Rezension von Die neuen Seidenstraßen

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Die neuen Seidenstraßen Buchzusammenfassung
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Bewertung

9

Qualitäten

  • Analytisch
  • Hintergrund
  • Brisant

Rezension

Die alten Seidenstraßen haben die Menschheitsgeschichte über Kontinente und Epochen hinweg geprägt – wirtschaftlich, politisch und kulturell. Die neuen Seidenstraßen werden in absehbarer Zukunft eine vergleichbar große Bedeutung erlangen, davon ist der Historiker Peter Frankopan überzeugt. Das bedeutet auch, dass das Weltgeschehen immer weniger von den USA und Europa bestimmt wird, sondern von Peking und Moskau. Die neuen Seidenstraßen ist ein überzeugendes wirtschaftspolitisches Sachbuch, das jedem Leser, der sich für geostrategische Entwicklungen interessiert, zu empfehlen ist.

Über den Autor

Peter Frankopan ist Professor für Globalgeschichte an der Universität Oxford. Er lehrte zudem als Gastdozent an den Universitäten von Cambridge, Harvard, Yale und Princeton.

 

Die Seidenstraßen sind eine historische Erfolgsgeschichte.

Der britische Historiker Peter Frankopan beschreibt die Geschichte der Seidenstraßen als historisch einzigartiges Phänomen: Seit über zwei Jahrtausenden sind Asien und Europa sowie Nordafrika durch ein Netz von Handelsrouten miteinander verbunden. Dieses historische Streckengeflecht diente vorrangig dem Warenaustausch, aber seine Bedeutung geht weit über die Funktion eines Transportweges für materielle Güter hinaus. Von Anfang an wurden auch Ideen, wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfindungen sowie kulturelle Impulse weitergegeben. Letztere umfassten Aspekte wie Sprachen, Religionen, Ernährung, Mode und Kunst. Die traditionellen Handelswege standen sowohl für Wettbewerb als auch für Profit. Die Macht und das Wohlergehen ganzer Reiche waren davon abhängig. Frankopan weist zu Recht darauf hin, dass der Kontakt zu weit entfernten Ländern auch Risiken beinhaltete. So fanden nicht nur materielle und geistige Güter Verbreitung, sondern auch Gewalt und Krankheiten. Letztlich überwogen aber die Vorteile und die Seidenstraßen wurden zur Erfolgsgeschichte.

Es war der deutsche Geologe Ferdinand von Richthofen, der diesen Handelswegen zwischen Ost und West im 19. Jahrhundert jenen Namen gab, der international übernommen wurde: die Seidenstraße. Dass es sich bei der Seidenstraße um keine Straße im modernen Sinn handelt, dürfte jedem klar sein. Dass dieses seit der chinesischen Han-Dynastie bestehende Netzwerk auch Seewege beinhaltet, beispielsweise über das Südchinesische Meer und das Mittelmeer, ist aber weit weniger bekannt. Frankopan wendet darum bewusst den Plural an, spricht also konsequent von „Seidenstraßen“. Außerdem weist er gleich zu Beginn darauf hin, dass die Seidenstraßen niemals nur dem Transport von wertvoller Seide von Ost nach West dienten, auch wenn der Handel mit diesem begehrten Stoff natürlich von großer Bedeutung war.


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