Zusammenfassung von Die Zauberflöte

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Die Zauberflöte Buchzusammenfassung

Literatur­klassiker

  • Oper
  • Aufklärung

Worum es geht

Weltweisheit im Märchenformat

Mozarts bekannteste und beliebteste Oper, Die Zauberflöte, entstand 1791, im Todesjahr des Komponisten. Vor einem exotisch anmutenden, an Ägypten erinnernden Hintergrund und mit allerlei märchenhaftem Beiwerk spitzt sich die Handlung schnell auf die Prüfungen zu, die der edle Prinz Tamino auf Geheiß des weisen Priesters Sarastro durchmachen muss, um die Hand der Prinzessin Pamina zu gewinnen. Pamina ist die Tochter der Königin der Nacht und diese wiederum Sarastros böse Gegenspielerin. Neben den beiden Königskindern gibt es ein zweites Paar, die „Vogelmenschen“ Papageno und Papagena, die für die komischen Szenen zuständig sind. Die Prüfungen, die den Helden von Sarastro auferlegt werden, spiegeln Einweihungsriten der Freimaurer wider – Mozart selbst war Mitglied einer Loge. Die Zauberflöte kann man daher als sehr persönliche Oper des Komponisten betrachten. Neben vielen anderen Werken Mozarts hat sie nicht wenig dazu beigetragen, dass er bis heute als Jahrtausendgenie gilt.

Take-aways

  • Die Zauberflöte, Mozarts bekannteste und beliebteste Oper, entstand in seinem Todesjahr und entwickelte sich noch zu seinen Lebzeiten zum Publikumserfolg.
  • Die Oper, eine Art Vermächtnis des genialen Komponisten, enthält zahlreiche musikalische Formen und bringt die humanitären Ideale der Aufklärung zum Ausdruck.
  • Prinz Tamino verliebt sich in das Bildnis der schönen Pamina, der Tochter der Königin der Nacht.
  • Die Königin verspricht ihm die Hand ihrer Tochter: Dafür muss er die entführte Pamina aus der Gewalt eines Bösewichts retten.
  • Begleitet von dem Vogelmenschen Papageno erreicht Tamino einen Tempelhain, wo ihm der Priesterkönig Sarastro eine Prüfung seines Charakters auferlegt.
  • Pamina wird dort festgehalten und von einem lüsternen Mohren bedroht.
  • Sarastro weist diesen in die Schranken und verspricht Tamino ebenfalls Paminas Hand, falls er die Prüfungen besteht.
  • Gemeinsam mit dem unbekümmerten Papageno, der sich auch ein "Weibchen" wünscht, unterzieht sich Tamino der Prüfung seiner Schweigsamkeit und Standhaftigkeit.
  • Pamina weist unterdessen das Ansinnen ihrer Mutter, Sarastro zu ermorden, zurück.
  • Nachdem der unbeherrschte Papageno in der Prüfung versagt hat, legt Tamino gemeinsam mit Pamina die letzte Prüfung ab: die der Tapferkeit im Angesicht der Todesgefahr.
  • Die Mächte der Finsternis versinken. Sarastro, Tamino und Pamina begrüßen den Anbruch eines neuen Zeitalters der Humanität und Brüderlichkeit.
  • Dank der abwechslungsreichen Handlung, der märchenhaften Elemente und dem Zauber von Mozarts Musik ist das Werk leicht verständlich und im besten Wortsinn populär.
 

Zusammenfassung

1. Akt: Tamino erwacht zu neuem Leben

Die Ouvertüre setzt in majestätischem Adagio mit vollem Orchester und mit dreifachen Fanfarenstößen ein. Dann geht sie ins heitere Allegro über. Kaum ist die Ouvertüre beendet, stolpert der Prinz Tamino (Tenor) auf der Bühne durch eine felsige Gegend, offenbar in höchster Not. Nach einem Hilfeschrei bricht er ohnmächtig zusammen. Drei Damen (Sopran) eilen herbei und töten die Schlange, die Tamino verfolgt. Sie bewundern den schönen Jüngling und beschließen, ihre Herrscherin über den Vorfall zu benachrichtigen. In einem staccatohaften Wechselgesang, teils solo, teils im Terzett, können sie sich allerdings nicht einigen, welche von ihnen unterdessen bei dem Jüngling bleiben soll. Letztlich machen sie sich gemeinsam auf den Weg und lassen ihn allein zurück.

„Der Vogelfänger bin ich ja, stets lustig, heißa hopsasa!“ (Papageno, S. 9)

Kaum ist Tamino erwacht, erscheint ein bäuerlicher junger Bursche mit einem hohen Vogelkäfig auf dem Rücken, der auf einer Panflöte spielt und sich gut gelaunt als Vogelfänger Papageno (Bariton) vorstellt: „Der Vogelfänger bin ich ja, stets lustig, heißa hopsasa!“ In seiner heiteren, volksliedhaften Arie verschweigt er nicht, dass er mit seinem Netz gerne auch Mädchen einfangen würde. Tamino fragt den begriffsstutzigen Papageno, in welcher Gegend sie sich befinden, und erfährt, dies sei das Land der sternflammenden Königin. Papageno behauptet dreist, die am Boden liegende Schlange eigenhändig erwürgt zu haben. Noch während sich Tamino bedankt, erscheinen die drei Damen wieder. Statt des erhofften Lohns für seine Vögel erhält Papageno ein Schloss vor den Mund, weil er gelogen hat.

Der Auftrag

Die Damen überreichen Tamino ein Bildnis von Pamina, der entzückenden Tochter der Königin der Nacht. Von dem Anblick gefangen („Dies Bildnis ist bezaubernd schön“), verliebt sich der Prinz in einer sehnsuchtsvoll gesungenen Arie sogleich in die Prinzessin. Die Damen versprechen ihm im Namen der Mutter die Hand der Tochter, falls es ihm gelingt, sie aus der Gewalt eines Bösewichts zu retten, der sie entführt hat. Tamino beteuert seine Bereitschaft zu dieser Heldentat. Ein Donnerschlag kündigt die Ankunft der Herrscherin an: Die Königin der Nacht (Sopran) versucht den erschreckten Tamino zu beruhigen und beklagt ihren Schmerz wegen des Raubs ihrer Tochter. In einer glanzvollen Koloraturarie überträgt sie Tamino die Aufgabe, Pamina zu retten, bevor sie unter Donnergrollen wieder verschwindet.

„Dies Bildnis ist bezaubernd schön, wie noch kein Auge je gesehn.“ (Tamino, S. 15)

Tamino will gleich aufbrechen, doch Papageno tritt ihm entgegen und macht mit „Hmhm“-Tönen auf seinen verschlossenen Mund aufmerksam. Die Damen nehmen dem Vogelfänger das Schloss ab, verbunden mit der Mahnung, nie wieder zu lügen. Tamino übergeben sie eine goldene Zauberflöte, die ihn beschützen soll. Außerdem bestimmen sie Papageno zum Begleiter Taminos auf dem Weg zum Palast des Bösewichts Sarastro. Papageno sträubt sich heftig, erhält aber ebenfalls ein schützendes Zaubermittel in Form eines kleinen Glockenspiels. Auf die Frage der beiden Helden nach dem Weg zum Palast versprechen die Damen, drei Knaben als wegkundige Reisebegleiter zu schicken.

Pamina wird bedroht

Szenenwechsel. In ein üppig ausgestattetes orientalisches Zimmer schleppt der Mohr Monostatos (Tenor), Sarastros Sklavenaufseher, die gefesselte Pamina (Sopran): „Du feines Täubchen, nur herein“. Er stößt so wüste Drohungen aus, dass Pamina ohnmächtig wird. Draußen geht gerade Papageno vorbei. Er sieht die kreideweiße Pamina, doch dann erschrecken der schwarze Monostatos und der mit Federn aufgeputzte Papageno so sehr voreinander, dass beide davonlaufen. Papageno wagt sich als Erster zurück, er erkennt Pamina anhand des Bildes als Tochter der Königin der Nacht und stellt sich ihr vor. Dann berichtet er ihr von Taminos Auftrag, sie zu retten, was Pamina erfreut vernimmt. Papageno und Pamina wollen die Gelegenheit zur Flucht nutzen. Die Königstochter zögert zwar nochmals, lässt sich aber von Papageno mit dem Argument überzeugen, dass Liebe ihr Leitstern sei. Im Duett („Bei Männern, welche Liebe fühlen“) bestätigen sie einander den hohen Rang der Liebe im menschlichen Dasein. Papageno gibt traurig zu, kein Weib zu haben, doch Pamina macht ihm Mut, und am Ende des Duetts vereinigen sich ihre beiden Stimmen.

Vor den drei Tempelpforten

Tamino, der Papageno vorausgeschickt hat, wird nun von drei Knaben (Sopran), die zu einem getragenen, piano gespielten Marsch voranschreiten, zu drei Tempelpforten geführt. Zur gleichen Marschmusik mahnen die Knaben Tamino standhaft, duldsam und verschwiegen zu sein. In einer Rezitativpassage spricht sich Tamino Mut zu und nähert sich der rechten Tempelpforte – es ist der Tempel der Vernunft –, wird aber von Chorstimmen zurückgewiesen. Dasselbe passiert an der linken Pforte, beim Tempel der Natur. Als Tamino es an der mittleren Pforte versucht, die mit „Tempel der Weisheit“ überschrieben ist, erscheint ein Sprecher (Bass) und fragt Tamino nach seinem Begehren. Zwischen den beiden entspinnt sich ein langer Dialog. Der Prinz singt dabei immer schnell und erregt, der Priester antwortet stets getragen und bedächtig mit seiner tiefen Stimme. Er bestätigt, dass Pamina in Sarastros Gewalt ist, doch mehr darf er im Moment nicht sagen. Chorstimmen aus dem Tempel teilen Tamino mit, dass Pamina lebt. Er versucht, die Angebetete mit seiner Zauberflöte herbeizurufen – wilde Tiere eilen statt ihrer friedlich herbei. Auf den Flötenton antwortet immerhin Papageno mit seiner Panflöte. Voller Freude hofft Tamino, dass sein Freund Pamina schon gefunden hat.

„Du feines Täubchen, nur herein – O welche Marter, welche Pein! – Verloren ist dein Leben. – Der Tod macht mich nicht beben.“ (Monostatos und Pamina, S. 23)

Papageno und Pamina sind glücklich, den Ton der Zauberflöte gehört zu haben. Sie laufen rasch hinter Tamino her, werden jedoch von Monostatos und seinen Sklaven eingeholt. Bevor diese sie fesseln können, lässt Papageno sein Glockenspiel erklingen. Sogleich fangen Monostatos und die Sklaven zum Klang der Glöckchen zu tanzen an. Pamina und Papageno wähnen sich gerettet und wünschen sich im Duett, jeder brave Mann möge solche Glöckchen finden. Doch in diesem Augenblick kündigen Fanfaren und ein Chor zu Marschmusik Sarastros Erscheinen an. Pamina ist entschlossen, sich Sarastro gegenüber zur Wahrheit zu bekennen: dass sie fliehen wollte, weil sie sich von Monostatos bedrängt fühlte. Sarastro will sie aber nicht zu ihrer Mutter entlassen, weil dies nicht zu ihrem Glück wäre. Monostatos schleppt Tamino herbei. Der Prinz und Pamina erkennen sich und fallen sich in die Arme. Monostatos geht dazwischen, weil er glaubt, dies sei im Sinne Sarastros, erhält aber „zur Belohnung“ eine Prügelstrafe. Sarastro ordnet an, die beiden Königskinder nun für „die Prüfung“ bereit zu machen. Ein den weisen Priester preisender Chor beschließt den Akt.

2. Akt: Die erste Prüfung

Zu einem heiter und gelassen klingenden Marsch schreiten Priester mit Sarastro feierlich ein. Unmittelbar danach erklingt wieder die aus der Ouvertüre bekannte dreimalige Fanfare. Sarastro preist die Tugenden und die Menschlichkeit Taminos und verkündet, dass er und Pamina sich den Einweihungsprüfungen unterziehen müssen, um sich der künftigen Herrschaft im Reich der Weisheit würdig zu erweisen. Der Sprecher soll ihr Begleiter sein. Sarastros Arie „O Isis und Osiris“ zum Marschrhythmus der Ouvertüre beendet die Priesterversammlung.

„Bei Männern, welche Liebe fühlen, fehlt auch ein gutes Herze nicht. – Die süßen Triebe mitzufühlen, ist dann der Weiber erste Pflicht.“ (Pamina und Papageno, S. 27)

Tamino und Papageno werden mit verbundenen Augen in den Vorhof des Tempels geführt. Tamino ermahnt den furchtsamen Papageno, sich als Mann zu beweisen. Der Sprecher und ein weiterer Priester (Bass) fragen, ob die beiden bereit sind, die Prüfungen selbst unter Todesgefahr auf sich zu nehmen. Tamino weiß, dass er nur so Pamina gewinnen kann, und willigt sofort ein. Papageno aber zögert, bis auch ihm eine Gefährtin in Aussicht gestellt wird. Vorerst dürfen sie aber auf keinen Fall mit den Frauen oder überhaupt „mit Weibern“ sprechen. Verschwiegenheit ist bereits die erste Prüfung. Die beiden Priester bekräftigen ihre Mahnung über die „Weibertücken“ in einem Duett; sie wird am Schluss durch abgehackte Töne, die von den Fagotten und Bratschen wiederholt werden, besonders nachdrücklich hörbar. Plötzlich sind die drei Damen wieder zur Stelle; sie versuchen in einem langen, lebhaften Quintett Tamino und Papageno zum Sprechen zu bringen. Die Damen äußern sich abfällig über die Priestergemeinschaft. Papageno will ihnen antworten und losplaudern, er wird aber von Tamino wiederholt an seine Schweigepflicht erinnert. Unverrichteter Dinge und unter Donnergetöse räumen die Damen wieder das Feld. Die Priester führen Tamino und Papageno mit verbundenen Augen an den nächsten Prüfungsort.

Pamina wird von allen Seiten bedroht

In einem Garten schläft Pamina. Monostatos tritt an sie heran. Begleitet von der Piccoloflöte kreisen seine Gedanken nur darum, die Schöne zu verführen: „Alles fühlt der Liebe Freuden, schnäbelt, tändelt, herzt und küsst“. Als Schwarzer hat er eigentlich keinerlei Aussichten auf Erfolg bei einer weißen Frau, das ist ihm bewusst. Doch an die wehrlos Schlafende wagt er sich heran. In letzter Sekunde tritt ihm die Königin der Nacht entgegen, gleichzeitig erwacht Pamina. Die Königin klagt über ihre verlorene Macht. Um sie zurückzuerlangen, stiftet sie Pamina zum Mord an Sarastro an und gibt ihr einen Dolch. In einer dramatischen Koloraturarie („Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen“) droht die Königin, Pamina zu verstoßen, falls ihr der Mord nicht gelingt. Pamina ist entsetzt. Monostatos hat das Gespräch belauscht und droht Pamina nun seinerseits, ihre Mutter umzubringen, falls die Königstochter ihm nicht zu Willen ist. Pamina weigert sich standhaft. Erst Sarastros Eingreifen verhindert, dass Monostatos Pamina ersticht. Sie bittet bei Sarastro um Gnade für ihre Mutter. Sarastro erwidert nur, dass jetzt alles von Taminos Tapferkeit abhänge. Der weise Priester will die Königin nicht bestrafen: „In diesen heil’gen Hallen kennt man die Rache nicht“, so singt er in einer kirchenliedähnlichen, langsamen und würdevollen Arie.

Die zweite Prüfung

Nachdem Tamino und Papageno von den Priestern an das Schweigegebot erinnert worden sind, spricht ein altes Weib (Sopran) Papageno an. Nur mit Mühe gelingt es Tamino, Papageno am Reden zu hindern. Dann erscheinen die drei Knaben und bringen die Zauberflöte und das Glockenspiel zurück. Auf das Spiel der Flöte hin eilt Pamina herbei. Tamino seufzt und bedeutet ihr, wieder zu gehen. Sie missversteht sein Schweigen und beklagt das verschwundene Liebesglück. Ihr Lamento wird trauernd begleitet von Streichern und dunklen Holzbläsern.

„Ein Mädchen oder Weibchen wünscht Papageno sich! O so ein sanftes Täubchen wär’ Seligkeit für mich!“ (Papageno, S. 61)

Posaunentöne erinnern Tamino und Papageno an ihre Aufgabe. Tamino reißt Papageno mit sich in ein Gewölbe, wo ihnen eine Priesterprozession begegnet. Sarastro führt Pamina herein und eröffnet ihr, Tamino erwarte sie zu einem letzten Lebewohl. Die drei vollziehen den Abschied in einem traurigen Terzett. Um Papageno kümmert sich unterdessen der Sprecher. Die Prüfungen wird er nicht bestehen können, aber weil er gutmütig ist, werden ihm seine Wünsche trotzdem erfüllt: Kaum ist ihm heiß, erhält er einen Kelch mit Wein. Erfreut denkt er darüber nach, was er noch brauchen könnte: Seine Arie „Ein Mädchen oder Weibchen wünscht Papageno sich“ wird von Glockenspieltönen eingeleitet und begleitet. Die Alte, die Papageno schon früher zum Sprechen bringen wollte, tritt prompt zu ihm und entpuppt sich als die junge, schöne Papagena, die aus ihrer Maskerade schlüpft. Doch der Sprecher entzieht sie dem Vogelfänger gleich wieder.

„Der, welcher wandert diese Straße voll Beschwerden, wird rein durch Feuer, Wasser, Luft und Erden.“ (zwei Geharnischte, S. 65)

Die Knaben erwarten mit dem Sonnenaufgang den Anbruch eines neuen Zeitalters. Besorgt beobachten sie, wie Pamina sich quält, weil sie sich von Tamino wie von ihrer Mutter im Stich gelassen fühlt.

Die dritte Prüfung

Zwei Geharnischte (Tenor und Bass) kündigen an, Tamino zu seiner endgültigen Läuterung das Reich von Wasser und Feuer zu öffnen, der beiden Elemente also, die Todesschrecken verbreiten können: „Der, welcher wandert diese Straße voll Beschwerden, wird rein durch Feuer, Wasser, Luft und Erden“. Bevor Tamino aufbricht, kommt Pamina herbeigelaufen. Sie will ihn begleiten und rät ihm, zu seinem Schutz die Zauberflöte zu spielen, deren Herkunft sie erklärt. Zusammen durchqueren die beiden unbeschadet Feuerglut und Wasserflut und stehen am Ende vor Sarastro. Von einem Triumphchor werden sie mit Pauken und Trompeten in Empfang genommen und in einen Garten geleitet.

„Diesen Baum da will ich zieren, mir an ihm den Hals zuschnüren. Weil das Leben mir missfällt, gute Nacht, du falsche Welt.“ (Papageno, S. 68)

Dort will Papageno seinem Leben ein Ende setzen, weil er Papagena verloren hat: „Diesen Baum da will ich zieren.“ Die Knaben halten ihn in letzter Sekunde davon ab und erinnern ihn an die Zauberkraft seines Glockenspiels. Es erklingt – und das Wunder geschieht: „Pa-pa-gena“ stottert er vor Freude, als sie erscheint, und sie erwidert in gleicher Weise: „Pa-pa-geno“.

„Die Strahlen der Sonne vertreiben die Nacht, zernichten der Heuchler erschlichene Macht!“ (Sarastro, S. 72)

Aus der Dunkelheit der Gewölbe schleichen unterdessen zu Schauermusik Monostatos, die Königin der Nacht und ihre drei Damen heran, immer noch in mörderischer Absicht. Monostatos hat sich auf die Seite der Königin geschlagen, weil ihm als Lohn Pamina versprochen wurde. Doch die Gruppe wird von einem Donnerschlag zerschmettert und Helligkeit strahlt auf. Sarastro, Tamino, Pamina und die Priester begrüßen den Morgen eines neuen Zeitalters. In Sarastros Worten: „Die Strahlen der Sonne vertreiben die Nacht“.

Zum Text

Aufbau und Stil

Die Oper ist innerhalb ihrer beiden Akte in eine Vielzahl von „Bildern“ mit jeweils verschiedenen Handlungsorten unterteilt. Im ersten Akt sind es vier Bilder, im zweiten zehn. Kleine Ungereimtheiten in der Handlung (so werden z. B. die Zauberflöte und das Glockenspiel im zweiten Akt von den Knaben zurückgebracht, obwohl sie nie verloren waren) und der gezwungen wirkende Schluss werden auf Ad-hoc-Änderungen am Libretto zurückgeführt, die vielleicht nötig waren, weil kurz vor der Uraufführung eine andere Oper mit ähnlichem Thema in Wien auf die Bühne gebracht wurde. Formal gesehen hält sich Die Zauberflöte an die traditionelle Abfolge von Gesangsnummern, Rezitativen (Sprechgesang) und gesprochenem Dialog. Die Verschmelzung der verschiedenen Elemente von (ernster) Opera seria und (komödiantischer) Opera buffa gelingt Mozart zum einen durch die Verwendung von deutschem Text, zum anderen durch die natürliche, Herz und Sinne ansprechende Einfachheit der Melodien. Die Oper enthält eine Fülle musikalischer Stilelemente, vom strengen Choral (Mozart hat sich hierzu bei Bach bedient) über das Volksliedhafte, Buffoneske bis hin zur dramatischen, virtuosen Koloraturarie. Die vollkommene Beherrschung aller musikalischen Ausdrucksformen ist charakteristisch für das gesamte Werk Mozarts und entfaltet sich in der Zauberflöte in allen Spielarten. Abwechslungsreich setzt Mozart Einzelgesang, Duette, Ensembleszenen (Terzette und Quintette) und Chöre ein und unterstützt die Handlung lautmalerisch.

Interpretationsansätze

  • Die Welt der Zauberflöte ist eindeutig geteilt in Gut und Böse. Die Königin der Nacht steht für das Böse, für Hinterlist, „Weibergeschwätz“ und Aberglaube. Ihr Gegenspieler Sarastro verkörpert die positiven Werte der Humanität und der Aufklärung.
  • Diese zweigeteilte Welt ist bevölkert von drei Menschentypen – wie die Zahl drei überhaupt die ganze Oper durchzieht: drei Damen, drei Fanfaren, drei Tempelpforten usw. Zwischen den Polen Gut und Böse leben und streben die Menschen: Pamino und Tamina ringen zwischen diesen zwei Mächten. Papageno und Papagena bleiben naive Alltagsmenschen, unbekümmert um Ideale, nur auf der Suche nach der Befriedigung ihrer elementaren Wünsche.
  • Die Oper enthält viele freimaurerische Elemente. Mozart und sein Librettist Schikaneder waren beide Freimaurer. Das wichtigste Element ist das Einweihungsritual, das den eigentlichen Inhalt der Zauberflöte ausmacht und den Gang der Handlung bestimmt. Die Einweihung wird über den Weg der Erfahrung, nicht über den Weg der Mitteilung erreicht. Deswegen wird so viel Wert auf das Schweigen gelegt. Und deswegen soll Tamino auch weder den Vernunfttempel (intellektuelle Einsicht, Schulwissen) noch den Naturtempel (Naturerkenntnis, Wissenschaft) betreten.
  • Neben ihrer humanistischen Botschaft enthält Die Zauberflöte auch sehr viele weniger bedeutungsschwere und mehr auf Unterhaltung angelegte Elemente. Das komische Buffo-Paar Papageno/Papagena etwa stammt aus der Commedia- und Schwänketradition des zeitgenössischen Theaters.
  • Der Einsatz der musikalischen Zaubermittel Flöte und Glockenspiel weist, wie im Orpheus-Mythos, auf die Verwandlungsmacht der Musik hin, die nicht nur die Mohren zum Tanzen bringt. Die Verwandlung von Tamino und Pamina zu Eingeweihten ist nicht zuletzt ein musikalisches Wunder. Musik, so die Botschaft der Zauberflöte, ist ein humanes Zaubermittel.

Historischer Hintergrund

Speerspitze der Humanität: die Freimaurer

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität sind die fünf Grundideale der Freimaurerei. Sie ist sehr karitativ ausgerichtet im Sinne einer aktiven Wohltäterschaft, versteht Nächstenliebe aber auch im ethischen Sinn des Verzichts auf Vergeltung (vgl. Sarastros Arie „In diesen heil’gen Hallen kennt man die Rache nicht“). Entstanden in England zu Beginn des 18. Jahrhunderts, breitete sich die Freimaurerei rasch über ganz Europa aus. Der Rückgriff auf das Bauhüttenwesen an den mittelalterlichen Kathedralen mit seinen Steinmetzbruderschaften prägte Namensgebung, Organisationsform und Symbolik der Freimaurer. Der Dreiklang „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ rückte die Freimaurerei in die Nähe der aufklärerischen Bewegung. Im Zuge dieser historischen Entwicklung entfaltete sie ihre größte politische Wirksamkeit, auch wenn sie sich keinesfalls als politische Organisation verstand und versteht. Viele führende Köpfe der Amerikanischen wie der Französischen Revolution waren Freimaurer. Auf jeder Dollarnote kann man freimaurerische Symbole erkennen, und der in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung niedergelegte „pursuit of happiness“ ist ein originär freimaurerisches Anliegen. Auch in Mozarts Wien war die Freimaurerei sehr einflussreich und verstand sich als intellektuelle Avantgarde. Die erste Loge wurde dort 1742 gegründet. Kaiser Joseph II. brachte nach dem Tod seiner Mutter Maria Theresia ein umfangreiches Reformprogramm im Sinne der Aufklärung auf den Weg: Abschaffung von Leibeigenschaft, Folter und Zensur, Toleranz für andere Religionen als die katholische. Die katholische Kirche bekämpfte die Freimaurerei.

Entstehung

Der Vorschlag zur Zauberflöte wurde Mozart von dem mit ihm befreundeten Theaterleiter und Librettisten Emanuel Schikaneder unterbreitet. So genannte Kasperl- und Zauberopern waren damals in Wien ein populäres Genre. Als Vorlage dienten Mozart und Schikaneder verschiedene Märchen und Fabeln, etwa Lulu oder die Zauberflöte (1789) von August Jacob Liebeskind; von Bedeutung war ferner der französische Bildungsroman Sethos (1731) von Jean Terrasson. Ob Mozart mit der Vertonung Schikaneder helfen wollte, sein fast bankrottes Theater zu retten, oder ob umgekehrt Schikaneder beabsichtigte, Mozart aus finanziellen Nöten zu befreien, ist nicht geklärt. Mozart ging jedenfalls auf den Vorschlag seines Freundes ein und begann im Frühjahr 1791 mit der Komposition. Die Partitur war bis Ende Juli im Wesentlichen abgeschlossen. Mozart unterbrach die endgültige Fertigstellung der Oper für eine Auftragsarbeit in Prag, die sich bis Mitte September hinzog. Dann trug er nur noch Einzelheiten nach; am 28. September war die Partitur endgültig fertig, und schon am 30. des gleichen Monats erfolgte die Uraufführung in Schikaneders Theater in Wien, unter Mozarts Leitung. Das Premierenpublikum reagierte zunächst zurückhaltend, aber der Erfolg stellte sich dann doch so schnell ein, dass Mozart ihn noch miterlebte – er starb gut zwei Monate nach der Uraufführung.

Wirkungsgeschichte

Die Zauberflöte wurde bereits innerhalb des ersten Jahres an Schikaneders Theater 100 Mal gespielt. Andere Bühnen im ganzen Kaiserreich folgten schnell: Prag 1792, Augsburg, Leipzig, Frankfurt, Berlin, Dresden und Mannheim 1794. Auch in St. Petersburg (1797) und in Paris (1801) wurde das Werk aufgeführt. Auf Johann Wolfgang von Goethe machte die Oper einen solchen Eindruck, dass er sich mit dem Projekt einer Fortsetzung trug, das aber letztlich nicht zustande kam. Die Zauberflöte wurde zum Vorbild für die deutsche romantische Oper, vor allem für Carl Maria von Weber (Der Freischütz, Oberon), bis hin zu den Märchenopern eines Engelbert Humperdinck (Hänsel und Gretel) oder Richard Strauss (Die Frau ohne Schatten, Ariadne).

Friedrich Schinkel, der bedeutendste deutsche Architekt des frühen 19. Jahrhunderts, schuf als Leiter des Dekorationswesens der Berliner Hoftheater 1814–1816 die geradezu klassischen Bühnendekorationen zur Zauberflöte, die man heute in jedem zweiten Programmheft abgedruckt findet. Besonders bekannt ist der im tiefen Nachtblau gehaltene Auftritt der Königin der Nacht. Auch Maler wie Oskar Kokoschka (1955 für Salzburg) und Marc Chagall (1967 für New York) haben die Oper ausgestattet. Die bedeutendste Verfilmung, aufgenommen 1974 im Barocktheater des Schlosses in Drottningholm in Schweden, stammt von dem schwedischen Regisseur Ingmar Bergman. Bis heute ist Die Zauberflöte eine der meistgespielten Opern.

Über den Autor

Wolfgang Amadeus Mozart, der aus einer Musikerfamilie stammt, wird am 27. Januar 1756 in Salzburg geboren. Schon als Kind zeigt sich seine überragende musikalische Begabung. Der Vater Leopold, als Musiker im Dienst des Fürsterzbischofs von Salzburg, lässt Wolfgang nicht nur eine sorgfältige musikalische, sondern auch eine breite allgemeine Ausbildung angedeihen: Latein, Französisch, Italienisch und Englisch stehen auf dem Stundenplan. Schon als Wolfgang sechs Jahre alt ist, unternimmt der Vater mit ihm Konzertreisen. Das „Wunderkind“ wird schnell eine europäische Berühmtheit, sein Ruf eilt ihm bis nach Paris und London voraus. 1772–1777 ist Mozart Konzertmeister in Salzburg. Dann gibt er die Stelle auf und fährt mit seiner Mutter nach Paris, wo diese stirbt. Nach einer weiteren Anstellung in Salzburg kommt es 1781 zum endgültigen Bruch mit dem dortigen Hof, Mozart übersiedelt nach Wien. Hier ist er sehr erfolgreich als freischaffender Komponist, beginnend mit der Oper Die Entführung aus dem Serail (1782) und mit vielen Konzertwerken. Musikaufführungen im privaten Rahmen sind Bestandteil der Adelskultur, aus diesen Kreisen kommen Mozarts Auftraggeber und Musikschüler. 1784 wird der Komponist Freimaurer. In Wien entstehen die bekanntesten seiner 24 Opern: Don Giovanni, Figaros Hochzeit und Così fan tutte. Ab etwa 1786 beginnt die Gunst des Wiener Publikums zu schwinden, und Mozart hat mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. In seinem letzten Lebensjahr schreibt er u. a. Die Zauberflöte und das bekannte Requiem (1791). Im Alter von nur 35 Jahren stirbt er am 5. Dezember 1791 in Wien. Als Todesursache wird „hitziges Frieselfieber“ eingetragen; eindeutig geklärt sind die Umstände von Mozarts Tod bis heute nicht – vielleicht war es eine nie ganz ausgeheilte Streptokokkeninfektion, vielleicht Syphilis, vielleicht wurde er auch, wie er selbst glaubte, vergiftet. Mozarts kolossaler Nachruhm jedenfalls setzt schon bald nach seinem Tod ein. Emanuel Schikaneder wird am 9. September 1751 in Straubing geboren. Er ist Schauspieler, Sänger, Theaterleiter und Bühnendichter. 1789 übernimmt er das Theater im Freihaus auf der Wieden in Wien, wo die Uraufführung der Zauberflöte stattfindet; den Papageno spielt Schikaneder selbst. Die Familien Schikaneder und Mozart sind seit Langem befreundet. Wie Mozart tritt auch Schikaneder einer Freimaurerloge bei. Er stirbt am 21. September 1812 in Wien.


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