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Das Herz aller Dinge

von Graham Greene

dtv, 2009

Kategorie: Fremdsprachige Belletristik

Das Herz aller Dinge

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Warum Sie Das Herz aller Dinge lesen sollten

Maßloses Mitleid
Nächstenliebe ist die christliche Tugend schlechthin – kann man es mit ihr auch übertreiben? Maßloses Mitgefühl ist es jedenfalls, was Graham Greenes Major Scobie ins Grab bringt. Weil er, der gläubige Katholik, keine der beiden Frauen verletzen will, die er vor allem aus Mitgefühl zu lieben meint, türmt er Todsünde auf Todsünde: Er geht fremd, entweiht Beichte und Abendmahl und glaubt am Ende, sich nur noch in den Selbstmord retten zu können. Kaum jemand hat die seelische Zerrissenheit eines gläubigen Menschen so spannend und lebensnah geschildert wie Greene. Das Buch fasziniert auch, wenn man selbst nicht mit religiösen Skrupeln kämpft. Das mag daran liegen, dass Greene – obwohl bekennender Katholik – selbst ein eher sündiges Leben führte und mit dessen Abgründen durchaus vertraut war. Ursprünglich wollte Greene seine Erfahrungen als Agent in Afrika literarisch aufarbeiten. Das Herz aller Dinge geht allerdings weit über diesen Erfahrungshorizont hinaus und rührt ans Allgemein-Menschliche.

Über den Autor

Graham Greene wird am 2. Oktober 1904 in Berkhamsted (Hertfordshire) in England geboren. Als Kind ist Greene ein schüchterner Junge, der sich schnell einigelt und von Gleichaltrigen abwendet. Dass sein Vater Schuldirektor ist, macht ihm den Kontakt zu anderen Kindern nicht einfacher. So wird Greene zum Einzelgänger und Außenseiter, der sich immer öfter in die fantastische Welt der Literatur flüchtet. Die Schule wird für ihn zur Qual: Sein Hass darauf wird so stark, dass er sogar Selbstmordversuche unternimmt und seine Eltern mit 15 Jahren mit dem Entschluss konfrontiert, die Schule nicht mehr zu besuchen. Die Eltern schicken ihn zu einem Therapeuten nach London, der Greene dazu ermutigt, zu schreiben. Greene beginnt ein Geschichtsstudium am Balliol College in Oxford, das er nach eigenen Angaben „betrunken und schuldengeplagt“ 1925 beendet. Es folgen mehrere Anstellungen bei unterschiedlichen Redaktionen, u. a. beim Nottingham Journal, wo er seine spätere Frau Vivien Dayrell-Browning kennen lernt. In diese Zeit fällt auch seine Konversion zur katholischen Kirche (1926), die sein weiteres Werk entscheidend beeinflussen wird. Eine neue Anstellung führt ihn nach London, wo er für die Times arbeitet. Sein erster veröffentlichter Roman The Man Within (Zwiespalt der Seele) wird so erfolgreich, dass sich Greene fortan ganz auf die Schriftstellerei konzentriert. Um neues Material zu finden und seine Abenteuerlust zu befriedigen, begibt er sich auf größere Reisen: Seinen Aufenthalt in Schweden verarbeitet er in dem Buch England Made Me (Ein Sohn Englands), Journey Without Maps (Der Weg nach Afrika) resultiert aus seiner Reise durch Liberia, seine Arbeit für den Secret Service in Sierra Leone findet Niederschlag in The Heart of the Matter (Das Herz aller Dinge), und die Erlebnisse in Mexiko fließen in The Power and the Glory (Die Kraft und die Herrlichkeit) ein. Viele von Greenes Romanen werden verfilmt, The Third Man (Der dritte Mann) wird sogar direkt für die Verfilmung geschrieben. Greene stirbt am 3. April 1991 in Vevey in der Schweiz.

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