Zusammenfassung von Der Cid

Tragische Komödie in fünf Aufzügen

Paris 1637
Diese Ausgabe: Reclam, Mehr

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Der Cid Buchzusammenfassung
Corneilles Meisterstück über die Macht von Liebe und Ehre – noch immer hoch spannend und tief bewegend.

Rezension

Liebe und Ehre kreuzen die Waffen

Darf man auf die Liebe seiner Braut rechnen, wenn man deren Vater umgebracht hat? Kann man den Mörder seines Vaters heiraten, ohne die eigene Ehre aufzugeben? Pierre Corneilles Der Cid stellt ein klassisches tragisches Dilemma vor und führt es fast bis zum bitteren Ende aus – auf einer atemberaubenden Achterbahnfahrt der Verwicklungen, Argumente und Gefühle. Der Ehrbegriff, der diesem Stück aus dem 17. Jahrhunderts zugrunde liegt, hat sich natürlich längst überlebt. Aber die Meisterschaft, mit der Corneille den Stoff organisiert, die furiosen Dialoge, in denen einander widersprechende Energien und Grundsätze großer Seelen aufeinanderprallen – all das liest man auch heute noch voller Begeisterung und Anteilnahme. Über Spaniens Nationalhelden erfährt man im Stück nicht viel. Dafür flicht der Autor eine Verteidigung der absolutistischen Monarchie ein, die von den damaligen Machthabern positiv aufgenommen wurde. Nach dem phänomenalen Publikumserfolg brachen einige neidische Konkurrenten Corneilles eine hässliche Debatte über die Regeltreue des Cid vom Zaun. Inzwischen hat das Stück alle kleinliche Kritik meilenweit hinter sich gelassen: Es zählt unangefochten zu den Meisterwerken des klassischen Dramas.

Zusammenfassung

Eine erfreuliche Vermählung bahnt sich an
Chimene, die Tochter von Don Gomez, erhält im Gespräch mit ihrer Vertrauten und Freundin Elvire eine wunderbare Nachricht: Don Gomez favorisiert als Bräutigam für seine Tochter denjenigen jungen Adligen, in den sie sich ohnehin...
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Über den Autor

Pierre Corneille wird am 6. Juni 1606 in Rouen geboren. Sein Vater ist Jurist, und auch der Sohn absolviert nach der Jesuitenschule zunächst ein Jurastudium. Mit 22 Jahren beginnt er am höchsten Gericht der Normandie zu arbeiten. Parallel versucht er sich als Autor von Gedichten und Theaterstücken. 1629 bietet Corneille dem Kopf einer Theatergruppe, die sich für ein Gastspiel in Rouen aufhält, seine Komödie Mélite an. Das Stück wird erfolgreich in Paris aufgeführt. Von nun an schreibt Corneille regelmäßig neue Werke für die Gruppe, meist Komödien aus der Pariser Gesellschaft, in der sich der Autor nun immer häufiger bewegt. 1635wird Corneille, inzwischen ein anerkannter Dramatiker, in ein Gremium von fünf Autoren gewählt, die für den Superminister Kardinal Richelieu gemeinsam moralisch wertvolle Stücke erarbeiten sollen. Er verlässt die Arbeitsgruppe nach kurzer Zeit und kann bald darauf mit Le Cid (Der Cid) seinen größten Bühnenerfolg feiern. Die z. T. heftige Kritik an dem Stück vonseiten neidischer Kollegen und akademischer Regelwächter führt zur so genannten „Querelle du Cid“. Corneille zieht sich nach Rouen zurück und legt erst 1640 mit Horace ein neues Stück vor. In den folgenden Jahren bringt er meist streng klassisch gebaute Tragödien heraus, oft mit verdeckten Bezügen zur aktuellen Politik. 1647 wird er in die Académie française aufgenommen. Corneille, der insgesamt rund 35 Stücke schreibt, gelingt es in der Folge mal mehr, mal weniger, die Gunst des Publikums wie auch die der Pariser Machthaber zu gewinnen. Von den 1660er Jahren an wird er langsam vom neuen Starautor Jean Racine in den Schatten gestellt. Corneille stirbt, noch immer hoch angesehen, am 1. Oktober 1684.


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