Zusammenfassung von Das Aleph

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Rezension

Im Labyrinth des Denkens

Oberflächlich betrachtet haben die im Erzählband Das Aleph versammelten Geschichten wenig miteinander zu tun. Mal spielen sie in biblischer Vorzeit, mal im Buenos Aires der 1930er- und 1940er-Jahre; mal spricht ein Ich-Erzähler namens Borges, mal ein römischer Tribun, der sich als der Dichter Homer entpuppt, mal ein aztekischer Priester. Bei aller Unterschiedlichkeit teilen die Geschichten eine Grundhaltung tiefer Skepsis gegenüber dem, was man gemeinhin Wahrheit nennt. Borges steht für die Hypothese, dass die Wirklichkeit ein menschliches Konstrukt sei, eine Ansammlung von Projektionen, die uns Orientierung in einer chaotischen Welt geben sollen – und die uns häufig in die Irre leiten. Seine Geschichten handeln nicht nur oft von Labyrinthen, sie sind selbst als literarische Labyrinthe angelegt, als weit verzweigte Geflechte von gelehrten Anspielungen und ironischen Verweisen, die absichtlich nicht immer Sinn ergeben. Die Lektüre ist nicht nur ein intellektuelles Vergnügen, sie führt auch eindrucksvoll vor Augen, wie sehr wir im Labyrinth unseres Denkens und unserer Sprache gefangen sind.

Über den Autor

Jorge Luis Borges wird am 24. August 1899 in Buenos Aires als Sohn eines Rechtsanwalts und Psychologiedozenten und Autors geboren. Borges, der väterlicherseits von Engländern abstammt, wächst zweisprachig auf und liest sich schon früh durch die umfangreiche Bibliothek seines Vaters. In Genf, wohin die Familie 1914 wegen mehrerer Augenoperationen des Vaters zieht, lernt er Deutsch und Französisch. Nach dem Abitur lebt Borges zeitweise in Spanien und verfasst hier erste Prosa- und Lyrikwerke. 1921 kehrt die Familie nach Buenos Aires zurück. Borges schreibt Beiträge für Literaturzeitschriften und veröffentlicht seinen ersten Gedichtband: Buenos Aires mit Inbrunst (Fervor de Buenos Aires, 1923). Ab 1938 arbeitet er als Bibliothekar im Staatsdienst und übersetzt unter anderem Poe, Kafka, Hesse und Virginia Woolf ins Spanische. Bald darauf erscheint sein erster Erzählband Der Garten der Pfade, die sich verzweigen (El jardin de los senderos que se bifurcan, 1941), doch trotz positiver Aufnahme auch des Bandes Fiktionen (Ficciones, 1944) kann Borges nicht vom Schreiben leben. Unter dem von ihm verabscheuten Diktator Juan Perón quittiert er 1946 den Staatsdienst und ist an verschiedenen Institutionen als Literaturdozent tätig. Nach Peróns Rücktritt im Jahr 1955 wird Borges trotz seiner erblichen Sehschwäche zum Direktor der argentinischen Nationalbibliothek ernannt. Ab seinem 55. Lebensjahr ist Borges völlig blind und auf die Hilfe seiner Mutter angewiesen, doch mit der Unterstützung seiner Freunde ist er weiterhin schriftstellerisch tätig und unternimmt lange Lesereisen durch Europa. Er wird mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. 1967 heiratet er seine Jugendfreundin Elsa Astete Millán, doch die Ehe wird nach drei Jahren wieder geschieden und Borges zieht zu seiner Mutter zurück, bei der er bis zu ihrem Tod 1974 lebt. Als kränkend empfindet der Perón-Gegner Borges die Kritik von linker Seite an seinem Konservativismus. Im April 1986 heiratet er seine langjährige Sekretärin María Kodama. Borges stirbt am 14. Juni 1986 in Genf.

 

Zusammenfassung

Der Unsterbliche

Im Juni 1929 offeriert der Antiquar Joseph Cartaphilus einer Fürstin eine alte Ausgabe von Alexander Popes Ilias. In dem Buch findet die Fürstin nach dem Tod des Antiquars ein Manuskript. Darin erzählt ein römischer Soldat namens Marcus Flaminius Rufus, wie er sich einst auf die Suche nach der Stadt der Unsterblichkeit machte und diese schließlich bei den primitiven Troglodyten fand: einen endlosen Palast mit blinden Gängen und Treppen, die ins Nichts führten. Rufus floh aus der albtraumhaften Stadt, verfolgt von einem Troglodyten, der sich als der Dichter Homer entpuppte. Da er selbst aus dem Fluss der Unsterblichkeit getrunken hatte, war nun auch Rufus wie Homer und die übrigen Troglodyten unsterblich – ein schrecklicher Zustand, denn erst das Wissen um den Tod gibt dem Leben seinen Wert. Nach Jahrhunderten erlangte Rufus 1921 endlich seine Sterblichkeit zurück. Dem Erzähler erscheint die Geschichte im Rückblick unwirklich und er kommt zu dem Schluss, dass es sich bei Rufus und Homer um ein und dieselbe Person handelt. In einer Nachschrift bezweifelt jedoch ein Wissenschaftler die Echtheit des Dokuments aus der Feder von Cartaphilus – eine Ansicht, die der Erzähler nicht teilt.

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