Zusammenfassung von Geld und Geist

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Geld und Geist Buchzusammenfassung
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Klassiker


Rezension

Angst vor dem Verlust der Idylle

Geld oder Liebe, Himmel oder Hölle, Berg oder Tal – nicht umsonst nannte Gottfried Keller den Dichter Albert Bitzius alias Jeremias Gotthelf ein „episches Genie“. Dessen Roman Geld und Geist, geschrieben 1842, behandelt zwar vordergründig Probleme der kleinbäuerlichen Lebenswelt. Tatsächlich ging es Gotthelf aber um große Fragen: Was macht die Geldgier mit dem Menschen in einer Zeit gesellschaftlicher Umbrüche? Für den wortgewaltigen Schweizer Dichterpfarrer war die Antwort klar: Nur ein radikales Bekenntnis zu Christus kann die Menschheit von der Geißel des modernen Materialismus befreien. Die „Entsumpfung des Volkes und der Seelen“ sah er als seine Lebensaufgabe. Dem heutigen Leser mag sein missionarischer Tonfall penetrant erscheinen. Doch bietet das Buch einen einzigartigen Einblick in die Gedankenwelt der Menschen seiner Zeit. Deren Leben war unter anderem geprägt von der Angst vor dem Fremden und dem Verlust einer vermeintlichen Idylle – ein Thema, wie es aktueller kaum sein könnte.

Über den Autor

Jeremias Gotthelf heißt mit bürgerlichem Namen Albert Bitzius. Sein schriftstellerisches Pseudonym übernimmt er von der Titelfigur eines seiner Romane: Der Bauernspiegel oder Lebensgeschichte des Jeremias Gotthelf, von ihm selbst beschrieben, veröffentlicht 1837. Als Sohn eines protestantischen Pfarrers wird er am 4. Oktober 1797 in Murten im Schweizer Kanton Freiburg geboren. Wie sein Vater schlägt er eine theologische Laufbahn ein und studiert in Bern und Göttingen. Ab 1831 wirkt er in Lützelflüh im Emmental zunächst als Vikar, ab 1832 als Pfarrer. Wenige Jahre später beginnt er seine schriftstellerische Tätigkeit, zunächst als Mitarbeiter am liberalen Berner Volksfreund. 1833 heiratet Gotthelf Henriette Zeender, eine Pfarrerstochter; dieser Ehe entstammen drei Kinder. Neben seiner seelsorgerischen Tätigkeit ist Gotthelf zeitweise auch mit Verwaltungsaufgaben im Schulwesen befasst. Außerdem verfasst er seit der Niederlassung in Lützelflüh sein ebenso umfangreiches wie erfolgreiches literarisches Werk. Die Schauplätze von Gotthelfs Romanen und Erzählungen sind immer wieder die Umwelt und die Orte seiner bäuerisch geprägten schweizerischen Heimat. Obwohl er eigentlich aus der gebildeten, städtischen Berner Oberschicht stammt, vertritt er ein zunehmend konservatives Weltbild, im Gegensatz zu den liberalen und fortschrittlichen Strömungen und den einschneidenden Umbrüchen seiner Epoche. Neben der Novelle Die schwarze Spinne (1842) werden vor allem die Romane Uli der Knecht (1841) und Uli der Pächter (1849) einem breiteren Publikum bekannt. Gotthelf stirbt am 22. Oktober 1854 in seiner Pfarrgemeinde Lützelflüh.

 

Zusammenfassung

Eine vorbildliche Familie

Auf dem schönen Hof Liebiwyl lebt eine Familie, wie es keine zweite gibt im Emmental. Der Bauer Christen, seine Frau Änneli und die drei erwachsenen Kinder sind fleißig, gottesfürchtig und barmherzig gegenüber den Armen. Freilich herrscht nicht immer eitel Sonnenschein. Christen zum Beispiel ist zwar nicht faul, mag sich aber auch nicht unnötig abrackern. So manche Kuh, die kaum noch Milch gibt, möchte er nicht verkaufen, weil er sie ins Herz geschlossen hat. Geld auszugeben ist ihm zuwider. Anders die geschäftige Änneli: Sie erledigt in einer Stunde die Arbeit von dreien. Da sie aber großzügig an die Armen spendet, rinnt ihr das Geld nur so durch die Finger. Zum Glück wirkt der gelegentliche Zank zwischen den Eheleuten nie lange nach. Vor dem Schlafengehen beten sie immer gemeinsam laut das Vaterunser. Das hilft ihnen, einander zu vergeben und in Frieden miteinander einzuschlafen. Die beiden haben etliche Kinder verloren, aber drei sind ihnen geblieben: Der Älteste, Christeli, ist eher introvertiert. Die hübsche Annelisi, Vaters Liebling, gilt unter den jungen Männern als vorlaut und eingebildet, hat jedoch ein gutes...


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