Zusammenfassung von Das Mädchen mit den Goldaugen

Paris 1834
Diese Ausgabe: Diogenes, Mehr

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Das Mädchen mit den Goldaugen Buchzusammenfassung
Ein kleiner Ausschnitt aus Balzacs Großwerk „Die menschliche Komödie“: Sex and Crime im Paris des 19. Jahrhunderts.

Rezension

Der Kern der Menschlichen Komödie

Das Mädchen mit den Goldaugen ist die düstere Erzählung eines erotischen Abenteuers, das für die Titelheldin mit einem grausamen Tod endet. Balzac demonstriert an seiner Hauptfigur, dem adligen Dandy Henri de Marsay, wie korrumpiert eine Gesellschaftsschicht ist, wenn sie beginnt, aus purem Überdruss gefährliche Vergnügungen zu suchen. Trotz vieler treffender und kurzweiliger Schilderungen: Die Geschichte selbst ist es nicht, was den Text berühmt gemacht hat - ihr Ende ist ein bisschen verworren, und der bemühte Anstrich von Geheimnis und Verbrechen in leicht orientalischem Flair zeigt Balzac nicht gerade in seinem Element. Bekannt geworden ist dieser Text für das der Handlung vorangestellte Gesellschaftspanorama aus der Hölle Paris: Auf 25 Seiten entwirft Balzac einen gesellschaftlichen Kosmos, den Keim seines umfassenden Gesamtwerks Die menschliche Komödie. Pointiert und bissig beschreibt er alle sozialen Schichten seiner Zeit, der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Keine kommt dabei gut weg, die Vertreter aller Schichten sind letztlich getrieben von ihrer Geldgier und Vergnügungssucht. Obwohl die Gesellschaft heute anders aussieht, ist vieles doch übertragbar. Und gerade in der eindrücklichen Beschreibung ewigen Gehetztseins, der hamsterartigen Betriebsamkeit als zerstörerische Kraft, dürften viele auch heute noch Elemente des eigenen Lebens wiedererkennen.

Zusammenfassung

Die Hölle Paris
Die Menschen in Paris sind hässlich, ihre Gesichter Fratzen, verzerrt von der Gier nach Gold und Vergnügen. Paris ist ein Ort der Sinnenfreuden, aber seine Bewohner gleichen Toten. Die Stadt ist eine Hölle, die Lebensäußerungen der Menschen wirken wie Formen des Feuers. ...
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Über den Autor

Honoré de Balzac wird am 20. Mai 1799 in Tours geboren. Sein Vater, der Sohn eines Bauern, hat sich zum leitenden Beamten hochgearbeitet, seine Mutter stammt aus gutbürgerlicher Familie. 1814 zieht die Familie Balzac nach Paris. Ein Jurastudium bricht der junge Balzac ab, um Schriftsteller zu werden. Lange Jahre ist er erfolglos. Er macht Schulden, die ihn für den Rest seines Lebens drücken werden, als er sich 1826 als Verleger versucht und eine Druckerei kauft, die zwei Jahre später Konkurs anmelden muss. 1829 stellt sich erster schriftstellerischer Erfolg ein, der ihm Zutritt zu Adelskreisen verschafft. Er führt ein Leben über seine Verhältnisse und hat viele Liebschaften mit zumeist verheirateten Damen. 1832 tritt die ukrainische Gräfin Eva Hanska mit ihm in Briefkontakt. Die beiden schreiben sich 18 Jahre lang und sehen sich gelegentlich auf Reisen, bis sie ihn wenige Monate vor seinem Tod schließlich heiratet. Balzac schreibt einen Roman nach dem anderen. Er fasst seine Werke bereits früh in Gruppen zusammen. Während der Entstehung eines seiner bekanntesten Texte, Le père Goriot (Vater Goriot, 1834/35), hat er die Idee, dieselben Romanfiguren in verschiedenen Werken auftreten zu lassen und so ein überschaubares, vielfältig verwobenes Romanuniversum zu schaffen. Das Projekt der Comédie humaine, der Menschlichen Komödie, entsteht mit seinen Großgruppen und Untergruppen und dem Ziel, ein umfassendes Sittengemälde von Balzacs Zeit zu entwerfen. Dafür erlegt sich der Schriftsteller ein unglaubliches Arbeitspensum auf, schreibt oft bis zu 17 Stunden am Tag. 91 der 137 geplanten Romane und Erzählungen kann er fertigstellen. Zu den bekanntesten zählen Illusions perdues (Verlorene Illusionen), Eugénie Grandet, Splendeurs et misères des courtisanes (Glanz und Elend der Kurtisanen) und La peau de chagrin (Das Chagrinleder). Balzac gilt zusammen mit Stendhal und Flaubert als der Begründer des literarischen Realismus in Frankreich. Die ständige Überanstrengung ruiniert seine Gesundheit, er stirbt am 18. August 1850 in Paris.


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