Zusammenfassung von Die Verschwörung des Catilina

Suchen Sie das Buch?
Wir haben die Zusammenfassung! Erfassen Sie die Kernaussagen in nur 10 Minuten.

Die Verschwörung des Catilina Buchzusammenfassung
Lernen Sie los:
oder Abos vergleichen

Klassiker


Rezension

Stilbildende Nüchternheit

Die Verschwörung des Catilina von Sallust ist ein Meilenstein der Geschichtsschreibung. Das Zusammenwirken von psychologischer Betrachtung, gesellschaftlicher Analyse und weitgehender historischer Objektivität darf als Urbild für populärwissenschaftliche Werke moderner Historiker gelten. Im Kontrast zu seinem Zeitgenossen Cicero, dem an der dramatischen Wirkung der geschliffenen Rede lag, ist Sallusts Werk ein Muster an sprachlicher Bescheidenheit, was einer sachlichen, aber moralischen Darstellung des Inhalts zugutekommt. Der ungeschönte, nüchterne Stil wurde zum Vorbild ganzer Generationen historischer Autoren – bei allen Cicero-Fans hingegen zum Sinnbild sprachlicher Magerkost. Die sprachliche Schlichtheit macht die Lektüre aber nicht unbedingt leichter: Wo Sallust etwa die Rollen der einzelnen Verschwörer herunterrattert, erschließen sich die Zusammenhänge dem modernen Leser nur mühsam. Dennoch ist Sallusts detaillierte Schilderung der catilinarischen Verschwörung ein überaus spannender historischer Krimi, der auch heutige Leser noch zu fesseln vermag.

Über den Autor

Sallust (mit vollem Namen Gaius Sallustius Crispus) wird 86 v. Chr. in Amiternum, rund 125 Kilometer nördlich von Rom, geboren. Als Sohn einer wohlhabenden, ritterlich-bürgerlichen Familie wird ihm eine ausgezeichnete Bildung zuteil. Als Kind erlebt er die Gewaltherrschaft des Sulla und wird Zeuge des Spartakus-Aufstands. Schon früh interessiert er sich für Politik. Im Jahr 55 oder 54 v. Chr. wird er Quästor, 52 Volkstribun. Er ist ein „Homo novus“ – so bezeichnet man Männer, die als erste Vertreter ihrer Familie in den Senat einziehen. Dort gehört er zur volksnahen Partei der sogenannten Popularen, die den aristokratischen Optimaten gegenübersteht. Sallust ist ein enger Vertrauter von Caesar. 50 v. Chr. wird er wegen einer außerehelichen Affäre aus dem Senat ausgeschlossen, später jedoch von Caesar wieder mit Ämtern betraut. Nach dem römischen Bürgerkrieg, an dem Sallust aufseiten Caesars gegen Pompeius kämpft, wird er nach Caesars Sieg Statthalter der Provinz Africa Nova. Wie alle Statthalter Roms bereichert er sich in dieser Stellung. Einen Prozess deswegen kann Sallust mithilfe seines Gönners Caesar abwenden. Nach der Ermordung Caesars 44 v. Chr. zieht sich Sallust aus der Politik zurück und setzt sich auf seinem luxuriösen Anwesen in Rom, das später von Kaisern als Residenz genutzt wird, zur Ruhe. Hier widmet er sich in den zehn Jahren bis zu seinem Tod der Aufgabe, Schlaglichter der römischen Geschichte schriftlich festzuhalten. Von ihm erhalten sind Die Verschwörung des Catilina (De coniuratione Catilinae), Der Krieg mit Jugurtha (De bello Iugurthino) und die Historiae. Sein knapper, archaisierender Erzählstil wird zu seinem Markenzeichen. Sallust stirbt 35 oder 34 v. Chr. in Rom.

 

Zusammenfassung

Wege zum Ruhm

Das Göttliche im Menschen ist sein Geist, sein Körper ist das Tierische. Wer bleibenden Ruhm erlangen will, muss den Weg des Geistes gehen, denn Körperkraft und Schönheit sind vergänglich, der verwirklichte Gedanke aber bleibt. Menschen, die sich körperliche Vergnügungen anstelle geistiger Aufgaben zum Lebensinhalt wählen, bleiben unbedeutend. Gelegenheiten, sich Ruhm und Ehre zu erwerben, gibt es genug. So kann es etwa ehrenhaft sein, für das Gemeinwohl tätig zu sein, aber auch, über die Taten anderer schreibend zu berichten.

Der Ursprung Roms

Der Römer Lucius Catilina, ein Mann aus altem Adel, hat alle Anlagen, die man braucht, um ein großer Mann im Staat zu werden. Doch seine Natur ist durch und durch verdorben: Seine Klugheit äußert sich in Verschlagenheit und krimineller Energie, seine körperliche Stärke in unnatürlicher Widerstandskraft. Sein Lebensstil ist eine Mischung aus Gier und Verschwendung – und damit ist er in Rom nicht allein: Der Staat hat sich in ein zerfallenes Gebilde verwandelt, in dem die Neigungen eines Catilina erst gedeihen konnten. Ein Exkurs über die Entstehung und Entwicklung Roms soll dies erhellen: Vermutlich...


Kommentar abgeben