Warum Sie Die Welt als Wille und Vorstellung lesen sollten
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Philosophie des Pessimismus
Schopenhauer gehört zu den Poeten unter den Philosophen des Abendlandes. Wunderbare und einprägsame Formulierungen gibt es viele in seinem umfangreichen Hauptwerk Die Welt als Wille und Vorstellung. In Anlehnung an Kant untersucht Schopenhauer die Erkenntnisfähigkeit des Menschen und kommt zu dem Schluss, dass die ganze Welt bloße "Vorstellung" der Sinne sei und wir nichts über das wahre Wesen der Dinge erfahren könnten. Die treibende Kraft der Welt und des Lebens sei der "Wille", der völlig losgelöst von Zweck und Vernunft dafür sorge, dass Menschen und Tiere geboren werden, Bäume wachsen und Magneten sich nach Norden ausrichten. Mit dieser Theorie erschüttert Schopenhauer die vernunftzentrierte Aufklärungsphilosophie seines Vorbildes Kant: Wenn der Wille eine grundlos waltende Macht ist, bleibt kaum eine Hoffnung für den Menschen, und sein Dasein verwandelt sich in eine nie versiegende Quelle des Leidens. Dieser pessimistischen Weltsicht vermögen nur der Künstler und der Asket, der dem Kreislauf des Willens bewusst entsagt, zu entfliehen. Von seinen Zeitgenossen kaum beachtet, entfaltete Schopenhauers Philosophie ihre Kraft erst ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und beeinflusste Denker und Künstler wie Friedrich Nietzsche, Richard Wagner und Thomas Mann nachhaltig. |
Über den Autor
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Arthur Schopenhauer wird am 22. Februar 1788 in Danzig geboren. Als er fünf Jahre alt ist, zieht die Familie nach Hamburg um. Sein Vater gehört zu den königlichen Kaufleuten der Handelsstadt Danzig. Wie er soll auch der Sohn Kaufmann werden. Nach dem Unfalltod des Vaters 1805 führt Schopenhauer das Familiengeschäft drei Jahre lang weiter, empfindet die Tätigkeit jedoch als Qual. Er zieht daraus die Konsequenz und studiert Philosophie in Göttingen, wo er sich u. a. mit antiken Denkern und Kant beschäftigt. 1811 geht er nach Berlin und wird Schüler von Friedrich Schleiermacher und Johann Gottlieb Fichte. Zwei Jahre später stellt Schopenhauer seine Dissertation Über die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde fertig. Er zieht nach Weimar und schließlich nach Dresden und beschäftigt sich mit Goethes Farbenlehre, die er in einem Essay würdigt (Über das Sehn und die Farben, 1818). Neben dem Studium Kants und Platons beschäftigt sich Schopenhauer auch mit indischer Philosophie. In Dresden erscheint der erste Teil seines Hauptwerks Die Welt als Wille und Vorstellung. Im Anschluss daran macht Schopenhauer eine vierjährige Italienreise. Zurück in Deutschland beginnt er, an der Berliner Universität zu lehren. Seine Feindschaft gegen Hegel verleitet ihn dazu, jede seiner Vorlesungen zeitgleich mit denen seines Rivalen abzuhalten – was dazu führt, dass Hegels Vorlesungen voll, Schopenhauers jedoch weitgehend leer sind. Hegel fällt in Berlin einer Choleraepidemie zum Opfer, der Schopenhauer knapp entkommt, indem er nach Frankfurt am Main reist. Dank eines üppigen Erbes kann er sich hier der Verfassung seiner weiteren Schriften und dem tieferen Studium der buddhistischen und hinduistischen Philosophie sowie der Mystik widmen. 1844 erscheint der zweite Teil von Die Welt als Wille und Vorstellung. Arthur Schopenhauer stirbt am 21. September 1860 in Frankfurt am Main.
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