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Die Rückkehr der Diener

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Die Rückkehr der Diener

Das neue Bürgertum und sein Personal

Hanser,

15 Minuten Lesezeit
10 Take-aways
Audio & Text

Was ist drin?

Warum wir so gut mit der neuen Zweiklassengesellschaft leben können.


Bewertung der Redaktion

8

Qualitäten

  • Innovativ

Rezension

Wir halten uns wieder Diener. Nicht mehr in Gestalt von Butler und Zofe, sondern als anonyme dienstbare Geister. An sie delegieren wir die schmutzigen, zeitraubenden, niederen Tätigkeiten. Wir können nicht anders: Zu viel Erwerbsarbeit und private „Schattenarbeit“ zwingen uns dazu. Bei allem (vorgeblichen) Sinn für soziale Gerechtigkeit haben wir kein Interesse, den neuen Dienern zum sozialen Aufstieg zu verhelfen. Christoph Bartmann beobachtet messerscharf und wirft unbequeme Fragen auf. In loser Struktur springt er durch die Geschichte der Diener und Kammerzofen, deren erotischer Anziehungskraft auf den Hausherren er ein eigenes Kapitel widmet. Sprachlich gelingt ihm das in höchst ansprechender Weise, Lösungen aber bietet er keine. getAbstract empfiehlt Die Rückkehr der Diener wegen der spannenden Denkanstöße allen sozialpolitisch Interessierten.

Zusammenfassung

Warum müssen die neuen Diener „unsichtbar“ sein?

New York ist das Paradies einer neuen Dienstleistungsgesellschaft. Tausende meist männliche Lieferanten bringen die Pizza oder den Einkauf an die Tür, stellen das Amazon-Paket zu oder führen die Hunde aus. Ebenso viele weibliche Kräfte putzen im Haus, kochen, versorgen die Kinder oder pflegen die Alten.

All das findet bevorzugt in Abwesenheit des Auftraggebers statt. Der würde mit seinen Domestiken am liebsten gar nicht in Kontakt treten. Er bestellt online, er bezahlt online. Er will gar nicht wissen, wie viel von dem Geld eine Vermittlungsagentur einstreicht und ob den neuen Dienern der Rest zum Leben reicht. Wir sprechen hier nicht von den Superreichen, sondern vom Mittelstand. Hätte der nicht seine neuen Diener, müsste er selbst waschen, putzen, bügeln, einkaufen. Dann könnte er seinem eigentlichen Beruf nicht nachgehen, dem er doch die Zugehörigkeit zum Mittelstand verdankt. Seine moralische Rechtfertigung ist die eigene harte Arbeit, die er ohne Dienstboten nicht verrichten könnte.

Wer sind die neuen Diener?

Das moderne Prekariat betrifft besonders zwei Personengruppen. Die einen sind (meist illegale...

Über den Autor

Der Germanist Christoph Bartmann ist seit 2011 Direktor des Goethe-Instituts New York, außerdem rezensiert er regelmäßig in der Süddeutschen Zeitung. 2012 erschien sein Buch Leben im Büro. Die schöne neue Welt der Angestellten.


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