Zusammenfassung von Bhagavad Gītā

Der Gesang des Erhabenen

Indien 200 bis 300 n. Chr.
Diese Ausgabe: Verlag der Weltreligionen, Mehr

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Bhagavad Gītā Buchzusammenfassung
Die Seele stirbt nie, und sie findet das Glück in sich selbst: die Bibel der Hindus und der Hippies.

Rezension

Durch Selbstbeherrschung zum Seelenfrieden

Was ist dran an diesem über 2000 Jahre alten religiösen Lehrgedicht, dass es Hindus und westliche Philosophen, Dichter, Hippies und Esoteriker gleichermaßen in seinen Bann zieht? Zum einen ist es wohl die archaische, poetische Sprache, die nach all den Jahrhunderten nichts an Kraft und Schönheit eingebüßt hat; zum anderen sind da die zeitlosen philosophischen Prinzipien, die Krishna als personifizierter Gott dem Prinzen Arjuna verkündet. Der Weg zum Glück liegt ihnen zufolge nicht in totaler Weltentsagung, sondern in einem auf Gott ausgerichteten Leben, das durchaus ein tätiges sein kann. Die Idee, mithilfe bestimmter Atem- und Meditationsübungen zu einem in sich ruhenden Menschen zu werden, der sich nicht von seinen Leidenschaften beherrschen lässt, macht bis heute den Reiz dieser schmalen Schrift aus. Nicht weniger interessant – allerdings auch bedenklich – ist die Konsequenz der Reinkarnationslehre, wie sie dem kriegsscheuen Arjuna dargelegt wird: Es ist nicht die Seele, die tötet oder getötet wird – also ist Krieg in Ordnung. Das steht in schroffem Gegensatz zu den Lehren, die etwa Mahatma Gandhi aus der Bhagavad Gītā gezogen hat. So haben denn auch verschiedene Kommentatoren angemerkt, dass in diesem Sammelsurium indischer Philosophie fast jeder findet, was er sucht.

Zusammenfassung

Arjunas Zwiespalt
Auf die Bitte des blinden alten Königs Dhritarāshtra berichtet sein Kundschafter Samjaya von dem Krieg, der wegen Streitigkeiten um die Thronfolge ausgebrochen ist. Samjaya erzählt von Prinz Arjuna, einem Neffen Dhritarāshtras, der, als die...
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Über den Autor

Obwohl die Bhagavad Gītā offiziell nicht zu den vier Veden, also den archaischen, zunächst mündlich tradierten heiligen Schriften des Hinduismus zählt, kann sie doch eine ursprüngliche Gültigkeit für sich in Anspruch nehmen und wird oftmals sogar als fünfte Veda bezeichnet. Der Legende nach schrieb der Weise Vyāsa (wörtlich: „Ordner“, „Sammler“) im Zustand der Erleuchtung das Heldenepos Mahābhārata und das in ihr enthaltene Lehrgedicht Bhagavad Gītā nieder. Der genaue Zeitpunkt der Niederschrift spielt in der traditionellen indischen Überlieferung eine untergeordnete Rolle: Ihr zufolge wurde das Gedicht in einer nicht näher bestimmten Urzeit vor Zehntausenden von Jahren verfasst. Der Text, in dem sich Gott in der Person Krishnas dem Menschen offenbart und ihm das zeitlose, ewig gültige Weltgesetz verkündet, markiert nach sakraler Vorstellung überhaupt erst den Beginn der menschlichen Kultur. Religionswissenschaftler und Indologen sehen das freilich etwas anders: Die Bhagavad Gītā, die zunächst an Fürstenhöfen von Barden mündlich vorgetragen wurde und in mehreren Fassungen existierte, nahm vermutlich zwischen dem zweiten Jahrhundert v. Chr. und dem dritten nachchristlichen Jahrhundert allmählich die heutige Gestalt an (wobei es auch hier abweichende Einschätzungen des Entstehungszeitraums gibt). Tatsächlich deuten die vielen Bruchstellen, redaktionellen Einschübe und auch inhaltlichen Widersprüche darauf hin, dass die Gītā im Lauf der Jahrhunderte aus vielen Quellen und Überlieferungen verschiedener Traditionen zusammengewachsen ist. Auch die frühen Kommentatoren des Werkes, unter ihnen Shankara, Rāmānuja und Bhāskara, drückten der Bhagavad Gītā mit ihren sich z. T. widersprechenden Interpretationen einen jeweils eigenen Stempel auf.


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