Zusammenfassung von Game Over

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Game Over Buchzusammenfassung
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Bewertung

8

Qualitäten

  • Überblick
  • Analytisch
  • Meinungsstark

Rezension

Das Buch liest sich wie ein Krimi. Leider wird hier aber keine Fiktion verhandelt. Stattdessen ist Game Over eine umfassende Analyse der gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Weltlage. Die umfangreiche Darstellung der Fakten verrät den Kenntnisreichtum des Autors, die Zusammenhänge sind sehr erhellend erläutert. Auch die Schlussfolgerungen lassen an Klarheit nichts zu wünschen übrig: Hans-Peter Martin prognostiziert einen Systemcrash und warnt vor Krieg. Dem Schreibstil merkt man den routinierten Spiegel-Redakteur an. Punktuell blitzt Empörung auf – darüber, dass sich so wenige empören, etwa angesichts der Milliarden Euro, die die Superreichen der Gesellschaft durch Steuervermeidung vorenthalten. Zutiefst pessimistische Einschätzungen im Sinne des Titels wechseln mit Appellen und Aufrufen zum Handeln – insofern ist die labile Weltlage auch auf der Textebene zu spüren. Während sich auf rund 300 Seiten ein Panoptikum des Schreckens entfaltet, fragt sich der Leser, welche Lösung es für die Probleme geben kann. Am Ende bietet der Autor eine an: Teilen, teilen, teilen. Und zwar politisch, ökonomisch, sozial und digital. Die Lösung, so sehr man sie auch als frommen Wunsch einstufen mag, überzeugt. Ein für alle politisch interessierten Menschen empfehlenswertes Buch.

Über den Autor

Hans-Peter Martin arbeitete viele Jahre als Auslandskorrespondent des Nachrichtenmagazins Der Spiegel. Darüber hinaus gehörte er 15 Jahre lang dem Europäischen Parlament als unabhängiges Mitglied an. Einer größeren Öffentlichkeit wurde er als Mitautor des Buches Die Globalisierungsfalle bekannt.

 

Zusammenfassung

Demokratiemüdigkeit der Eliten und Bürger

Die Strahlkraft der demokratischen Systeme verblasst. Immer größere Teile der Gesellschaft wenden sich ab. Viele Superreiche haben sich bereits Rückzugsorte in Übersee gesichert, wo sie ihr bequemes und ungetrübtes Leben fortzuführen gedenken, falls dies hierzulande etwa aufgrund von Bürgerkriegen nicht mehr geht. Die Wirtschaftselite sieht die repräsentative Demokratie immer kritischer und liebäugelt stattdessen mit autoritären Ansätzen. Und die Mittelreichen haben auch keine richtige Lust mehr auf Teilhabe am sozialen Leben. Wenn einst der Firmeninhaber noch im Kirchenchor oder im örtlichen Sportverein mitgemacht hat, so bleibt man heute lieber unter sich.

Die Demokratiemüdigkeit der Eliten trifft auf eine Bevölkerung, die sich großteils im Kampf gegen den sozialen Abstieg befindet. In vielen großen Städten haben die Mieten exorbitante Höhen erreicht. Prekäre Arbeitsverhältnisse sind weit verbreitet. Das Steuersystem ist von Ungerechtigkeit geprägt: Arbeitnehmer zahlen real immer mehr, Unternehmen immer weniger Steuern. Digitalisierung und Automatisierung gefährden Arbeitsplätze.


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