Rezension von Factfulness

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Bewertung

8 Gesamtbewertung

7 Umsetzbarkeit

8 Innovationsgrad

9 Stil


Rezension

Wer nüchtern und sachlich Fakten und Daten vermittelt, droht in der Informationsflut unterzugehen. Viel leichter haben es da emotionale Botschaften, dramatische Berichte oder Dringlichkeitsappelle. Der 2017 verstorbene Medizinprofessor Hans Rosling kritisiert in Factfulness die Oberflächlichkeit, mit der die Medien häufig an unsere Urinstinkte appellieren. Das permanente Verallgemeinern, Dramatisieren und Angstschüren hindert uns, Informationen systematisch einem Faktencheck zu unterziehen. Stattdessen zementieren wir unsere Vorurteile oder verzichten darauf, veraltetes Wissen aufzufrischen. Rosling hat in einer groß angelegten Befragung in 14 Ländern festgestellt, dass die Menschen bei Themen wie Armut, Bildung, Bevölkerungswachstum oder Klimawandel die Welt viel schlechter wahrnehmen, als sie tatsächlich ist. Als die Befragten aus drei vorgegebenen Antwortmöglichkeiten wählen sollten, kamen sie bei Weitem nicht auf 33 Prozent korrekte Antworten: Ihre Ergebnisse waren also schlechter, als wenn sie die Antworten rein zufällig ausgewählt hätten. Diesen Mechanismus benennt Rosling zum Beispiel als „Instinkt der Angst“, und er sammelt weitere „Instinkte“, die starke Parallelen zu bekannten kognitiven Verzerrungen aufweisen. Roslings Botschaft: Faktencheck ist besser als blindes Vertrauen – und die Welt ist nicht so schlecht, wie sie scheint.

Über die Autoren

Hans Rosling war Professor für internationale Gesundheit am Karolinska Institutet in Stockholm und Mitgründer von Ärzte ohne Grenzen. Zusammen mit seinem Sohn Ola Rosling und seiner Schwiegertochter Anna Rosling Rönnlund gründete er die Gapminder-Stiftung. Er verstarb 2017.

 

Das Buch Factfulness lehrt den Leser die folgenden Lektionen:

1. Unsere Weltsicht ist systematisch verzerrt.

Hans Rosling erzählt von seiner kindlichen Faszination für den Zirkus, vor allem für Schwertschlucker, die das offensichtlich Unmögliche möglich machten. Seine eigenen Versuche mit einem stabförmigen Gegenstand waren komplett erfolglos. Doch dann sagte ihm jemand, er müsse es statt mit einem runden Gegenstand mit einem flachen probieren. So kaufte er sich ein Schwert und verblüffte fortan die Zuhörer bei seinen Vorträgen hin und wieder mit einer Schwertschlucker-Einlage. Das Unmögliche war also doch möglich – wenn man wusste, wie. Die meisten Menschen, so Rosling, lassen sich aber trotz großer Wissensfortschritte immer noch stark von ihren Instinkten leiten. Er entwickelte einen Test, um den Menschen vor Augen zu führen, dass sie immer noch in überholten, standardisierten Ansichten gefangen sind. Rosling macht den getrübten Blick dafür verantwortlich, dass wir die Veränderungen auf der Welt nicht wahrnehmen – obwohl die Fakten mittlerweile eine klar andere Sprache sprechen. Genau wie wir eben davon ausgehen, dass ein normaler Mensch kein Schwert schlucken kann.


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