Zusammenfassung von Das Unbehagen in der Kultur

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Das Unbehagen in der Kultur Buchzusammenfassung

Rezension

Die Kultur und die Triebe des Menschen

Das Unbehagen in der Kultur ist eine der wichtigsten kulturtheoretischen Schriften Sigmund Freuds. Der Vater der Psychoanalyse geht darin der Frage nach, welchen Einfluss die Kultur auf den Menschen ausübt. Er beurteilt die Kultur ausgesprochen pessimistisch, nämlich als eine Kraft, die die Triebe des Einzelnen kontrolliert und so dazu beiträgt, dass die Menschen unglücklich und neurotisch werden. Mit dieser kritischen Abhandlung aus dem Jahr 1930 distanzierte sich Freud deutlich von der Fortschrittsgläubigkeit seiner Zeit. Seine Beschreibung des Kampfes der Kultur gegen das Individuum liest sich ausgesprochen interessant. Sie hat auch im 21. Jahrhundert nichts von ihrer Aktualität verloren, sondern klingt mitunter geradezu prophetisch.

Über den Autor

Sigmund Freud wird am 6. Mai 1856 im mährischen Freiberg, in der heutigen Tschechischen Republik, geboren. Sein Vater ist ein erfolgreicher jüdischer Kaufmann. Vier Jahre nach Sigmunds Geburt zieht die Familie nach Wien. Hier absolviert Freud das Gymnasium und beginnt anschließend ein Medizinstudium. Von 1876 bis 1882 ist er als Assistent im physiologischen Laboratorium tätig und erforscht unter anderem das Nervensystem von Aalen. Seine Promotion erhält er 1881. Im Jahr darauf lernt er seine spätere Frau Martha Bernays kennen. Nach einigen Jahren am Allgemeinen Krankenhaus fährt er 1885 nach Paris, um sich vom dortigen Professor Charcot in der Kunst der Hypnose ausbilden zu lassen. In Paris setzt er sich mit der Hysterie als Krankheit auseinander – und lernt, wie diese mithilfe der Hypnose ansatzweise kuriert werden kann. 1886 kehrt Freud nach Wien zurück und eröffnet seine Privatpraxis. Zusammen mit Josef Breuer veröffentlicht er 1895 die Studien über Hysterie. Gleichzeitig beginnt er, seine eigenen Träume zu analysieren. 1896 bezeichnet er seine Therapieform zum ersten Mal mit dem Begriff „Psychoanalyse“. 1900 erscheint Die Traumdeutung, Freuds erste größere theoretische Arbeit. In Wien gründet er zusammen mit einigen Anhängern die Psychoanalytische Gesellschaft. Jahrbücher und Kongresse folgen und ein enger Kreis von Freudianern schart sich um den Wiener Psychoanalytiker. Doch ab 1911 verlassen ihn einige Mitglieder, unter ihnen Alfred Adler und Carl Gustav Jung, weil sie sich von Freuds teilweise dogmatischen Ansichten unter Druck gesetzt fühlen und eigene Theorien vertreten. Trotz eines Krebsleidens bleibt Freud hochproduktiv. Zu seinen wichtigsten Schriften gehören Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie (1905), Totem und Tabu (1913), Jenseits des Lustprinzips (1920), Das Ich und das Es (1923) sowie Das Unbehagen in der Kultur (1930). Nach Hitlers Einmarsch in Österreich flieht Freud nach London, wo er am 23. September 1939 an einer Überdosis Morphium stirbt.

 

Zusammenfassung

Religion als Täuschung

Die Religion kann nur eine Täuschung sein. Zwar argumentieren ihre Verteidiger, dass die Menschen ganz selbstverständlich religiöse Regungen empfinden, etwa ein Gefühl der Verbundenheit mit etwas Höherem bzw. der ganzen Welt. Über religiöse Gefühle ist schwer zu urteilen. Es gibt allerdings eine plausible Erklärung für sie. Als Säuglinge fühlen wir uns mit der ganzen Welt verbunden, weil die Grenzen unseres Ichs noch nicht ausgeprägt sind. Mit zunehmender Entwicklung können wir immer besser zwischen unserem Ich und der uns umgebenden Umwelt unterscheiden. Das kann sich aber auch wieder ändern, z. B. wenn man sich verliebt und die Grenze zwischen Ich und Du verschwimmt. Gegenwart und Vergangenheit können in der Realität normalerweise nicht nebeneinander bestehen. Nehmen wir die Stadt Rom als Beispiel: Sie hat sich über Jahrtausende entwickelt. Alte Gebäude wurden abgerissen oder verfielen, andere wurden aufgebaut. Dass am selben Ort gleichzeitig frühere und neue Gebäude vorhanden sind, ist nicht möglich. Anders bei der menschlichen Seele: Hier sind immer frühere und spätere Entwicklungsstufen gleichzeitig präsent und können bei Bedarf abgerufen werden. Bei religiösen Gefühlen fällt der Mensch in eine frühere Entwicklungsstufe zurück. Die Vorstellung eines allmächtigen Vatergottes beispielsweise hat etwas sehr Kindliches. Daher kann religiöses Verhalten als infantil und unentwickelt gelten.

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