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Denken hilft zwar, nützt aber nichts
Buch

Denken hilft zwar, nĂŒtzt aber nichts

Warum wir immer wieder unvernĂŒnftige Entscheidungen treffen

Droemer, 2008 mais...

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Bewertung der Redaktion

9

QualitÀten

  • Innovativ

Rezension

FĂŒr Verhaltensökonomen ist unser Alltag ein wahres Forschungseldorado: Warum reagieren wir auf Gratisangebote wie Waldi auf ein StĂŒck Wurst? Weshalb können nur wenige der Versuchung widerstehen, das Geschenk fĂŒr den Sohnemann auf die Spesenrechnung zu setzen? Warum landen Millionen erstklassiger Autos in deutschen Schrottpressen? Und wieso stellen Abgeordnete in Großbritannien dem Steuerzahler Pornofilme und die Reinigung ihres privaten Burggrabens in Rechnung? All das ist nicht nur unvernĂŒnftig und unmoralisch, sondern nachgerade blöde. Aber so sind wir nun mal, meint Dan Ariely. Er muss es wissen, denn in seinen Experimenten hat er auch intelligente, rechtschaffene Studenten als GelegenheitsbetrĂŒger und potenzielle Sexmonster entlarvt. Seine Beispiele sind direkt aus dem Leben gegriffen, sodass man sich als Leser mehrmals an die eigene Nase fasst. Das ist nicht immer angenehm, aber sehr unterhaltsam und lehrreich. getAbstract legt das Buch allen SchnĂ€ppchenjĂ€gern, notorischen Aufschiebern, Sportmuffeln, DiĂ€tbrechern und KreditkartenĂŒberziehern ans Herz, die wissen wollen, warum sie immer wieder von ihren guten Geistern verlassen werden.

Zusammenfassung

Der Vergleich macht’s

Was wĂŒrden Sie eher kaufen: das Internetabonnement einer Zeitschrift fĂŒr 59 €, die Papierausgabe fĂŒr 125 € oder beides zusammen fĂŒr 125 €? Die Mehrheit von Arielys Studenten entschied sich in einem Versuch fĂŒr die Kombiversion. Ohne den „Köder“ der reinen Papierausgabe wĂ€hlten sie aber mehrheitlich die preisgĂŒnstigere Internetversion, zeigten sich also an der Papierversion nicht sonderlich interessiert. Alles ist relativ: Wie wir eine Sache, einen Preis, den Partner oder den Job einschĂ€tzen, hĂ€ngt von vergleichbaren Dingen, Menschen oder Situationen ab. Die amerikanische Börsenaufsicht zwang Topmanager 1993 beispielsweise, ihre GehĂ€lter öffentlich zu machen. Man hoffte, auf diese Weise den Höhenflug der ManagerbezĂŒge bremsen zu können. Doch weit gefehlt: Anstatt sich zu schĂ€men, begannen die Betroffenen, ihre GehĂ€lter untereinander zu vergleichen und immer mehr zu fordern. Heute verdienen sie dreimal so viel wie vor der Veröffentlichungspflicht, d. h. durchschnittlich 369-mal mehr als ein einfacher Arbeiter.

TrĂŒgerische Anker

Die Verhaltensökonomik grĂŒndet auf der Annahme, dass Marktteilnehmer meistens irrational handeln. Der freie...

Über den Autor

Dan Ariely unterrichtet Verhaltensökonomie an der Duke University in North Carolina und am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Er schreibt u. a. fĂŒr die New York Times und die Financial Times und kommentiert aktuelle Themen fĂŒr National Public Radio und CNN.


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    A. R. getAbstract vor 2 Jahrzehnten
    Was ich persönlich mir nicht so richtig vorstellen kann, ist, dass wirklich alle Menschen so wahnsinnig auf Gratis-Angebote fliegen, zumindest hierzulande. Ich persönlich bin - ganz und gar unbewusst natürlich - eher ein Anhänger von "Was nix kost, is auch nix". Je grösser und leuchtender die Anbieter GRATIS auf die Produkte schreiben, umso eher lasse ich sie links liegen. Vermutlich bin ich spätestens in den Ökonomievorlesungen durch die Aussage "There ain't no thing as a free lunch" resistent gegen alle GRATIS-Marketingmassnahmen geworden. Viel lieber als GRATIS-Angebote sind mir solche, bei denen ich das Gefühl habe, gute Ware für mein gutes Geld zu erhalten.
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      getAbstract vor 2 Jahrzehnten
      Das stimmt schon, wenn es um Produkte geht, an denen uns wirklich etwas liegt. Dann dient der Preis als Bestätigung, dass man richtig entschieden hat, nach dem Motto: Teuer kann nicht schlecht sein. Paradebeispiel: Wein. Man bestellt sicherheitshalber eine teure Flasche, um sich keine Blösse zu geben. Bei Low-Interest-Produkten hingegen sieht es anders aus. Zu Gratis-Klopapier würde ich jedenfalls nicht nein sagen.
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      getAbstract vor 2 Jahrzehnten
      Das ist das Eine. Aber es gibt auch andere Produkte, wirklich gute die wirklich gratis sind - im Internet! Vor dem Internetzeitalter konnte man wahrscheinlich getrost der Ansicht sein "Was nix kost, is auch nix" oder "There is no such thing as a free lunch". Aber die Möglichkeiten des Internets - allen voraus riesige Massen von Menschen zu erreichen - hat völlig neue Preis-Modelle erschaffen.
      Da wäre zum einen die ganze Open-Source-Bewegung, die (nicht nur, aber auch) hervorragende Software hervorbringt, die rein gar nichts kostet. Zugegeben, kommt sie oft nicht ganz an kostenpflichtige Angebote ran, aber sehr oft reicht das gebotene für einen normalen Benutzer vollkommen aus.
      Daneben gibt es aber auch noch ein anderes - wie ich finde sehr faires Modell: Die Basis-Version ist gratis, die Pro-Version kostet was. Die Anbieter gewinnen mit der Gratis-Version Kunden/Anhänger und verdienen mit der Pro-Version das Geld. Es kann jeder selbst entscheiden, ob ihm die Basis-Version genügt, oder er für weitere Funktionen Geld ausgeben mag.