Zusammenfassung von Der Spion, der aus der Kälte kam

London 1963
Diese Ausgabe: Ullstein, Mehr

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Der Spion, der aus der Kälte kam Buchzusammenfassung
Alles andere als James Bond: das Agentenleben, wie es wahrscheinlich wirklich ist.

Rezension

Die Psychologie des Kalten Krieges

Wer an Geheimagenten denkt, hat sofort glamouröse Bilder aus den James-Bond-Filmen vor Augen: schöne Frauen, Cocktails, geheime Treffen auf den Bahamas. John le Carrés Thriller bietet ein ganz anderes Bild: Spione, die über die Jahre ausbrennen und an „Materialermüdung“ leiden. Le Carré will seinen Roman weder autobiografisch noch als auf Tatsachen beruhend verstanden wissen. Dennoch vermittelt er dem Leser den Eindruck, die wahre Grundstimmung an den geheimen Fronten des Kalten Krieges einzufangen. Der Protagonist Alec Leamas lässt sich als Überläufer gewinnen und wird Teil eines teuflischen Plans. Er muss sich immer die Frage stellen, ob Informationskrumen von der Gegenseite ausgelegt wurden, um von den eigentlichen Vorgängen abzulenken. Ständige Täuschung und Gegentäuschung führen so weit, dass die Agenten am Ende kaum noch wissen, für wen sie wirklich arbeiten. Leamas und seine Kollegen sind von einer Aura des Misstrauens umgeben, die sich im Privaten unweigerlich fortsetzt. Leamas’ Resignation, seine zunehmende Unfähigkeit, zwischen Rolle und Wirklichkeit zu unterscheiden, und seine Sehnsucht nach Normalität nehmen den Leser gefangen und machen den Spion, der aus der Kälte kam zu einem Roman, der das Agentengenre wie kein anderer geprägt hat.

Zusammenfassung

Alte und neue Missionen
Der britische Agent Alec Leamas wartet an einem Grenzposten an der Berliner Mauer auf seinen Informanten Karl Riemeck, der an diesem Tag aus dem Osten kommen soll. Dieser erreicht tatsächlich wenig später die Grenze. Kurz bevor er den Westsektor betritt...
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Über die Autoren

John le Carré wird am 19. Oktober 1931 in der südenglischen Stadt Poole geboren. Sein richtiger Name ist David John Moore Cornwell. Als er fünf Jahre alt ist, verlässt seine Mutter die Familie. Der Vater ist ein Hochstapler und Betrüger: Die komplizierte Beziehung zu ihm arbeitet John le Carré später in dem Roman A Perfect Spy (Ein blendender Spion, 1986) auf. Le Carré besucht für zwei Semester die Universität Bern, wo er deutsche Literatur studiert. 1950 tritt er in die Spionageabwehr der britischen Armee in Österreich ein und arbeitet mit Flüchtlingen aus dem Ostblock. Wieder in England, studiert er in Oxford und betreibt für den Inlandsgeheimdienst MI5 verdeckte Ermittlungen in der linken Szene, bis er 1956 seinen Abschluss in modernen Sprachen macht. 1954 heiratet er Alison Veronica Sharp, das Paar bekommt drei Söhne. Le Carré unterrichtet zwischen 1956 und 1958 in Eton Sprachen. Zwischen 1958 und 1964 arbeitet er erst für den Inlands-, dann für den Auslandsgeheimdienst MI6. Er ist zunächst in der britischen Botschaft in Bonn tätig und wird dann nach Hamburg versetzt. 1961 beginnt er mit dem Schreiben; sein erster Roman Call for the Dead (Schatten von gestern) erscheint noch im gleichen Jahr. Nach dem Erfolg des dritten Romans The Spy Who Came in from the Cold (Der Spion, der aus der Kälte kam, 1963) gibt le Carré 1964 seine Stelle beim Secret Service auf und konzentriert sich ausschließlich auf seine Romane. Einen Schwerpunkt legt er dabei auf den Kalten Krieg und die Differenzen zwischen Ost und West, wie etwa im Weltbestseller The Russia House (Das Russlandhaus, 1989). 1971 trennt er sich von seiner ersten Frau und heiratet 1972 die Lektorin Valérie Jane Eustace, mit der er einen weiteren Sohn hat. Ab den 1980er-Jahren stellt le Carré vermehrt auch andere Themen in den Mittelpunkt seiner Werke, zum Beispiel die Kritik an internationalen Pharmakonzernen in The Constant Gardener (Der ewige Gärtner, 2001). Bisher sind 21 Romane von ihm erschienen – viele wurden äußerst erfolgreich verfilmt.


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