Zusammenfassung von Das Narrenschiff

Basel 1494
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Das Narrenschiff Buchzusammenfassung
Sebastian Brants satirische Zeitgeistkritik wurde zum Bestseller der frühen Neuzeit.

Rezension

Zeitgeistkritik und Selbsterkenntnis

Als Sebastian Brants Narrenschiff 1494 erschien, war es eine Sensation. Das Buch geriet zum deutschsprachigen Bestseller der frühen Neuzeit und wurde noch zu Lebzeiten des Autors in mehrere Sprachen übersetzt. Mit seiner Klage über Gottlosigkeit und Sittenverfall wie auch mit seiner Prophezeiung des nahen Weltendes traf Brant den Nerv seiner krisengeschüttelten Zeit. Für die immer wiederkehrenden Kriege, Hungersnöte und Seuchen machte der Basler Jurist und Humanist nicht zuletzt die Lasterhaftigkeit der Menschen verantwortlich, die nur noch nach Besitz gierten und darüber die göttliche Weisheit vergäßen. Brants satirische Zeitgeistkritik bleibt indes nicht abstrakt und blutleer, sondern taucht tief in das pralle Leben des Mittelalters. In einer volkstümlichen, oft derben Sprache erzählt Brant von den kleinen und großen menschlichen Schwächen. Der Leser soll seine eigene Torheit erkennen und sich durch Einsicht bessern. In vielerlei Hinsicht mag das Buch noch spätmittelalterlichem Denken verhaftet sein, seine Botschaft aber mutet schon modern an: Erkenne dich selbst und ändere dein Leben.

Zusammenfassung

Gelehrte Narren
Zurzeit erscheinen Unmengen von Ausgaben der Heiligen Schrift und gelehrte Abhandlungen über die wahre christliche Lehre. Man sollte meinen, dass die Menschen dadurch besser würden, doch sie leben mehr denn je in Sünde und Unwissenheit. Den unzähligen Narren, die unsere...
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Über den Autor

Sebastian Brant wird 1457 als Sohn des angesehenen Gastwirts und Ratsherrn Diebolt Brant und seiner Frau Barbara in Straßburg geboren. 1475 nimmt er an der Universität Basel das Studium der Artes und der Rechtswissenschaften auf und kommt schon früh mit der oberrheinischen Humanistenbewegung in Kontakt. Nach Abschluss des Studiums heiratet er 1485 die Baslerin Elisabeth Burgis, Tochter des Zunftmeisters der Basler Messerschmiede, mit der er in der Folgezeit sieben Kinder bekommt. 1489 wird Brant zum Doktor der Rechte promoviert und ins Professorenkollegium aufgenommen. Den Schwerpunkt seiner Lehre bilden das kirchliche und das römische Zivilrecht. Nebenbei arbeitet er als Advokat, Richter und Rechtsgutachter. Ab den 1490er-Jahren entfaltet Brant, der schon früh literarisches Interesse erkennen lässt und während seiner Studienzeit eine Abschrift der Ars Poetica von Horaz verfertigt hat, eine rege schriftstellerische und publizistische Tätigkeit. Neben juristischer Fachliteratur und deutschen wie lateinischen Dichtungen verfasst er auch zahlreiche Gelegenheitsschriften und Flugblätter mit Bezug zu aktuellen und naturwissenschaftlichen Fragen. Im Kreis befreundeter Basler Humanisten beschäftigt sich Brant mit Fragen des Buchdrucks und der Medien und tritt auch selbst als Übersetzer, Korrektor und Herausgeber vieler Werke, unter anderem von Petrarca und Augustinus, auf. 1501 kehrt er in seine Geburtsstadt Straßburg zurück. Dort ist er zunächst als Jurist tätig und wird bald auf den Posten des Stadtschreibers berufen. Kaiser Maximilian I. macht ihn zum kaiserlichen Rat und Beisitzer des Hofgerichts in Speyer. In dieser Zeit tritt er kaum mehr mit eigenen literarischen Publikationen an die Öffentlichkeit, wirkt aber vermehrt als Förderer. Auf einer dienstlichen Reise ins niederländische Gent erbietet Brant 1520 dem neu gewählten deutschen König Karl V. die Reverenz der Freien Reichsstadt Straßburg. Brant stirbt am 10. Mai 1521 in Straßburg.


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