Rezension von 12 Rules For Life

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12 Rules For Life Buchzusammenfassung
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Bewertung

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7 Umsetzbarkeit

6 Innovationsgrad

8 Stil


Rezension

Es wirkt ein wenig so, als seien die Zehn Gebote aufgepeppt und in die Moderne gehoben worden. Der kanadische Psychologe und Kulturkritiker Jordan B. Peterson nimmt den Leser mit auf eine Reise in das kulturelle Erbe des Westens und in die Welt der Psychologie. Seine zwölf Lebensregeln – die er aus ursprünglich 40 Regeln verdichtete – reichen von „Steh aufrecht und mach die Schultern breit“ (sprich: Sei kein Opfer) bis zu „Läuft dir eine Katze über den Weg, dann streichle sie“ (sprich: Schätze die unverhofften Ereignisse im Leben). Peterson, als konservativer Intellektueller, sieht in allen Lebensbereichen das Chaos auf dem Vormarsch. Und die Glaubenssysteme, in denen die Menschen bislang Halt suchten, liefern keine Antworten mehr. Um mit den Widrigkeiten des Lebens umgehen zu können – das ist der Kern von Petersons Buch – müsse jeder Einzelne Verantwortung übernehmen – für sich selbst, für andere und sogar für die ganze Welt.

Über den Autor

Jordan B. Peterson arbeitet als klinischer Psychologe und Professor für Psychologie an der Universität Toronto. Daneben berät er Anwälte, Ärzte und Unternehmen. Über YouTube, Facebook, Twitter und Vorträge in Nordamerika und Europa erreicht er ein Millionenpublikum.

 

Der Wunsch nach Ordnung in einer chaotischen Welt

Jordan B. Peterson beginnt mit einer existenziellen Diagnose: Der Mensch ist einer unsicheren Welt ausgesetzt; jederzeit drohen Schmerz, Angst und Leid. Um sich darin nicht zu verlieren, suchen die Menschen seit jeher nach einem Halt, nach etwas, das ihrem Dasein Sinn verleiht und ihnen einen Leitfaden für ihr Handeln gibt. Oder wie Peterson sagt: „Die Seele jedes Einzelnen hungert nach dem Heroismus des wahren Daseins und die Bereitschaft, dafür die Verantwortung zu übernehmen, ist gleichbedeutend mit der Entscheidung für ein sinnvolles Leben.“ Halt bieten dem Menschen die verschiedenen religiösen Glaubensrichtungen mit ihren Wertesystemen. Doch in dem Maße, wie sie einer Gruppe Sicherheit geben, erhöhen sie die Wahrscheinlichkeit eines Krieges zwischen den verschiedenen Glaubensrichtungen und bringen damit dauerhaftes Leid hervor. Nun ist es für Peterson aber keine Lösung, auf jegliche Wertesysteme zu verzichten, denn diese Tendenz, die er besonders in der Moderne beobachtet, verursacht ebenfalls Chaos. Die Menschen brauchen einen neuen Weg, um den selbstzerstörerischen Pfad ewiger Konflikte zu verlassen. Dieser Weg verlangt, dass jeder Einzelne Verantwortung für sich und für andere und für die Welt insgesamt übernimmt. Um auf diesem Weg die Spur zu halten, hat Peterson die folgenden 12 Regeln aufgestellt:

1. „Steh aufrecht und mach die Schultern breit“

Ein Grundprinzip der Natur ist Stärke – Beispiele für diese These findet Peterson zuhauf im Tierreich. Im Kampf um Revier und Paarungspartner gewinnt dort immer der Stärkere. Und jeder Sieg macht ihn noch stärker, was sich neurochemisch in einem hohen Serotonin- und einem niedrigen Octopaminspiegel zeigt. Verlierer weisen dagegen die umgekehrten Werte auf. Für Peterson gilt diese Gesetzmäßigkeit auch für den Menschen: Jede Kultur ist demnach durchzogen von dieser Dominanzhierarchie, und es ist das Ziel des Lebenskampfes, an der Spitze zu stehen und nicht im Mittelfeld zu landen und in Depression zu verfallen. Das setzt aber voraus, dass man für sich eintritt, statt einfach klein beizugeben oder sich nicht wehren zu wollen. Viele Menschen hängen jedoch dem Glauben nach, dass Aggression verwerflich sei, dass sie ihrem Ärger nie Luft machen dürften oder dass jeglicher Widerstand Gewalt bedeute. Sie gehen davon aus, dass der Mensch grundsätzlich gut sei. Oft ist dies eine Folge traumatischer Erlebnisse. Doch diese falsche Hoffnung, so Peterson, lässt sie leiden, macht sie zum Spielball anderer und stürzt sie in den Teufelskreis des Verlierens, aus dem es nur noch schwer ein Entrinnen gibt. Wer sich jedoch der Tatsache stellt, dass alle Menschen böse und brutal sein können, der wird im Leben nicht untergehen. Er oder sie wird Präsenz zeigen, widersprechen, wenn es notwendig ist, und allein dadurch schon bei Anderen Verhaltensänderungen bewirken.


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