Zusammenfassung von Der Immune

Darmstadt 1975
Diese Ausgabe: Diogenes, Mehr

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Der Immune Buchzusammenfassung
Die Lebenschronik eines Schweizer Kosmopoliten, der sich vor seiner eigenen Empfindlichkeit schützen muss.

Rezension

Ein überempfindlicher Außenseiter

In seinem quasi autobiografischen Hauptwerk blickt der Zürcher Autor und Kosmopolit Hugo Loetscher auf sein Leben als Journalist zurück. Der Immune, die Hauptfigur des Romans, leidet an seiner Überempfindlichkeit und versucht sich abzuhärten, indem er sich allen möglichen Situationen, auch den unangenehmsten, schonungslos aussetzt. In 45 Episoden zieht der grandiose Fabulant Loetscher alle stilistischen Register und erweist sich als ein Meister der Metapher. Bei allem Weltschmerz, der das Buch prägt, versteckt er nie seine diebische Freude an der Ironie. Er singt das Hohelied des Alkohols, rapportiert nüchtern den gesellschaftlichen Absturz des Immunen oder kritisiert in komischen Märchen die Kleinbürgerlichkeit und Lebensfeindlichkeit der Gesellschaft. Immer mehr verschmilzt die Hauptfigur dabei mit dem Autor selbst. Das Ergebnis dieses literarischen Selbstversuchs ist ebenso originell und unterhaltsam wie gedankenreich. Am Schluss zieht der Immune eine Bilanz, die angesichts seiner existenziellen Leiden gar nicht so bescheiden ist: „Ich bin ein Leben lang am Leben geblieben.“

Zusammenfassung

Das Theater beginnt
Als Baby im Stubenwagen fühlt sich der Immune wie im Theater. Ihm gefällt die Vorstellung, die ihm seine Eltern bieten. Der Kleine lernt bald, selbst ins Stück einzugreifen: Er schreit und bekommt, was er will. Allmählich gewöhnt er sich an das tägliche Theaterspielen...
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Über den Autor

Hugo Loetscher wird am 22. Dezember 1929 als Sohn einer Zürcher Arbeiterfamilie geboren. In seiner Heimatstadt besucht er das Gymnasium. Ebenfalls in Zürich, aber auch an der Sorbonne in Paris studiert Loetscher politische Wissenschaften, Soziologie, Wirtschaftsgeschichte und Literatur. Der junge Journalist reist oft und wird so zum Weltbürger, der sich in der Schweiz einen Namen als Lateinamerikakenner und brillanter Essayist macht. Er arbeitet als Redakteur für die Kulturzeitschrift du und ist Mitglied der Feuilletonredaktion der Weltwoche. Er lernt Friedrich Dürrenmatt und den Kunstmaler Varlin kennen; mit beiden verbindet ihn eine tiefe Freundschaft. Ab 1969 arbeitet Loetscher als freier Schriftsteller und Publizist. Er reist immer wieder, bricht jedoch seine Zelte in Zürich nie ganz ab. Als Buchautor debütiert er mit dem Gleichnis Abwässer (1963), dem zwei weitere folgen: Die Kranzflechterin (1964) und Noah (1967). Der Durchbruch gelingt ihm mit dem autobiografischen Roman Der Immune (1975), ein Erfolg, den das Folgewerk Die Papiere des Immunen (1986) noch bestärkt. Neben seiner schriftstellerischen Arbeit ist Loetscher immer wieder journalistisch für diverse Medien tätig und engagiert sich politisch. So nimmt er in seinem Werk oft Partei für sozial Benachteiligte, stellt dabei aber auch gern die eigene Position ironisch infrage. Für Aufsehen sorgt er mit einem Text, der von seinem Schriftstellerkollegen und Freund Dürrenmatt handelt und 13 Jahre nach dessen Tod in Lesen statt klettern veröffentlicht wird. Dürrenmatts Witwe Charlotte Kerr bezichtigt Loetscher verschiedener Falschdarstellungen und klagt ihn der Persönlichkeitsverletzung an. Loetscher kann die Anschuldigungen kontern und gewinnt den Prozess, der als „Dürrenmatt-Affäre“ Eingang in die Schweizer Literaturgeschichte findet. Neben diversen Literaturpreisen erhält der Autor 1994 den Orden „Cruzeiro do Sul“ für seine Verdienste um die brasilianische Kultur. Hugo Loetscher lebt in Zürich.


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