Zusammenfassung von Der Menschenfeind

Komödie in fünf Akten

Paris 1667
Diese Ausgabe: Diogenes, Mehr

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Der Menschenfeind Buchzusammenfassung
Molières berühmte Komödie über einen kauzigen Idealisten und seine unerbittliche Liebe.

Rezension

Ein tragikomischer Charakter

Der Menschenfeind ist eine aufreizend schlichte Komödie. Nichts mit Sex and Crime, nur ein verständlicher Wunsch eines Verliebten bestimmt die Handlung: der Wunsch nämlich, eine offene Aussprache mit der Geliebten herbeizuführen. Selbst das aber gestaltet sich schwierig. Ständig kommen dem Titelhelden größere und kleinere Heuchler in die Quere, und als die Stunde der Wahrheit endlich schlägt, geht die Beziehung in die Brüche. Der Ehrliche ist der Angeschmierte, der sich nur mit Weltflucht zu helfen weiß. Als Leser bzw. Zuschauer ist man zwischen Mitgefühl und Schadenfreude hin- und hergerissen. Gleich Insekten spießt Molière seine Figuren auf, und wie er sie auch reizt und zappeln lässt, sie zeigen stets denselben Reflex: einen unerschütterlichen Egoismus. Molière tourte 13 Jahre durch die französische Provinz, und diese Lehr- und Wanderzeit machte ihn zum großen Menschenkenner. Sie lieferte den Stoff für seine Komödien, in denen unangenehme Wahrheiten so zugespitzt und offen ausgesprochen werden, dass sie trotz aller Härte zum Lachen sind – beste, intelligente Unterhaltung.

Zusammenfassung

Melancholiker und Phlegmatiker
Alceste liebt Célimène, doch die umworbene junge Witwe hält ihn hin. Ungeduldig begibt er sich in ihr Palais und will von ihr ein klares Bekenntnis hören. Im Vorzimmer trifft er seinen Freund Philinte, auf den er wütend ist. Denn am Vortag...
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Über den Autor

Molière wird um den 15. Januar 1622 in Paris als Jean-Baptiste Poquelin geboren. Er ist der erste Sohn des königlichen Tapissiers und Dekorateurs Jean Poquelin. Seine Mutter verliert er mit zehn Jahren. Als er mit 20 den Handwerksbetrieb des Vaters übernehmen soll, lehnt er ab, lässt sich das mütterliche Erbe ausbezahlen und gründet 1642 mit der Schauspielerin Madeleine Béjart das Illustre Théâtre in Paris. Nach drei Jahren macht das Theater Bankrott, und Molière – wie er sich mittlerweile nennt – muss für ein paar Tage ins Gefängnis. Wieder auf freiem Fuß, schließt er sich mit Madeleine einer Wandertruppe von Schauspielern an. Mit ihr touren sie von 1645 bis 1658 quer durch Frankreich. Dank guter Kontakte zum jüngeren Bruder von König Ludwig XIV. darf Molière in Paris seine ersten Komödien spielen: Le Médecin amoureux (Der verliebte Arzt, 1658) und Les Précieuses ridicules (Die lächerlichen Preziösen, 1659). Beide werden große Erfolge, ebenso das Stück L’École des femmes (Die Schule der Frauen), das 1662 folgt. Im selben Jahr heiratet Molière Armande Béjart – Madeleines Schwester oder Tochter, das ist unbekannt –, mit der er etwa sieben Jahre zusammenbleibt. Was Molière schreibt, gefällt dem König so sehr, dass er den Dichter mit einer Pension von 1000 Livres jährlich belohnt, Taufpate von dessen erstem Kind wird und Molières Truppe am Hof und im Palais Royal spielen lässt. Im Mai 1664 darf Molière im Schlossgarten von Versailles ein mehrtägiges Fest organisieren, an dem er u. a. eigene Komödien wie Le Mariage forcé (Die erzwungene Heirat) präsentiert. In diesem Rahmen wird auch der Tartuffe uraufgeführt – eine offene Attacke gegen die Frömmlerei –, der für einen Skandal sorgt und mit einem fünfjährigen Aufführungsverbot belegt wird. Ab 1668 folgen Komödien im Jahresrhythmus, so 1668 L’Avare (Der Geizige), 1670 Le Bourgeois gentilhomme (Der Bürger als Edelmann) oder 1672 Les Femmes savantes (Die gelehrten Frauen). In Le Malade imaginaire (Der eingebildete Kranke) spielt Molière seine letzte Rolle: Am 17. Februar 1673 bricht er während der vierten Aufführung zusammen und stirbt wenig später.


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