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8 Stil


Rezension

Wie schon in Gewalt, tritt Harvard-Psychologe Steven Pinker auch in seinem neuesten Werk als mahnende Stimme der Vernunft auf. Dabei mahnt er jedoch keineswegs, wie in dem Genre sonst üblich, zur Kritik an der Moderne, zum Innehalten im technologischen Fortschritt, zum Kampf gegen vermeintlich neoliberalistische Dogmen der allgemeinen Rationalisierung – sondern zum glatten Gegenteil: zum Fortschrittsoptimismus. Der Wertekanon der Aufklärung habe die Menschheit bis hierher gebracht, in die beste aller Zeiten, in der mehr Menschen lesen können, die durchschnittliche Lebenserwartung höher, die weltweite wirtschaftliche Ungleichheit niedriger ist, in der mehr Menschen in demokratischen Gesellschaften leben als je zuvor. Und ein Festhalten an Vernunft, Wissenschaft, Humanismus und Fortschritt sei unsere beste Hoffnung, auch die Herausforderungen der Zukunft meistern zu können. Jenem Fortschrittspessimismus indes, dem heute von rechts und links das Wort geredet wird und der oft schlicht ein Ergebnis kognitiver Verzerrungen sei, gelte es entgegenzutreten. Pinkers Argumentation, so reichlich er sie auch mit Zahlen belegt, ist durchaus kontraintuitiv und schwer zu akzeptieren – woran womöglich eben jene eingefleischten kognitiven Verzerrungen schuld sind. Höchst anregend und womöglich erhellend ist sie jedenfalls, findet getAbstract.

Nach der Lektüre dieser Zusammenfassung wissen Sie:

  • warum es uns besser geht als je zuvor,
  • weshalb das viele bezweifeln und
  • wie wir den Fortschritt auch in Zukunft garantieren.
 

Über den Autor

Steven Pinker ist Professor für Psychologie an der Harvard University. Der Autor des Bestsellers Gewalt forscht schwerpunktmäßig zu den Themen Sprache und Denken und gilt als einer der einflussreichsten Intellektuellen der Gegenwart.

 

Zusammenfassung

Der Traum der Aufklärer

„Warum soll ich überhaupt leben?“ – diese Frage stellte eine Studentin dem Autor im Anschluss an eine Vorlesung. Dessen Antwort fußte auf Idealen der Aufklärung wie Persönlichkeitsentfaltung, Erkenntnislust, Mitmenschlichkeit oder Vernunftgebrauch zum Wohle anderer. Denn darum ging es den progressiven Denkern des 18. Jahrhundert in den Thesen zu ihren Schlüsselthemen: Vernunft, Wissenschaft, Humanismus und Fortschritt.

Noch unbekannt war ihnen das physikalische Gesetz der Entropie: Der sogenannte zweite Hauptsatz der Thermodynamik besagt, dass der Organisationsgrad geschlossener Systeme niemals zu-, sondern immer abnimmt – und zwar so lange, bis das System in völlige ungeordnete Homogenität übergegangen ist. Lebende Organismen, hoch organisiert wie sie sind, stehen durch die Entropie unter permanentem Vernichtungsdruck. Sie trotzen diesem, indem sie als offene Systeme Energie aus Sonne und Nahrung schöpfen. Im Laufe der Evolution haben Lebewesen ihre Methoden im Kampf gegen die Kräfte der Entropie zunehmend verfeinert und sie mithilfe von Informationen koordiniert, die ein zielgerichtetes Einwirken auf ihre Umwelt ermöglichen...


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    Torsten Holmer vor 4 Monaten
    @Stumbaum: Ob "der" Islam die "größte" Gefahr ist, wage ich zu bezweifeln. Die paar IS-Terroristen agieren aus eine Position der Schwäche, nicht der Überlegenheit.

    @Alpers: natürlich schafft der Fortschritt immer neue Probleme, aber das ist eine generelle Eigenschaft des Lebens, es hört nie auf.

    Aber das Ausmaß der Freiheit ist doch enorm: in Europa kann man sein Lebens- und Arbeitsumfeld frei wählen, das sah vor wenigen Jahrzehnten noch ganz anders aus. Ob man etwas draus macht und ggfs. umzieht, muss jeder selbst entscheiden. Aber die Wahl gibt es. Und wenn man mit seiner Abeit nicht zufrieden ist, kann man sich so einfach selbstständig machen wie noch nie zuvor. Förderinstrumente gibt es zu Hauf, man muss sich nur auf den Weg machen.
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    Vitalij Alpers vor 6 Monaten
    Das Buch blendet total aus, dass der Fortschritt das eigentliche Problem ist. Ohne derartigen Fortschritt, wie wir den heute haben, würden wir den Planeten nicht so zerstören können. Um aus diesem Kreislauf auszubrechen müssen wir noch mehr Dinge erfinden.

    Zudem sehe ich kaum, warum wir freier sind, als früher. Viele Menschen arbeiten heute 40 Stunden in der Woche. Würden Menschen weniger arbeiten, würde das Geld nicht reichen um normal leben zu können.

    Mir ist schon klar, warum gerade ein Reicher wie Bill Gates diesen Autor so sehr feiert.
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    Michael Stumbaum vor 6 Monaten
    Die größte Gefahr ist doch wohl der islam...nicht das alte Testament...davon will der Autor aber nichts erzählen...warum nur?