Zusammenfassung von Das Herz aller Dinge

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Das Herz aller Dinge Buchzusammenfassung

Rezension

Maßloses Mitleid

Nächstenliebe ist die christliche Tugend schlechthin – kann man es mit ihr auch übertreiben? Maßloses Mitgefühl ist es jedenfalls, was Graham Greenes Major Scobie ins Grab bringt. Weil er, der gläubige Katholik, keine der beiden Frauen verletzen will, die er vor allem aus Mitgefühl zu lieben meint, türmt er Todsünde auf Todsünde: Er geht fremd, entweiht Beichte und Abendmahl und glaubt am Ende, sich nur noch in den Selbstmord retten zu können. Kaum jemand hat die seelische Zerrissenheit eines gläubigen Menschen so spannend und lebensnah geschildert wie Greene. Das Buch fasziniert auch, wenn man selbst nicht mit religiösen Skrupeln kämpft. Das mag daran liegen, dass Greene – obwohl bekennender Katholik – selbst ein eher sündiges Leben führte und mit dessen Abgründen durchaus vertraut war. Ursprünglich wollte Greene seine Erfahrungen als Agent in Afrika literarisch aufarbeiten. Das Herz aller Dinge geht allerdings weit über diesen Erfahrungshorizont hinaus und rührt ans Allgemein-Menschliche.

Über den Autor

Graham Greene wird am 2. Oktober 1904 in Berkhamsted (Hertfordshire) in England geboren. Als Kind ist Greene ein schüchterner Junge, der sich schnell einigelt und von Gleichaltrigen abwendet. Dass sein Vater Schuldirektor ist, macht ihm den Kontakt zu anderen Kindern nicht einfacher. So wird Greene zum Einzelgänger und Außenseiter, der sich immer öfter in die fantastische Welt der Literatur flüchtet. Die Schule wird für ihn zur Qual: Sein Hass darauf wird so stark, dass er sogar Selbstmordversuche unternimmt und seine Eltern mit 15 Jahren mit dem Entschluss konfrontiert, die Schule nicht mehr zu besuchen. Die Eltern schicken ihn zu einem Therapeuten nach London, der Greene dazu ermutigt, zu schreiben. Greene beginnt ein Geschichtsstudium am Balliol College in Oxford, das er nach eigenen Angaben „betrunken und schuldengeplagt“ 1925 beendet. Es folgen mehrere Anstellungen bei unterschiedlichen Redaktionen, unter anderem beim Nottingham Journal, wo er seine spätere Frau Vivien Dayrell-Browning kennenlernt. In diese Zeit fällt auch seine Konversion zur katholischen Kirche, die sein weiteres Werk entscheidend beeinflussen wird. Eine Anstellung bei der Times führt ihn nach London. Sein erster veröffentlichter Roman Zwiespalt der Seele (The Man Within, 1929) wird so erfolgreich, dass sich Greene fortan ganz auf die Schriftstellerei konzentriert. Um neues Material zu finden und seine Abenteuerlust zu befriedigen, begibt er sich auf größere Reisen: Seinen Aufenthalt in Schweden verarbeitet er in dem Buch Ein Sohn Englands (England Made Me, 1935); Der Weg nach Afrika (Journey Without Maps, 1936) resultiert aus seiner Reise durch Liberia; seine Arbeit für den britischen Auslandsgeheimdienst MI6 in Sierra Leone findet Niederschlag in Das Herz aller Dinge (The Heart of the Matter, 1948); und die Erlebnisse in Mexiko fließen in Die Kraft und die Herrlichkeit (The Power and the Glory, 1940) ein. Viele von Greenes Romanen werden verfilmt, Der dritte Mann (The Third Man, 1950) wird sogar direkt für die Verfilmung geschrieben. Greene stirbt am 3. April 1991 in Vevey in der Schweiz.

 

Zusammenfassung

Keine Beförderung

Der junge Brite Wilson kommt als neuer Buchhalter der United African Company in einer westafrikanischen Haupt- und Hafenstadt an. Der Zweite Weltkrieg dauert an, das afrikanische Land gehört zu den Kolonien der britischen Krone. Auf dem Balkon seines Hotels wird Wilson von dem Telegrammzensor Harris angesprochen. Dieser orientiert ihn über das örtliche Völkergemisch und macht ihn außerdem auf den vorbeispazierenden Major Henry Scobie aufmerksam. Scobie, Anfang 50, seit 15 Jahren vor Ort und stellvertretender Polizeichef des Landes, ist auf dem Weg ins Büro. Dort werden ihm die jüngsten betriebsinternen Gerüchte bestätigt: Sein Vorgesetzter, der Commissioner, wird in Kürze in Pension gehen, doch Scobie ist nicht als sein Nachfolger vorgesehen. Er selbst nimmt die schlechte Nachricht gefasst auf, doch seine Frau Louise empfindet sie als schwere Enttäuschung. Sie hat gehofft, durch den Aufstieg ihre soziale Isolation in der britischen Gemeinde überwinden zu können.

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