Rezension von Finanzwende

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Finanzwende Buchzusammenfassung
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Bewertung

7

Qualitäten

  • Kontrovers
  • Meinungsstark

Rezension

Die Autoren, alle drei Politiker von Bündnis 90 / Die Grünen, skizzieren in ihrem Buch sozusagen das finanzpolitische Programm der Partei in einer „extended version“. Sie zeigen, wie die Finanzmärkte sicherer gemacht und die Banken reguliert werden sollten und wie die Finanzindustrie wieder in den Dienst der Verbraucher gestellt werden kann. So begrüßenswert es ist, dass die Autoren in der gebotenen Kürze komplexe Probleme und mögliche Lösungen allgemeinverständlich darzulegen versuchen: Häufig werden Fachbegriffe nicht erklärt und ökonomische Konzepte als bekannt vorausgesetzt, sodass ihre Ausführungen vermutlich nicht für jeden Leser einfach nachvollziehbar sein dürften. Für besser mit der Materie vertraute Experten dagegen ist es manchmal misslich, dass die Autoren ihre Thesen, die ja keineswegs unstrittig sind, eher behaupten denn diskutieren. Das Buch ist dennoch eine wichtige politische Antwort auf die Finanzkrise 2008. Es ruft ins Gedächtnis, dass zehn Jahre nach dem Jahrhundert-Crash viele der Ursachen immer noch virulent sind. Auch wenn manche Maßnahme ergriffen wurde, ist das System keineswegs krisensicher, sodass das Buch leider nichts an Aktualität eingebüßt hat.

Über die Autoren

Sven Giegold ist Wirtschaftswissenschaftler und hat Attac Deutschland mitbegründet. Er ist Mitglied des Europaparlaments. Udo Philipp war Manager bei einem der größten Private-Equity-Fonds Europas und wechselte dann in den  Aufsichtsrat der Nachhaltigkeitsbank Triodos. Gerhard Schick ist promovierter  Volkswirt und war lange finanzpolitischer Sprecher der Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen im Bundestag.

 

Das sind die wichtigsten Lektionen des Buches:

1. Ein „New Green Deal“ soll Geld aus dem Finanzsektor in die Wirtschaft leiten und das System stabilisieren.

Die Instabilität des Finanzsystems ist eine Folge makroökonomischer Ungleichgewichte. Dazu zählt gemäß den Autoren zum Beispiel der notorische Leistungsbilanzüberschuss des Exportweltmeisters Deutschland. Die Überschüsse der einen aber sind zwangsläufig die Defizite der anderen. Die Autoren sprechen davon, dass es „makroprudenzieller“ Strategien bedarf, und schlagen einen „New Green Deal“ vor, in Anlehnung an den berühmten „New Deal“, mit dem US-Präsident Franklin D. Roosevelt in den 1930er-Jahre die amerikanische Wirtschaft aus der Weltwirtschaftskrise holen wollte. Mit dem „New Green Deal“ ist ein massives Investitionsprogramm der öffentlichen Hand in eine ökologische und soziale Modernisierung gemeint, etwa in die Sanierung von Infrastruktur, in den Netzausbau und in die Energiewende. Während die sprichwörtliche schwäbische Hausfrau sinnvollerweise in der Zeit spart, damit sie in der Not etwas hat, funktioniert das für Volkswirtschaften nicht: Die Sparneigung ist zu hoch, die Investitionen sind zu gering. Statt die Ersparnisse sinnvollen Investitionen zuzuführen, bleibt das Kapital sozusagen im Finanzsektor hängen und bläht diesen weiter auf. Ein massives Investitionsprogramm könnte das Geld abschöpfen und damit die Ungleichgewichte reduzieren und das gesamte System stabilisieren, glauben die Autoren.


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