Zusammenfassung von Dubliner

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Dubliner Buchzusammenfassung
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Rezension

Leben in der Sackgasse

Joyce’ Dubliner ist wahrlich keine Reklame für die irische Hauptstadt. Dublin wirkt darin derart marode und rückständig, dass man Moder, Staub und Asche buchstäblich auf dem Papier zu spüren meint. Joyce wirft einen schonungslosen Blick auf eine Gesellschaft voller Gescheiterter und Betrogener: Arbeitslose und Trinker, gelangweilte Angestellte und bevormundete Töchter. Manche haben künstlerische Ambitionen oder träumen von fernen Ländern, doch keinem gelingt es, aus seiner Routine auszubrechen. Stattdessen verharren die Bewohner Dublins in Lethargie und Benommenheit; Whisky und Bier fließen in rauen Mengen. Äußerlich geschieht in Joyce’ Geschichten wenig, die Handlungen sind banal, die Dialoge bisweilen lückenhaft und unverständlich. Innerlich wird jede Figur von etwas umgetrieben, das sich erst im Lauf der Erzählungen herauskristallisiert. Diese subtile Psychologisierung erschließt sich häufig erst beim zweiten Lesen. Wer Joyce’ Opus magnum Ulysses in Angriff nehmen möchte, für den ist Dubliner der perfekte Appetizer.

Über den Autor

James Joyce wird am 2. Februar 1882 in Dublin geboren. Seine Ausbildung beginnt in der Jesuitenschule Clongowes Wood. Anschließend besucht er bis 1898 das Royal University College in Dublin. 1902 zieht er ins Ausland, weil er das konservative, katholische Irland nicht mehr erträgt. Seine antikatholische Haltung wird sich später auch in seinen Werken niederschlagen, was ihm herbe Kritik aus dem konservativen Lager einbringt. In Paris beginnt er ein Medizinstudium, beendet es aber nicht. Joyce’ sprachliches Talent tritt bereits in jungen Jahren zutage: So übersetzt er beispielsweise Gerhart Hauptmann und schreibt Briefe an den von ihm verehrten Henrik Ibsen – auf Norwegisch. 1904 versucht sich Joyce in Gedichten und Kurzgeschichten. Nach einer vorübergehenden Rückkehr nach Dublin zieht er nach Triest, wo er eine Stelle als Sprachlehrer annimmt. Im Jahr 1914 erscheint die Kurzgeschichtensammlung Dubliners (Dubliner). 1915 zieht Joyce weiter nach Zürich. Hier kommt er mit den Dadaisten und Expressionisten in Berührung. Ein Jahr später erscheint der Roman A Portrait of the Artist as a Young Man (Ein Porträt des Künstlers als junger Mann, 1916), der Joyce einem breiteren Publikum bekannt macht. Weltweiten Ruhm erlangt er mit dem Roman Ulysses, der erst 1922 in Buchform erscheint, weil der Abdruck in einer amerikanischen Zeitschrift von der Zensur untersagt wird. In den 20er Jahren zieht Joyce mit seiner Familie nach Paris. 1939 publiziert er mit Finnegans Wake sein vielleicht surrealstes und rätselhaftestes Werk. Nach dem Einmarsch der Nationalsozialisten in Paris flieht Joyce erneut nach Zürich. Dort erleidet er 1941 einen Darmdurchbruch, von dem er sich nicht wieder erholt. Er stirbt am 13. Januar 1941.

 

Zusammenfassung

Die Schwestern

Pfarrer Flynn ist nach dem dritten Schlaganfall gestorben. Der kindliche Erzähler erinnert sich mit einer Mischung aus Bewunderung und Abscheu an ihn. Flynn war zwar sein geistlicher und intellektueller Mentor; dennoch verspürt er nach dessen Tod ein Gefühl der Befreiung. Bei einem Besuch im Trauerhaus blickt er am Totenbett in das grimmige Gesicht des Verstorbenen. Die beiden Schwestern des Pfarrers halten die Totenwache. Aus ihrer Unterhaltung erfährt der Erzähler, dass der Priester ein enttäuschter, gebrochener Mann war: Seit er einen Kelch zerbrochen hatte, litt er unter geistiger Verwirrung; eines Nachts wurde er allein in seinem Beichtstuhl gefunden, leise lachend.

Eine Begegnung

Beflügelt von Wildwestromanen suchen der Erzähler – ein halbwüchsiger Junge – und sein Freund Mahony das Abenteuer. Sie schwänzen die Schule. Auf ihrem Streifzug durch das Viertel am Fluss begegnen sie einem seltsamen alten Mann, der sie anspricht. Er redet vom Wetter, von der Schulzeit, von Büchern und von „Liebchen“. Auf geheimnisvolle Weise wiederholt er seine Sätze, bricht dann plötzlich ab und entfernt sich ein Stück. Mahony beobachtet ihn dabei, wie er irgendetwas...


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