Zusammenfassung von Alt, arm und abgezockt

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Alt, arm und abgezockt Buchzusammenfassung
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Bewertung

7

Qualitäten

  • Meinungsstark
  • Insiderwissen
  • Augenöffner

Rezension

Immer noch sind kapitalbildende Lebens- und Rentenversicherungen das beliebteste Produkt für die private Altersvorsorge. In mehr als 66 Millionen bestehende Policen werden jährlich mehr als 50 Milliarden Euro an Beiträgen gezahlt. Das ist umso verwunderlicher, als den meisten Sparern klar sein müsste, dass das wenig sinnvoll ist – jedenfalls dann, wenn sie ihre jährlichen Statusberichte zur Kenntnis nehmen würden. Denn die Kostenquoten zehren die wegen der niedrigen Zinsen kaum mehr zu erwirtschaftenden Renditen auf, sodass gerade noch die eingezahlten Beiträge übrig bleiben. Das Buch erklärt, warum das ehemalige Vorzeigeprodukt der deutschen Versicherungswirtschaft in der Krise ist – und dass die Krise durchaus auch sozialpolitisch zum Problem werden kann, weil die gesetzliche Altersvorsorge schon heute keine Renten mehr gewährleisten kann, die den Lebensstandard sichern. Allerdings sind die Crashszenarien, die der Autor entwirft, nicht durchgehend überzeugend. Ebenso wenig scheint seine Empfehlung, die eigenen Policen zu kündigen, pauschal sinnvoll. Aufschlussreich aber sind die Einblicke in Sitten und Gebräuche der deutschen Versicherungsindustrie, die der ehemalige Brancheninsider gewährt. Vielleicht noch verstörender als die Machokultur der Vertriebsorganisationen ist die massive Einflussnahme der Branche auf die deutsche Rentenpolitik. getAbstract empfiehlt das Buch allen, die sich für das Innenleben der deutschen Versicherungswirtschaft interessieren.

Über den Autor

Sven Enger hatte verschiedene Vorstandspositionen in der Versicherungsbranche inne. Seit 2014 ist er Geschäftsführer des Verlags Zukunft und Gesellschaft.

 

Zusammenfassung

Dinosaurier aus dem 19. Jahrhundert

Die gute Nachricht: Unsere Lebenserwartung steigt unaufhaltsam. Die schlechte Nachricht: Altersarmut droht zu einem Massenphänomen zu werden. In wenigen Jahren geht die Generation der sogenannten Babyboomer – der Mitte der 1950er-Jahre bis Ende der 1960er-Jahre Geborenen – in Rente, und diese Älteren stellen dann ein Drittel der Gesamtbevölkerung. Armut wird künftig also nicht mehr nur Geringverdiener oder Menschen treffen, die länger arbeitslos waren, sondern auch Durchschnittsverdiener mit normalen Erwerbsbiografien – ja sogar solche, die privat oder betrieblich vorgesorgt haben.

Die Altersvorsorge in Deutschland beruht auf drei Säulen, und alle drei sind in der Krise: die gesetzliche, die betriebliche und die private Vorsorge. Weil immer weniger Erwerbstätige immer mehr Rentenempfängern gegenüberstehen, die zudem immer älter werden und damit immer länger Zahlungen erhalten, wird für viele Menschen die gesetzliche Rente kaum mehr als die Grundsicherung betragen.

Das Nettorentenniveau, so die Bundesversicherungsanstalt, lag 2012 bei 49,6 Prozent und wird bis 2030 auf 43 Prozent sinken. Ein Durchschnittsverdiener...


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