid anderer Menschen (oder auch Tiere) zu teilen, macht für Schopenhauer die wahre Grundlage der Moral aus. |
Über den Autor
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Arthur Schopenhauer wird am 22. Februar 1788 in Danzig geboren. Als er fünf Jahre alt ist, zieht die Familie nach Hamburg um. Sein Vater gehört zu den königlichen Kaufleuten der Handelsstadt Danzig. Wie er soll auch der Sohn Kaufmann werden. Nach dem Unfalltod des Vaters 1805 führt Schopenhauer das Familiengeschäft drei Jahre lang weiter, empfindet die Tätigkeit jedoch als Qual. Er zieht daraus die Konsequenz und studiert Philosophie in Göttingen, wo er sich u. a. mit antiken Denkern und Kant beschäftigt. 1811 geht er nach Berlin und wird Schüler von Friedrich Schleiermacher und Johann Gottlieb Fichte. Zwei Jahre später stellt Schopenhauer seine Dissertation Über die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde fertig. Er zieht nach Weimar und schließlich nach Dresden und beschäftigt sich mit Goethes Farbenlehre, die er in einem Essay würdigt (Über das Sehn und die Farben, 1818). Neben dem Studium Kants und Platons beschäftigt sich Schopenhauer auch mit indischer Philosophie. In Dresden erscheint der erste Teil seines Hauptwerks Die Welt als Wille und Vorstellung. Im Anschluss daran macht Schopenhauer eine vierjährige Italienreise. Zurück in Deutschland beginnt er, an der Berliner Universität zu lehren. Seine Feindschaft gegen Hegel verleitet ihn dazu, jede seiner Vorlesungen zeitgleich mit denen seines Rivalen abzuhalten – was dazu führt, dass Hegels Vorlesungen voll, Schopenhauers jedoch weitgehend leer sind. Hegel fällt in Berlin einer Choleraepidemie zum Opfer, der Schopenhauer knapp entkommt, indem er nach Frankfurt am Main reist. Dank eines üppigen Erbes kann er sich hier der Verfassung seiner weiteren Schriften und dem tieferen Studium der buddhistischen und hinduistischen Philosophie sowie der Mystik widmen. 1844 erscheint der zweite Teil von Die Welt als Wille und Vorstellung. Arthur Schopenhauer stirbt am 21. September 1860 in Frankfurt am Main.
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