Zusammenfassung von Das Abenteuerliche Herz

Erste Fassung. Aufzeichnungen bei Tag und Nacht

Berlin 1929
Diese Ausgabe: Klett-Cotta, Mehr

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Das Abenteuerliche Herz Buchzusammenfassung
Eine geistig anspruchsvolle Flucht vor der Spießigkeit.

Rezension

Ein Schlüsselwerk Ernst Jüngers

Jüngers Abenteuerliches Herz ist ein sehr persönliches Buch, ein Schlüsselwerk. Da die Einträge nicht datiert sind, kann man es nicht als Tagebuch bezeichnen; ein Notizbuch ist es auch nicht, dafür sind viele Aufzeichnungen zu lang. Deren Charakter ist unterschiedlich, meistens handelt es sich um Kurzessays, aber mit gewaltigen Gedankensprüngen, denen man nicht leicht folgen kann. Auffällig sind die Schlüsselbegriffe, die immer wieder vorkommen („geheim“, „magisch“, „Traum“, „Leben“) sowie die teilweise beißende Zeitkritik. Der etwa 30-jährige Jünger hielt weder die Werte Humanität und Zivilisation besonders hoch, noch unterstützte er die Weimarer Republik. Der Text spricht von seiner Suche nach einer Art wahrem Leben, das er im Heldentum oder in einer anarchischen Rebellion verkörpert sieht. Trotz oder gerade wegen der physischen Vernichtung durch den Krieg sieht er eine Chance für ein neues, wesentlicheres und leidenschaftlicheres Leben, das aus der Zerstörung erwachsen kann. Viele Passagen wirken erschreckend: mitleidlos, elitär, eindeutig nationalistisch und durchsetzt von mystischem Geraune. Auch Jüngers Analogien zwischen Natur und menschlicher Gesellschaft mögen beim Leser Skepsis wecken. Ein Buch, das Jünger-Fans wie -Kritiker in ihrer Haltung bestätigen wird.

Zusammenfassung

Zivilisationskritik
Nur noch das Zweckmäßige bestimmt heute die Welt, beeinflusst von Götzendienern der Vernunft und Scharlatanen der Wissenschaft, die keinen Sinn für das Schicksal und das bunte Spiel des Lebens haben. Für sie führt kein Weg vom Zweck zu einem höheren Sinn.
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Über den Autor

Ernst Jünger wird am 29. März 1895 in Heidelberg als Sohn eines promovierten Chemikers geboren. Einer seiner Brüder ist der ebenfalls bekannte Schriftsteller Friedrich Georg Jünger. Seine Kindheit verbringt Jünger vor allem in Hannover. Noch als Gymnasiast geht er zur Fremdenlegion nach Nordafrika, wird aber vom Vater zurückgeholt. Nach dem Notabitur 1914 meldet er sich als Kriegsfreiwilliger und erhält im Ersten Weltkrieg höchste militärische Auszeichnungen als Soldat. Seine Kriegserlebnisse verarbeitet er in mehreren Werken, darunter In Stahlgewittern (1920), das ihn sogleich berühmt macht. Nach dem Krieg dient er bis 1923 in der Reichswehr und studiert danach Zoologie und Philosophie, bricht seine Studien aber ab, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Nach anfänglichen Sympathien hält er sich von den Nationalsozialisten fern und lehnt sowohl einen ihm von der NSDAP angebotenen Sitz im Reichstag als auch die Aufnahme in die Dichterakademie ab. 1939 erscheint sein Roman Auf den Marmorklippen, in der das Regime eines brutalen „Oberförsters“ beschrieben wird. Im gleichen Jahr wird Jünger zur Wehrmacht eingezogen und leistet als Hauptmann Dienst in Frankreich, vor allem in Paris. 1944 wird Jünger, der einigen der Attentäter vom 20. Juli nahesteht, wegen kritischer Äußerungen aus der Wehrmacht entlassen. Weil er sich weigert, den Entnazifizierungsbogen der Siegermächte auszufüllen, wird er nach dem Krieg zunächst mit Publikationsverbot belegt. Anfang der 50er Jahre zieht Jünger nach Wilflingen in Baden-Württemberg, wo er bis zu seinem Lebensende wohnt. Jünger erhält u. a. den Goethepreis und das Bundesverdienstkreuz. Er wird in Frankreich sehr geschätzt, der französische Präsident Mitterand besucht ihn sogar in Wilflingen. Neben seiner Arbeit als Schriftsteller betätigt er sich auch als Insektenforscher und kommt dadurch zu einigem Ansehen. Sein tagebuchartiges Werk Siebzig verweht erscheint in fünf Teilen von 1980 bis 1997. Jünger stirbt kurz vor seinem 103. Geburtstag am 17. Februar 1998. Erst nach seinem Tod wird bekannt, dass er 1996 zum Katholizismus konvertierte.


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