Zusammenfassung von Bouvard und Pécuchet

Paris 1881
Diese Ausgabe: Diogenes, Mehr

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Bouvard und Pécuchet Buchzusammenfassung
Flauberts grotesker Antibildungsroman – eine Abrechnung mit der Wissenschafts- und Technikgläubigkeit des 19. Jahrhunderts.

Rezension

Zwei Dilettanten auf intellektueller Abenteuerfahrt

Man kann Gustave Flauberts 1881 erschienenes letztes Werk Bouvard und Pécuchet mit Fug und Recht als einen großen Antibildungsroman bezeichnen. Mit der leidenschaftlichen Begeisterung von Dilettanten erobern die beiden traurigen Helden, zwei ehemalige Beamte, die verschiedensten Wissensgebiete, vom Gartenbau über Architektur und Medizin bis zur Geschichte und Philosophie, nur um sich jedes Mal wieder enttäuscht davon abzuwenden. Ihr Versuch, die Welt mithilfe der Wissenschaften zu begreifen, scheitert gründlich, und so kehren sie zu ihrem langweiligen Schreiberdasein zurück. Mit der slapstickartigen, sich im Kreis drehenden Handlung und den ins Karikaturhafte überzeichneten Figuren lässt das Buch alle Erwartungen an den klassischen Roman ins Leere laufen. Sein Inhalt sind die Phrasen, die Klischees und das pseudowissenschaftlich unterfütterte Geplapper, in dem sich das Mainstreamdenken des 19. Jahrhunderts widerspiegelt. Trotzdem ist das Buch nicht von gestern: Angesichts der heutigen Allverfügbarkeit von Informationen ist Flauberts kritischer Abgesang auf Wissenschaftsgläubigkeit und Fortschrittsoptimismus aktueller denn je.

Zusammenfassung

Lust und Last des Landlebens
An einem heißen Sonntag in Paris nehmen zwei Spaziergänger, der liebenswürdige Bouvard und der ernste Pécuchet, gleichzeitig Platz auf einer Bank. Vom ersten Augenblick an fühlen sie sich zueinander hingezogen. Sie kommen ins Gespräch und stellen...
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Über die Autoren

Gustave Flaubert wird am 12. Dezember 1821 als zweiter Sohn eines Chirurgen in Rouen in der Normandie geboren. Er teilt das Schicksal vieler ungeliebter, weil ungewollter Kinder: Seine Kindheit verläuft eintönig und ist von wenig Zuneigung geprägt. Der Wohnort der Familie, ein Seitenflügel des Krankenhauses, tut ein Übriges, um Flauberts Kindheit düster zu überschatten. Nach der Schule und einem lustlos unternommenen Rechtsstudium in Paris zieht Flaubert sich immer mehr vom öffentlichen Leben zurück. Der Grund für seine Abschottung ist ein rätselhaftes Nervenleiden, das ihn auch zum Abbruch des Studiums zwingt. Auf seinem Landgut in Rouen widmet er sich der Schriftstellerei, die er fast schon asketisch zelebriert. 1846 lernt er Louise Colet kennen, die lange seine Geliebte und zur Zeit ihres Zusammentreffens bereits eine bekannte Schriftstellerin ist. Zwischen 1849 und 1851 unternimmt er mit seinem Freund Maxime Du Camp eine mehrmonatige Reise nach Griechenland, Ägypten und in den Nahen Osten. 1857 gelingt Flaubert mit Madame Bovary der große literarische Durchbruch. Ende der 50er-Jahre treibt es ihn nach Tunesien, wo er sich zu seinem Roman Salammbô (1863) inspirieren lässt. Die Romane L’Education sentimentale (Lehrjahre des Herzens, 1870) und La Tentation de Saint Antoine (Die Versuchung des heiligen Antonius, 1874) fallen beim Publikum durch. Einzig die 1877 erschienenen Meistererzählungen Trois Contes finden starke Beachtung. Die Korrespondenz mit der französischen Schriftstellerin George Sand, dem russischen Schriftsteller Iwan Turgenjew, dem Romancier Théophile Gautier und seinem literarischen Zögling Guy de Maupassant erscheinen postum unter dem Titel Correspondance. Flauberts letzter Roman Bouvard et Pécuchet (Bouvard und Pécuchet) bleibt unvollendet und wird erst im Jahr 1881 veröffentlicht. Am 8. Mai 1880 stirbt Gustave Flaubert in Croisset.


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