Zusammenfassung von Der Stechlin

Stuttgart 1897
Diese Ausgabe: Manesse, Mehr

Buch kaufen

Der Stechlin Buchzusammenfassung
Theodor Fontanes Alterswerk ist ein zwar handlungsarmer, aber tiefgründiger Zeitroman, in dem ein See auf geheimnisvolle Weise mit der Weltgeschichte verbunden ist.

Rezension

Herr von Stechlin und die neue Zeit

Kaum Handlung, aber viel Inhalt, so könnte man Theodor Fontanes letzten Roman Der Stechlin kurz und knapp zusammenfassen. Der alte Stechlin lebt zurückgezogen in seinem Herrenhaus am gleichnamigen See. Sein letztes Lebensjahr ist von einer erfolglosen Kandidatur für den Reichstag, der Begegnung mit neuen und alten Bekannten sowie der Hochzeit seines Sohnes geprägt. Das Thema des Buches ist der Umbruch in ein neues Zeitalter, worüber alle Figuren in endlosen Gesprächen sinnieren und debattieren. Es geht um Demokratie, das Deutsche Reich und seine internationalen Beziehungen, um Industrialisierung und den sozialen Wandel im 19. Jahrhundert. Fontane hat mit seiner Entscheidung, die Konversation in den Mittelpunkt seines Buches zu stellen, einen für damals sehr modernen Roman geschaffen und anderen Autoren seiner Zeit viele Impulse gegeben. Heute ist das Buch vor allem deshalb so aktuell, weil sich unsere Gesellschaft wieder in einem umfassenden Veränderungsprozess befindet. Aus dem Umgang Fontanes mit dem Neuen lässt sich viel lernen – vor allem etwas mehr Gelassenheit und Toleranz, wie sie der alte Stechlin zu seinem Lebensprinzip erhoben hat.

Zusammenfassung

Der See
Im Norden der Grafschaft Ruppin in Brandenburg befindet sich eine mehrere Kilometer lange Seenkette. Die Gegend ist kaum besiedelt, nur hier und da liegt ein kleines Dorf. Einer dieser Seen ist der Stechlin, dessen Wasser und Umgebung besonders ruhig zu sein scheinen. Das ändert...
Lesen Sie die Hauptaussagen dieses Buches in weniger als 10 Minuten. Erfahren Sie mehr über unsere Produkte. oder loggen Sie sich ein.

Über den Autor

Theodor Fontane wird am 30. Dezember 1819 in Neuruppin als Sohn einer hugenottischen Apothekerfamilie geboren. Mit 16 Jahren tritt er eine Apothekerlehre an. Er leidet darunter, dass er nur eine kümmerliche Schulbildung genossen hat. Als Apothekergehilfe arbeitet er in Leipzig, Dresden und Berlin, wo er sein Staatsexamen als Apotheker ablegt und Diakonissinnen unterrichtet. 1844 schließt er sich dem Berliner Dichterverein „Tunnel über der Spree“ an. Fontanes Balladen treffen den Geschmack seiner Zeit und in dem Verein findet er die literarische Anerkennung, die er braucht. 1849 gibt er seinen ungeliebten Beruf auf und heiratet ein Jahr später Emilie Rouanet-Kummer. Das Paar bekommt sieben Kinder, von denen drei noch im Säuglingsalter sterben. Als freier Schriftsteller und Journalist kann Fontane seine Familie kaum ernähren. Unterstützt vom Vater, geht er 1852 als Korrespondent der Preußischen Zeitung nach London. 1855–1858 folgt ein zweiter Aufenthalt, bei dem er für die preußische Regierung und für mehrere deutsche Zeitungen arbeitet. Nach seiner Rückkehr wird er Redakteur der Kreuzzeitung; aufgrund seiner selbstständigen Arbeit können in dieser Zeit die Wanderungen durch die Mark Brandenburg (1862–1888) entstehen. Als Kriegsberichterstatter nimmt er an den Kriegen von 1864, 1866 und 1870/71 teil, später schreibt er Theaterkritiken für die Vossische Zeitung. Seiner Frau zuliebe versucht er 1876 ein letztes Mal, eine feste Stelle anzutreten. Er wird Sekretär der Königlichen Akademie der Künste zu Berlin, kündigt jedoch bald wieder. Fontane ist ein schreibwütiger Autor, dessen Korrespondenz rund 10 000 Briefe umfasst. Bekannt wird er durch Balladen wie Die Brück’ am Tay (1880), John Maynard (1886) oder Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland (1889). Fontanes berühmte Romane entstehen erst in seinem letzten Lebensjahrzehnt: Vor dem Sturm (1887), Irrungen, Wirrungen (1888), Frau Jenny Treibel (1893), Effi Briest (1894/95) und Der Stechlin (1897). Er stirbt am 20. September 1898 in Berlin.


Kommentar abgeben

Mehr zum Thema

Vom gleichen Autor

Mehr in den Kategorien