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Dem Bauchgefühl misstrauen

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Dem Bauchgefühl misstrauen

Warum Vorurteile zu Fehlentscheidungen führen

Harvard Business Manager,

5 Minuten Lesezeit
3 Take-aways
Audio & Text

Was ist drin?

Biases kommen Unternehmen teuer zu stehen. So gehen Sie dagegen vor.


Bewertung der Redaktion

9

Qualitäten

  • Innovativ
  • Umsetzbar
  • Überblick

Rezension

Wahrnehmungs- und Beurteilungsverzerrungen sind menschlich – klar also, dass auch Manager solchen Biases unterliegen. Allerdings verursachen sie mit Fehlentscheidungen besonders hohe Kosten. Zwar helfen einfache, preiswerte Methoden gegen Biases in Unternehmen. Dennoch betreiben Unternehmen kaum systematisches Debiasing. Das sollten sie ändern, finden die Autoren. Sie nennen die häufigsten Bias-Formen im Unternehmenskontext und verraten, wie man ihnen erfolgreich begegnen kann.

Zusammenfassung

Fehlentscheidungen unter dem Einfluss von Biases kosten Unternehmen viel Geld. Dennoch gehen diese kaum systematisch gegen Biases vor.

In einer Befragung unter 94 Controllern und CFOs deutscher Unternehmen gaben 72 Prozent an, dass in ihrer Firma Biases zu Fehlentscheidungen geführt haben. 76 Prozent waren überzeugt, dass Biases erheblichen finanziellen Schaden anrichten können.

In der Tat verlor etwa der deutsche Thyssenkrupp-Konzern nicht weniger als 8 Milliarden Euro durch Fehlinvestitionen in zwei Übersee-Stahlwerksprojekte. Der Schaden hätte wohl vermieden werden können, hätte man in der Konzernleitung nicht lange nur geschönte Berichte erhalten. Solch übermäßiger Optimismus ist ein typischer Bias – eine systematische Wahrnehmungsverzerrung, wie sie in den meisten Unternehmen auftreten.

Obwohl Unternehmen um das Problem wissen, tun sie kaum etwas dagegen. Nur 20 Prozent der in der Studie befragten Firmen versuchen, aus einer Analyse früherer Entscheidungen für die Zukunft zu lernen. Wenn überhaupt, wird fast nur die Personalabteilung in der Vermeidung von Diskriminierung geschult. Breitere Debiasing-Schulungen bieten nur 8 Prozent der...

Über die Autoren

Arnt Wöhrmann ist Professor für Managerial Accounting an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Maximilian Schmidt war wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Wöhrmann und ist heute Berater bei Kienbaum Consultants International.


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