Zusammenfassung von Adrienne Mesurat

Paris 1927
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Adrienne Mesurat Buchzusammenfassung
Der blaue Himmel über der französischen Provinz und darunter die gutbürgerliche Hölle: Mit seinem Horrorbuch der besonderen Art wurde Julien Green berühmt.

Rezension

Ein Provinzdrama

Langeweile, bürgerliche Zwänge, verzehrende Sehnsucht nach einem erfüllten Leben und das existenzielle Gefängnis, das sich Familie nennt: all das gehört zu den bevorzugten Motiven der modernen Literatur. Selten aber wurden diese Themen so eindringlich dargestellt wie in Adrienne Mesurat. Die 18-jährige Titelheldin lebt mit ihrem tyrannischen Vater und ihrer älteren Schwester in einer französischen Provinzstadt. Die Tage vergehen unendlich langsam, die Monotonie lässt jeden Spaziergang und jeden neu hinzugezogenen Nachbarn zu einem Ereignis werden. Ausgerechnet ein um mehr als 20 Jahre älterer Arzt soll die junge Frau aus dieser Einöde erlösen. Sie verliebt sich in ihn und kann bald an nichts anderes mehr denken als an den fernen Angebeteten. Als sie ihm nach langen seelischen Qualen endlich gegenübersteht und er ihre Liebe verständnislos zurückweist, verfällt sie dem Wahnsinn. Die Provinz erweist sich als Hölle auf Erden, aus der es kein Entrinnen gibt und in der niemand auf Gnade hoffen darf. Julien Greens Meisterstück von 1927 hat bis heute nichts von seiner beklemmenden Atmosphäre verloren.

Zusammenfassung

Ein Tag wie tausend andere
In der Provinzstadt La Tour-l’Evêque steht die 18-jährige Adrienne Mesurat gedankenverloren im Esszimmer ihres Hauses, das den Namen Villa des Charmes trägt, und betrachtet die Ahnengalerie ihrer Familie. Als sie ihre Schwester Germaine aus dem ...
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Über den Autor

Julien Green wird am 6. September 1900 als Julian Hartridge Green in Paris geboren, seine Eltern stammen aus den Südstaaten der USA. Den überwiegenden Teil seines Lebens verbringt der zweisprachig erzogene Green in der französischen Hauptstadt. Als er mit 15 Jahren seine Mutter verliert, tritt er zum katholischen Glauben über. Gegen Ende des Ersten Weltkriegs dient er in der französischen Armee. Ab 1919 studiert er für drei Jahre Philologie an den Universitäten Virginia und Charlottesville. Während dieser Zeit beginnt er, sich mit seiner Homosexualität auseinanderzusetzen. Nach seiner Rückkehr ins geliebte Frankreich will Green zunächst Theologe oder Maler werden, entscheidet sich dann jedoch für die Schriftstellerei. Schon mit seinen ersten Romanen – darunter sein größter Erfolg Adrienne Mesurat (1927) – etabliert er sich als erfolgreicher Schriftsteller. Als die deutsche Wehrmacht im Juni 1940 Frankreich besetzt, flüchtet Green in die Vereinigten Staaten. Bis 1945 arbeitet er im amerikanischen Office of War Information, wobei er vor allem mit Übersetzungen beschäftigt ist und ab und zu schwärmerische Vorträge über Frankreich hält. 1971 wird Green, der sich nie hat einbürgern lassen, als erster Ausländer in die renommierte Académie française gewählt. Sein Werk umfasst mehr als 60 Romane. Als eigentliches Prunkstück dieses beeindruckenden Œuvres gilt jedoch das Tagebuch, das Green mit 19 Jahren begonnen hat und bis kurz vor seinem Tod führt. Es ist eines der umfangreichsten Tagebücher der Literaturgeschichte. Am 13. August 1998 stirbt Green fast 100-jährig in Paris, sein Leichnam wird auf seinen Wunsch in einer Kirche im österreichischen Klagenfurt beigesetzt. Der letzte Eintrag im Tagebuch lautet: „Die Ereignisse sind im Innern.“


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