Warum Sie Aphorismen zur Lebensweisheit lesen sollten
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Ein Schatzkästchen der Lebensweisheit
Schopenhauer bezeichnete sich selbst einmal als „Kaspar Hauser der Philosophie“, sprich: als verkanntes Genie, das zu Lebzeiten von seinen wissenschaftlichen Kollegen und der gebildeten Öffentlichkeit gemieden wurde. Bekannt war er höchstens als Pessimist, Frauenhasser und Philosoph der schlechten Laune. Dann jedoch fasste er sich ein Herz und schob am Ende seiner Schaffensperiode mit den Parerga und Paralipomena bewusst einfach formulierte Nachträge und Anmerkungen zu seiner Philosophie nach. Damit erlangte er schlagartig Berühmtheit. Plötzlich wurde Schopenhauer international gelesen, diskutiert und zu einem der bedeutendsten Philosophen des 19. Jahrhunderts erklärt. Diese Welle der Anerkennung verdankte sich vor allem den Aphorismen zur Lebensweisheit, einer Schrift innerhalb der Parerga und Paralipomena. Seine negative Weltsicht gibt Schopenhauer zwar auch hier nicht auf, aber immerhin findet er Mittel und Wege, sie in Ratschläge für ein angenehmes Leben umzuwandeln, die bis heute lesenswert und praktikabel sind. |
Über den Autor
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Arthur Schopenhauer wird am 22. Februar 1788 in Danzig geboren. Als er fünf Jahre alt ist, zieht die Familie nach Hamburg um. Sein Vater gehört zu den königlichen Kaufleuten der Handelsstadt Danzig. Wie er soll auch der Sohn Kaufmann werden. Nach dem Unfalltod des Vaters 1805 führt Schopenhauer das Familiengeschäft drei Jahre lang weiter, empfindet die Tätigkeit jedoch als Qual. Er zieht daraus die Konsequenz und studiert Philosophie in Göttingen, wo er sich u. a. mit antiken Denkern und Kant beschäftigt. 1811 geht er nach Berlin und wird Schüler von Friedrich Schleiermacher und Johann Gottlieb Fichte. Zwei Jahre später stellt Schopenhauer seine Dissertation Über die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde fertig. Er zieht nach Weimar und schließlich nach Dresden und beschäftigt sich mit Goethes Farbenlehre, die er in einem Essay würdigt (Über das Sehn und die Farben, 1818). Neben dem Studium Kants und Platons setzt sich Schopenhauer auch mit indischer Philosophie auseinander. In Dresden erscheint der erste Teil seines Hauptwerks Die Welt als Wille und Vorstellung. Im Anschluss daran macht Schopenhauer eine vierjährige Italienreise. Zurück in Deutschland beginnt er, an der Berliner Universität zu lehren. Seine Feindschaft gegen Hegel verleitet ihn dazu, jede seiner Vorlesungen zeitgleich mit denen seines Rivalen abzuhalten – was dazu führt, dass Hegels Vorlesungen voll, Schopenhauers jedoch weitgehend leer sind. Hegel fällt in Berlin einer Choleraepidemie zum Opfer, der Schopenhauer knapp entkommt, indem er nach Frankfurt am Main reist. Dank eines üppigen Erbes kann er sich hier der Verfassung seiner weiteren Schriften und dem tieferen Studium der buddhistischen und hinduistischen Philosophie sowie der Mystik widmen. 1844 erscheint der zweite Teil von Die Welt als Wille und Vorstellung. Arthur Schopenhauer stirbt am 21. September 1860 in Frankfurt am Main.
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